01.06.2021 | Presseinfo Nr. 47

Jetzt um die berufliche Zukunft kümmern

Unternehmen suchen Nachwuchskräfte und wollen ausbilden

  • 1.111 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet
  • 823 Ausbildungssuchende registriert
  • 403 Jugendliche noch ohne Ausbildungsvertrag
  • 684 Ausbildungsstellen noch frei

Nach wie vor zeigen sich die Auswirkungen der Coronapandemie auf dem Ausbildungsmarkt. Geschlossenen Schulen, Distanzunterricht, keine Präsenzveranstaltungen zur Berufsorientierung, all dies erschwert die Berufswahl für Jugendliche und deren Eltern. Im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis haben sich weniger Jugendliche für eine Berufsausbildung gemeldet als im Vorjahr. Dagegen ist die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen weiterhin sehr hoch.

„Verglichen mit dem Mai 2019, also der Vor-Corona-Zeit, fehlt uns aktuell jeder vierte Bewerber. Die Prüfungen in den Abschlussklassen sind angelaufen und eigentlich wäre jetzt die Zeit, um mit den Jugendlichen intensive persönliche Beratungsgespräche zu führen. Dies ist aktuell nur selten möglich. Stattdessen beraten wir die Bewerber telefonisch und per Videochat. Alle Jugendliche, die sich bislang auf den Schulabschluss konzentriert haben und sich noch nicht bei uns gemeldet haben, sollten dies möglichst schnell tun. Noch gibt es in allen Branchen ausreichend Ausbildungsplätze. Die Unternehmen suchen Nachwuchskräfte, die sie selbst ausbilden. Die Ausbildungsbereitschaft der Firmen ist nach wie vor hoch, wofür ich sehr dankbar bin“, betont Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Bis Mai haben sich insgesamt 823 Jugendliche gemeldet, die in diesem Sommer eine Berufsausbildung beginnen wollen, 76 weniger als im Vorjahr. Aktuell haben noch 403 Bewerber keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche.

Die Berufsberatung steht allen Jugendlichen direkt telefonisch zur Verfügung. „Wer noch keinen persönlichen Ansprechpartner in der Berufsberatung hat, kann unsere direkte Hotline zur Berufsberatung nutzen. Unter 03621 – 42 1400 sind die Berufsberater für
Jugendliche im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis erreichbar“, sagte Ina Benad.

Auch bei den Ausbildungsstellen ist ein Rückgang zum Vorjahr zu verzeichnen. So haben die Unternehmen der Region seit Oktober insgesamt 1.111 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 92 weniger als im Vorjahr. Derzeit sind noch 684 Lehrstellen frei.

„Wir sehen in allen Bereichen einen Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen. Besonders dramatisch fällt dieser in den Branchen aus, die durch den Lockdown geschlossen sind. Dies betrifft die Gastronomie/Hotellerie und den Handel. Diese Branchen hatten schon vor der Krise damit zu kämpfen, dass sich nur wenige Jugendliche beworben haben. In einigen Bereichen des Handwerks, der Produktion, der Logistik sowie im Lebensmittelhandel wurden sogar mehr Lehrstellen gemeldet als im letzten Jahr. Obwohl für viele Firmen die Lage äußerst angespannt ist, sollte die betriebliche Ausbildung nicht aus den Augen verloren werden. Die demografische Entwicklung schreitet auch in Zeiten von Corona fort und in den kommenden Jahren werden viele Beschäftigte in Rente gehen. Diese können am besten durch selbst ausgebildetes Personal ersetzt werden. So wird auch der Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens sichergestellt“, betont Ina Benad.

Unternehmen, die noch eine freie Ausbildungsstelle melden wollen, steht der gemeinsame Arbeitgeber-Service unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 zur Verfügung.

Ausbildungsmarkt in Zahlen

Regionale Betrachtung

Seit Oktober 2020 haben sich im Landkreis Gotha 464 Bewerber gemeldet, 24 weniger als im Vorjahr. Aktuell sind noch 209 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Demgegenüber standen insgesamt 658 betriebliche Ausbildungsstellen, 79 weniger als im Vorjahr. Derzeitig sind noch 416 Lehrstellen offen.

Freie Ausbildungsstellen und unversorgte Bewerber

Aktuell gibt es in fast allen Branchen mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber.

Im Unstrut-Hainich-Kreis zeigt sich ein ähnliches Bild. Seit Oktober haben sich 359 junge Menschen gemeldet, die eine Lehrstelle suchen, 52 weniger als im Vorjahr. Davon sind noch 194 auf der Suche.

Die Unternehmen meldeten seit Oktober 463 Ausbildungsplätze, 13 weniger als im Vorjahr. Aktuell sind noch 268 Lehrstellen frei.

Freie Ausbildungsstellen und unversorgte Bewerber

Aktuell gibt es in fast allen Branchen mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber.