30.09.2021 | Presseinfo Nr. 79

Weniger Menschen arbeitslos gemeldet als vor Corona-Krise

Fachkräftenachfrage auf Rekordniveau
 

Das Ende der Sommerferien führte zu einer deutlichen Belebung auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit sank gegenüber dem Vormonat deutlich und liegt nun im Bereich der Arbeitsagentur Gotha unter den Vor-Corona-Werten. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten alle Personengruppen profitieren. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen sank leicht aber der Bestand an offenen Stellen ist auf einem deutlich über dem Vor-Krisen-Niveau.

„Die Wirtschaft hat sich von den Coronabeschränkungen sehr gut erholt. Die Nachfrage nach ausgebildeten Fachkräften ist ungebremst hoch. Davon haben im September insbesondere die Arbeitslosen unter 25 Jahren profitiert. Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen wieder sinkt. Dies zeigt, dass Unternehmen auch bereit sind Menschen einzustellen, die schon längere Zeit arbeitslos waren. Die Arbeitsagentur und die Jobcenter können Firmen in der Einarbeitungsphase auch finanziell unterstützen. Den zweiten Monat in Folge war die Zahl der Arbeitslosen niedriger als im September 2019. Ich gehe davon aus, dass wir im Oktober weniger als 7.000 Arbeitslose im Agenturbezirk haben werden“, sagte Johannes Langenkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Arbeitslose, die über keine aktuelle oder verwertbare Ausbildung verfügen, konnten nach den Sommerferien mit berufliche Weiterbildungsmaßnahmen beginnen. „Der September ist traditionell ein Monat, in dem viele Weiterbildungen und Umschulungen beginnen. Mit diesen beruflichen Qualifizierungen eröffnen die Arbeitsagentur und die Jobcenter arbeitslosen Menschen eine neue berufliche Perspektive. Diese Investition in Bildung ist eine gute und nachhaltige Investition in die Menschen der Region“, ist sich Johannes Langenkamp sicher.

Arbeitslosigkeit sinkt deutlich

Im September waren 7.012 Menschen im Agenturbezirk Gotha arbeitslos gemeldet. Das waren 380 weniger als im Vormonat und 1.524 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,4 Prozent (Vormonat 5,9%). Im Vorjahr betrug sie noch 6,7 Prozent. Im Landkreis Gotha sank die Arbeitslosenquote auf 5,0 Prozent (Vorjahr 6,2 Prozent) und lag damit unter der des Freistaates Thüringen (5,2 Prozent). Im Unstrut-Hainich-Kreis sank die Arbeitslosenquote auf 6,3 Prozent (Vormonat 6,8 Prozent) und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert (7,4 Prozent).

Rechtskreise

Die Zahl der Arbeitslosen sank sowohl in der Arbeitsagentur als auch bei den Jobcentern. Dabei fiel der Rückgang in der Arbeitsagentur deutlicher aus, als in den beiden Jobcentern. Im September waren 2.571 Arbeitslose in der Arbeitslosenversicherung gemeldet, 212 weniger als im Vormonat und 1.098 weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Arbeitslosen in den Jobcentern nahm weiter ab. Im September waren 4.441 Arbeitslose in beiden Jobcentern registriert. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Rückgang von 168 und gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 426 Arbeitslosen.

Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch Teilnehmende an Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Sie bietet damit einen umfassenderen Eindruck der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug im September 8.837. Das waren 1.447 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 6,9 Prozent und damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres (8,0 Prozent).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt

Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu, liegt erstmals seit der Coronapandemie wieder bei 50 Prozent. Im September änderte sich für jeden zweiten Arbeitslosen der Status.

Im September beendeten 1.950 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 186 mehr als im Vormonat, aber 111 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 561 Personen eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt auf. Seit Jahresbeginn konnten 4.986 Arbeitslose einen neuen Job finden, 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig meldeten sich im September 1.572 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 59 weniger als im Vormonat, aber 54 mehr als im Vorjahr. 486 gingen zuvor einer Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nach. Trotz der Coronakrise ist die Gefahr gesunken, aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden. Seit Jahresbeginn haben sich 4.952 Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos gemeldet, 23 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Fachkräftenachfrage liegt über dem Vorkrisenniveau

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen sank gegenüber dem Vormonat. Die Unternehmen meldeten 399 neue Stellen, 133 weniger als im Vormonat und 21 weniger als im Vorjahr.

Im September lagen so viele offene Stellen vor, wie noch nie. Damit wurde das Vor-Corona-Niveau übertroffen. Aktuell liegen 2.432 offene Stellen zur Besetzung vor, fast genauso viele wie im Vormonat und 742 mehr als im Vorjahr. Nur 374 Stellen sind in Teilzeit, alle anderen in Vollzeit gemeldet. Die meisten Stellen sind für ausgebildete Fachkräfte ausgeschrieben (80 Prozent). Die Zahl der Stellen für Helfer- und Anlerntätigkeiten ist angestiegen. So liegen 556 Stellen für Helfertätigkeiten vor, 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig hat sich die Besetzungszeit für eine offene Stelle verlängert. So dauert es durchschnittlich 135 Tage, um eine Stelle zu besetzen, 15 Tage mehr als im Vorjahr.

Landkreis Gotha

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Gotha sank auf 5,0 Prozent und liegt damit weiterhin unter dem Thüringer Wert (5,2%). Im Vorjahr betrug die Arbeitslosenquote 6,2 Prozent. Im September 2019 betrug sie 4,9 Prozent.

Im September waren 3.613 Menschen arbeitslos gemeldet, 153 weniger als im Vormonat und 897 weniger als im Vorjahr. Der Bestand an Arbeitslosen lag nur noch 0,5 Prozent über dem Vor-Corona-Wert des Jahres 2019.

Im September meldeten sich 838 Menschen erstmals oder erneut arbeitslos, 28 weniger als im Vormonat, aber 40 mehr als im vergangenen Jahr. 287 davon waren vorher auf dem
1. Arbeitsmarkt beschäftigt. Seit Jahresbeginn meldeten sich 2.709 Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos. Dies sind 25 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig beendeten im September 990 Menschen die Arbeitslosigkeit, 76 mehr als im Vormonat, aber 64 weniger als im Vorjahr. Von ihnen nahmen 313 eine Erwerbstätigkeit auf. Seit Jahresbeginn konnten 2.748 Arbeitslose einen neuen Job finden. Das sind 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im September wurden 253 offene Stellen gemeldet, 49 weniger als im Vormonat, aber 49 mehr als im Vorjahr. Aktuell liegen 1.528 offene Stellen zur Besetzung vor, 540 mehr als im Vorjahr.

Unstrut-Hainich-Kreis

Die Arbeitslosenquote sank im September auf 6,3 Prozent (Vormonat 6,8 Prozent). Im Vorjahr betrug sie 7,4 Prozent. Damit liegt die Arbeitslosenquote den zweiten Monat in Folge unter dem Vor-Corona-Niveau. Im September 2019 betrug sie 6,6 Prozent.

Aktuell sind 3.399 Menschen arbeitslos gemeldet, 227 weniger als im Vormonat und 627 weniger als im Vorjahr. Im September waren damit 6 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Jahr 2019.

Im September meldeten sich 734 Menschen arbeitslos, 31 weniger als im Vormonat, aber 14 mehr als im Vorjahr. 199 meldeten sich nach einer Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeitslos. Seit Jahresbeginn haben sich 2.243 Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos gemeldet. Das waren 19 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig beendeten im September 960 ihre Arbeitslosigkeit, 110 mehr als im Vormonat, aber 47 weniger als im Vorjahr. 248 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf. Seit Jahresbeginn haben 2.238 Arbeitslose einen neuen Job gefunden, ebenso viele wie im Vorjahreszeitraum.

Im September wurden 146 offene Stellen von den Unternehmen neu gemeldet, 84 weniger als im Vormonat und 70 weniger als im Vorjahr. Aktuell liegen 904 offene Stellen zur Besetzung vor, 202 mehr als im Vorjahr.