03.05.2022 | Presseinfo Nr. 38

Verschnaufpause auf dem Arbeitsmarkt

Ukrainische Flüchtlinge werden unterstützt







 

„Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt legte im April eine kleine Verschnaufpause ein. Im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis ist eine Seitwärtsbewegung erkennbar. Dennoch lag die Arbeitslosenquote auf dem niedrigsten Aprilwert überhaupt. Viele Unternehmen sind wegen des anhaltenden Krieges in der Ukraine verunsichert. Steigende Rohstoff- und Energiekosten sowie Unterbrechungen in den Lieferketten belasten die Firmen. Dies führt zu einer Zurückhaltung der Unternehmen bei Neueinstellungen. So konnten seit Jahresbeginn rund 10 Prozent weniger Arbeitslose in eine neue Beschäftigung vermittelt werden. Ich bin aber optimistisch, dass wir in den kommenden Monaten wieder sinkende Arbeitslosenzahlen sehen werden“, betont Johannes Langenkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Die Unternehmen suchen auch weiterhin ausgebildete Fachkräfte in allen Branchen. So liegen aktuell ein Drittel mehr offene Stellen vor, als im Vorjahr. „Die Firmen haben mit dem demografischen Wandel zu kämpfen. In den kommenden Jahren werden viele Beschäftigte in Rente gehen. Allein diese Fachkräfte zu ersetzen, stellt die Betriebe vor enorme Herausforderungen. Neben der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, ist die Zuwanderung von Fachkräften ein wichtiger Baustein bei der Sicherung der Fachkräftebedarfs“, sagte Johannes Langenkamp.

Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Flucht, ist bei den aktuellen Arbeitslosenzahlen noch nicht sichtbar. „Die Jobcenter bereiten sich intensiv auf die geplante Gesetzesänderung vor. Ab Juni sollen ukrainische Flüchtlinge Anspruch auf Grundsicherung haben. Schon jetzt signalisieren Unternehmen ihre Bereitschaft, Flüchtlinge einzustellen. Dies gelingt immer dann gut, wenn neben der beruflichen Erfahrung auch deutsche Sprachkenntnisse vorhanden sind. Einige positive Beispiele können wir bereits verzeichnen“, betonte Johannes Langenkamp. Für Flüchtlinge aus der Ukraine hat die Bundesagentur für Arbeit eine Servicenummer geschaltet. Unter 0911-178 7915 erhalten sie in ihrer Landessprache alle wichtigen Informationen zum Zugang in den deutschen Arbeitsmarkt.

Arbeitslosigkeit sinkt trotz Winter und Coronabeschränkungen

Im April waren 6.874 Menschen im Agenturbezirk Gotha arbeitslos gemeldet. Das waren 29 mehr als im Vormonat, aber 1.687 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,4 Prozent. Im Vorjahr betrug sie noch 6,7 Prozent. Im Landkreis Gotha stieg die Arbeitslosenquote leicht auf 4,7 Prozent. Dennoch ist dies der niedrigste Wert in einem April überhaupt. Die Arbeitslosenquote des Freistaates Thüringen betrug im April 5,0 Prozent. Im Unstrut-Hainich-Kreis war die Arbeitslosenquote unverändert bei 6,5 Prozent (Vorjahr 7,9 Prozent).

Rechtskreise

Die Zahl der Arbeitslosen nahm sowohl in der Arbeitsagentur als auch bei den Jobcentern leicht zu. Im April waren 2.572 Arbeitslose in der Arbeitslosenversicherung gemeldet, 10 mehr als im Vormonat, aber 966 weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Arbeitslosen in den Jobcentern stieg ebenfalls leicht an. Im April waren 4.302 Arbeitslose in beiden Jobcentern registriert. Damit sind zwei von drei Arbeitslosen bei den Jobcentern gemeldet. Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl um 19 an, gegenüber dem Vorjahr war dies ein Rückgang um 721.

Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch Teilnehmende an Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Sie bietet damit einen umfassenderen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug im April 8.378. Das waren 1.650 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 6,6 Prozent und damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres (7,8 Prozent).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt bleibt auf einem hohen Niveau. Im April änderte sich für fast jeden zweiten der Arbeitslosen der Status.

Im April beendeten 1.517 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 77 weniger als im Vormonat, und 128 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 504 Personen eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt auf. Seit Jahresbeginn konnten 1.949 Arbeitslose eine neue Beschäftigung aufnehmen, das sind 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig meldeten sich im April 1.538 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 234 mehr als im Vormonat und 71 mehr als im Vorjahr. 572 gingen zuvor einer Tätigkeit auf dem
1. Arbeitsmarkt nach. Seit Jahresbeginn haben 2.434 Menschen ihren Job verloren. Das sind 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Fachkräftenachfrage liegt über dem Vorkrisenniveau

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen stieg gegenüber dem Vormonat an. Die Unternehmen meldeten 414 neue Stellen, 54 mehr als im Vormonat und 25 mehr als im Vorjahr.

Aktuell liegen 2.425 offene Stellen zur Besetzung vor, das sind 601 mehr als im Vorjahr. Nur 353 Stellen sind in Teilzeit, alle anderen in Vollzeit gemeldet. Die meisten Stellen sind für ausgebildete Fachkräfte ausgeschrieben (80 Prozent). Es liegen 478 Stellen für Helfer- und Anlerntätigkeiten vor. Die Besetzungszeit für eine offene Stelle hat sich weiter verlängert. So dauert es durchschnittlich 154 Tage, um eine Stelle zu besetzen, 18 Tage mehr als im Vorjahr.

Landkreis Gotha

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Gotha liegt mit 4,7 Prozent auf einem Allzeittief im April und weiterhin unter dem Thüringer Wert (5,0%). Im Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote 5,9 Prozent.

Im April waren 3.388 Menschen arbeitslos gemeldet, 14 mehr als im Vormonat, aber 895 weniger als im Vorjahr.

Im April meldeten sich 745 Menschen erstmals oder erneut arbeitslos, 84 mehr als im Vormonat, aber 52 weniger als im vergangenen Jahr. 297 davon waren vorher auf dem
1. Arbeitsmarkt beschäftigt. Seit Jahresbeginn mussten sich 1.261 Menschen aus einer Arbeit heraus arbeitslos melden. Das waren 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig beendeten im April 736 Menschen die Arbeitslosigkeit, 56 weniger als im Vormonat und 510 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 246 eine Erwerbstätigkeit auf. Seit Jahresbeginn konnten 1.030 Menschen einen neuen Job finden, 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Im April wurden 259 offene Stellen gemeldet. Aktuell liegen 1.563 offene Stellen zur Besetzung vor, 474 mehr als im Vorjahr. Die Besetzung einer offenen Stelle dauert durchschnittlich 186 Tage und damit 28 Tage länger als im Vorjahr.

Unstrut-Hainich-Kreis

Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,5 Prozent (Vorjahr 7,9 Prozent) und liegt damit erstmals in einem April unter der 7-Prozent-Marke.

Aktuell sind 3.486 Menschen arbeitslos gemeldet, 15 mehr als im Vormonat, aber 792 weniger als im Vorjahr.

Im April meldeten sich 793 Menschen arbeitslos, 150 mehr als im Vormonat und 123 mehr als im Vorjahr. 275 meldeten sich nach einer Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeitslos. Seit Jahresbeginn haben 1.173 Menschen ihren Job verloren. Das sind 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig beendeten im April 781 ihre Arbeitslosigkeit, 17 weniger als im Vormonat, aber 13 mehr als im Vorjahr. 258 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf. Seit Jahresbeginn konnten 919 Menschen einen neuen Job finden. Das waren 2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Im April wurden 155 offene Stellen von den Unternehmen neu gemeldet. Aktuell liegen 862 offene Stellen zur Besetzung vor, 127 mehr als im Vorjahr. Die Besetzung einer offenen Stelle dauert durchschnittlich 98 Tage und damit 5 Tage weniger als im Vorjahr.

Arbeitsmarkt nach Regionen im Überblick