02.03.2022 | Presseinfo Nr. 21

Hohe Nachfrage nach Fachkräften

Trotz Winter und Coronapandemie niedrigste Arbeitslosigkeit in einem Februarmonat






 

Der Arbeitsmarkt zeigt sich in einer erstaunlich robusten Verfassung. Im Februar sank, saisonal untypisch, die Arbeitslosigkeit im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis. „Trotz des Winters und der Einschränkungen durch die Coronapandemie ist der Arbeitsmarkt in einer erstaunlich guten Verfassung. Noch nie haben wir in einem Februarmonat so niedrige Werte bei der Arbeitslosigkeit gesehen. Die Fachkräftenachfrage ist in allen Branchen hoch. Uns liegen so viele offene Stellen vor, wie noch nie. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Fachkräfte zu finden, wird für Unternehmen immer schwerer. Daher empfehle ich auch, Menschen einzustellen, die nicht alle gewünschten Voraussetzungen mitbringen. Die Arbeitsagentur und die Jobcenter können die Weiterbildung im Unternehmen finanzieren und sich zusätzlich an den Lohnkosten beteiligen“, betont Johannes Langenkamp Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha. Im Februar sank die Arbeitslosigkeit sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung als auch in den Jobcentern.

„Auch die Weiterbildung eigener Mitarbeiter kann ein geeignetes Mittel sein, um neue Fachkräfte im Unternehmen zu gewinnen. Dabei unterstützen wir die Firmen sowohl mit Beratungsangeboten als auch bei der Finanzierung der Weiterbildung. Die Qualifizierung und berufliche Weiterbildung wird künftig einen noch größeren Stellenwert in den Betrieben einnehmen“, ist sich Johannes Langenkamp sicher.

Viele Unternehmen, die von coronabedingten Einschränkungen betroffen sind, nutzen weiterhin die Kurzarbeit, um die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Im Februar zeigten im Landkreis Gotha 59 Firmen für insgesamt 1.011 Mitarbeiter und im Unstrut-Hainich-Kreis 57 Betriebe für 452 Beschäftigte Kurzarbeit neu an.

„Unsere statistischen Daten bilden die Entwicklung am Arbeitsmarkt bis zum Zähltag am
14. Februar ab. Das heißt, dass die Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine in den Arbeitsmarktdaten nicht enthalten sind“, sagte Johannes Langenkamp.

Arbeitslosigkeit sinkt trotz Winter und Coronabeschränkungen

Im Februar waren 7.132 Menschen im Agenturbezirk Gotha arbeitslos gemeldet. Das waren 102 weniger als im Vormonat und 1.806 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,6 Prozent (Vormonat 5,7%). Im Vorjahr betrug sie noch 7,0 Prozent. Im Landkreis Gotha sank die Arbeitslosenquote leicht und stellt mit 4,8 Prozent den niedrigsten Februarwert überhaupt dar. Im Vormonat lag sie bei 4,9 Prozent und im Vorjahr bei 6,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote des Freistaates Thüringen lag im Februar bei 5,3 Prozent. Im Unstrut-Hainich-Kreis sank die Arbeitslosenquote auf 6,8 Prozent (Vormonat 6,9 Prozent und liegt damit erstmals in einem Februarmonat unter 7 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 8,1 Prozent.

Rechtskreise

Die Zahl der Arbeitslosen nahm sowohl in der Arbeitsagentur als auch bei den Jobcentern ab. Im Februar waren 2.760 Arbeitslose in der Arbeitslosenversicherung gemeldet, 48 weniger als im Vormonat und 1.347 weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Arbeitslosen in den Jobcentern ging ebenfalls zurück. Im Februar waren 4.372 Arbeitslose in beiden Jobcentern registriert. Damit sind zwei von drei Arbeitslosen bei den Jobcentern gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Rückgang von 54, gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang um 459.

Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch Teilnehmende an Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Sie bietet damit einen umfassenderen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug im Februar 8.632. Das waren 1.760 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 6,8 Prozent und damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres (8,1 Prozent).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt bleibt auf einem hohen Niveau. Im Februar änderte sich für 42 Prozent der Arbeitslosen der Status.

Im Februar beendeten 1.560 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 370 mehr als im Vormonat, und 364 mehr als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 499 Personen eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt auf.

Gleichzeitig meldeten sich im Februar 1.457 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 230 weniger als im Vormonat, aber 147 mehr als im Vorjahr. 534 gingen zuvor einer Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nach. Trotz der Coronakrise ist die Gefahr gesunken, aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden.

Fachkräftenachfrage liegt über dem Vorkrisenniveau

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen stieg gegenüber dem Vormonat deutlich an. Die Unternehmen meldeten 580 neue Stellen, 233 mehr als im Vormonat und 191 mehr als im Vorjahr.

Im Februar lag die Zahl der gemeldeten Stellen erneut über dem Vor-Corona-Niveau. Aktuell liegen 2.448 offene Stellen zur Besetzung vor, das sind 720 mehr als im Vorjahr. Nur 349 Stellen sind in Teilzeit, alle anderen in Vollzeit gemeldet. Die meisten Stellen sind für ausgebildete Fachkräfte ausgeschrieben (80 Prozent). Es liegen 493 Stellen für Helfer- und Anlerntätigkeiten vor. Die Besetzungszeit für eine offene Stelle hat sich weiter verlängert. So dauert es durchschnittlich 149 Tage, um eine Stelle zu besetzen, 20 Tage mehr als im Vorjahr.

Landkreis Gotha

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Gotha liegt mit 4,8 Prozent auf einem Allzeittief im Februar und weiterhin unter dem Thüringer Wert (5,3%). Im Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote 6,3 Prozent.

Im Februar waren 3.508 Menschen arbeitslos gemeldet, 32 weniger als im Vormonat und 1.053 weniger als im Vorjahr. Der Bestand an Arbeitslosen lag damit 11 Prozent unter dem Vor-Corona-Wert des Jahres 2020.

Im Februar meldeten sich 768 Menschen erstmals oder erneut arbeitslos, 75 weniger als im Vormonat, aber 112 mehr als im vergangenen Jahr. 280 davon waren vorher auf dem
1. Arbeitsmarkt beschäftigt.

Gleichzeitig beendeten im Februar 796 Menschen die Arbeitslosigkeit, 135 mehr als im Vormonat und 119 mehr als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 260 eine Erwerbstätigkeit auf.

Im Februar wurden 309 offene Stellen gemeldet, 120 mehr als im Vormonat und 99 mehr als im Vorjahr. Aktuell liegen 1.573 offene Stellen zur Besetzung vor, 581 mehr als im Vorjahr. Die Besetzung einer offenen Stelle dauert durchschnittlich 179 Tage und damit 24 Tage länger als im Vorjahr.

Unstrut-Hainich-Kreis

Die Arbeitslosenquote sank im Februar auf 6,8 Prozent (Vormonat 6,9 Prozent) und liegt damit erstmals in einem Februar unter der 7-Prozent-Marke. Im Vorjahr betrug sie 8,1 Prozent. Damit liegt die Arbeitslosenquote erneut unter dem Vor-Corona-Niveau. Im Februar 2020 betrug sie 7,2 Prozent.

Aktuell sind 3.624 Menschen arbeitslos gemeldet, 70 weniger als im Vormonat und 753 weniger als im Vorjahr. Im Februar waren damit 17 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Jahr 2021.

Im Februar meldeten sich 889 Menschen arbeitslos, 155 weniger als im Vormonat, aber 35 mehr als im Vorjahr. 254 meldeten sich nach einer Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeitslos.

Gleichzeitig beendeten im Februar 764 ihre Arbeitslosigkeit, 235 mehr als im Vormonat und 245 mehr als im Vorjahr. 239 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf.

Im Februar wurden 271 offene Stellen von den Unternehmen neu gemeldet, 103 mehr als im Vormonat und 92 mehr als im Vorjahr. Aktuell liegen 875 offene Stellen zur Besetzung vor, 31 mehr als im Vorjahr. Die Besetzung einer offenen Stelle dauert durchschnittlich 94 Tage und damit genauso lange wie im Vorjahr.

Arbeitsmarkt nach Regionen im Überblick