10.05.2021 | Presseinfo Nr. 43

Der 12. Mai ist der Tag der Pflege

Gute berufliche Perspektiven auch für Männer
 

Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflege. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie rückten die Pflegekräfte in den Fokus der Gesellschaft. „Die Pflegekräfte leisten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege einen unschätzbaren Dienst für die Menschen und das ganz unabhängig von der aktuellen Situation“, betont Ina Benad, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Rund 11 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Gotha und im Unstrut-Hainich-Kreis arbeiten in diesen Berufen. Damit sind 9.089 Menschen, darunter 520 Auszubildende in den Pflegeberufen beschäftigt. Seit Jahren steigt der Bedarf an Pflegekräften, während das Interesse junger Menschen an einer Ausbildung in dem Bereich konstant bleibt. „Mit der gestiegenen Anerkennung der Pflegeberufe in der Gesellschaft wäre es wünschenswert, dass sich mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden. Obwohl sich traditionell mehr Frauen in der Pflege engagieren als Männer, ist es auch ein toller und erfüllender Beruf für Männer“, so Ina Benad.

Ebenso ist ein Beruf in der Pflege krisensicher und zukunftweisend. In den medizinischen Fachberufen sind aktuelle 106 Menschen arbeitslos gemeldet. Demgegenüber stehen 110 freie Stellen in diesem Bereich. Bei den Altenpflegern zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier gibt es nur 4 arbeitslose examinierte Altenpfleger, denen 44 freie Stellen gegenüberstehen. Lediglich bei den Altenpflegehelfern gibt es mehr Arbeitslose (97) als freie Stellen (19). „Wo immer es möglich ist, bieten wir den Betroffenen eine Umschulung bzw. Weiterbildung an mit dem Ziel, den Abschluss als examinierter Altenpfleger zu erreichen. So wollen wir den Bedarf an Fachkräften sichern helfen“, sagte Ina Benad.

Durch die demografische Entwicklung in der Gesellschaft, wird der Bedarf an Pflegekräften in den kommenden Jahren weiter steigen. Viele Beschäftigte in diesem Bereich gehen in den nächsten Jahren in Rente. In einer aktualisierten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Fachkräftebedarf im Bereich der Pflege in Thüringen betrachtet. Dabei stand die Frage nach dem zukünftigen Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege bis zum Jahr 2035 im Fokus. Untersucht wurden sowohl Ersatzbedarf für ausscheidende Mitarbeiter als auch der Erweiterungsbedarfe, durch eine zu erwartende Erhöhung der zu pflegenden Personen.

Für den Landkreis Gotha ergibt sich damit ein Ersatzbedarf bis 2035 in der ambulanten Pflege zwischen 419 bis 503 Pflegekräften und in der stationären Pflege zwischen 438 bis 513 Pflegekräften.

Im Unstrut Hainich-Kreis werden bis zum Jahr 2035 in der ambulanten Pflege zwischen 328 und 393 Fachkräfte und in der stationären Pflege zwischen 367 und 409 neue Mitarbeiter benötigt.

Die Studie mit den Ergebnissen für Thüringen/Sachsen-Anhalt mit allen Kreise/kreisfreien Städte findet man unter: http://doku.iab.de/regional/SAT/2019/regional_sat_0219.pdf