12.01.2022 | Presseinfo Nr. 6

Beschäftigung im Unstrut-Hainich-Kreis stieg 2021 an

Hohe Nachfrage nach Fachkräften
 

Im Unstrut-Hainich-Kreis konnte im Jahr 2021 eine sehr gute Entwicklung festgestellt werden. So stieg die Zahl der sv-pflichtig Beschäftigten um 1 Prozent gegenüber dem Jahr 2020 an. Insgesamt waren 35.326 Menschen, die im Unstrut-Hainich-Kreis Gotha wohnen, sv-pflichtig beschäftigt. Die meisten Menschen sind im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, im Baugewerbe und in der öffentlichen Verwaltung tätig. „Trotz der immer noch vorhandenen Coronapandemie stieg die Zahl der Beschäftigten an. Sie lag aber immer noch unter den Vor-Corona-Jahren 2018/19. Die Suche nach geeigneten Fachkräften fällt Unternehmen aber zunehmend schwerer“, sagte Johannes Langenkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Im vergangenen Jahr meldeten die Unternehmen insgesamt 2.338 freie Stellen. Das waren 4 Prozent weniger als im Jahr 2020. Durchschnittlich lagen 817 offene Stellen vor. „Im Januar starteten wir mit einem Bestand von 723 offenen Stellen. Fast 900 offenen Stellen waren es im August. Im Dezember waren es 754. Dies zeigt, wie groß die Nachfrage nach ausgebildeten Fachkräften ist. Diese werden jedoch nur selten arbeitslos, weshalb wir deutlich länger brauchen, um eine offene Stelle erfolgreich zu besetzen. Brauchten wir im Januar noch durchschnittlich 88 Tage, um eine offene Stelle zu besetzen, so waren es im Dezember bereits 106“, erläuterte Johannes Langenkamp. Die meisten offenen Stellen gab es im verarbeitendes Gewerbe, in den Gesundheits- und Sozialberufen, im Handel sowie im Baugewerbe.

„Die große Fachkräftenachfrage zeigt sich auch beim Rückgang der Arbeitslosigkeit. Waren im Januar 2021 noch 4.246 Menschen arbeitslos gemeldet, so waren es im Dezember nur noch 3.375. Das entspricht einem Rückgang von 21 Prozent. Damit haben wir nicht nur die Werte des Coronajahres 2020 sondern auch der Vorkrisenjahre unterboten. Im November waren so wenig Menschen im Landkreis arbeitslos, wie noch nie“, so Johannes Langenkamp.

Rechtskreise

Am stärksten fiel der Rückgang im Bereich der Arbeitslosenversicherung aus. Hier sank die Zahl der Arbeitslosen im Jahresverlauf um 37 Prozent. Auch im Jobcenter konnte ein Rückgang verzeichnet werden. Hier sank die Zahl der Arbeitslosen von Januar bis Dezember um 7 Prozent. Mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit sank auch die Arbeitslosenquote im Unstrut-Hainich-Kreis. „Im Januar hatten wir noch eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent. Diese sank im Oktober auf den historisch niedrigsten Wert von 6,0 Prozent. Im Jahresdurchschnitt lag die Quote bei 7,1 Prozent und damit deutlich unter dem Wert von 2020 (7,5 Prozent), führte Johannes Langenkamp aus.

Zu- und Abgang von Arbeitslosen

Im letzten Jahr meldeten sich insgesamt 8.505 Menschen arbeitslos. Das waren 11 Prozent weniger als im Jahr 2020. Von ihnen waren vorher 3.253 erwerbstätig. „Damit mussten sich 609 Menschen weniger aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden als im Jahr 2020. Das Risiko arbeitslos zu werden ist trotz der anhaltenden Coronapandemie deutlich gesunken“, betonte Johannes Langenkamp.

8.942 Menschen konnten im vergangenen Jahr die Arbeitslosigkeit beenden, 421 weniger als 2020. Von ihnen nahmen 3.081 eine neue Erwerbstätigkeit auf, fünf Prozent weniger als 2020.

Personengruppen

Im Jahresdurchschnitt waren mehr Männer als Frauen arbeitslos gemeldet. Bei allen Personengruppen konnte ein Rückgang bei der Arbeitslosigkeit festgestellt werden Der stärkste Rückgang bei den Arbeitslosen Ausländern zu verzeichnen.

Kurzarbeit

Die Unternehmen, die von den Beschränkungen betroffen waren und immer noch sind, nutzen die Kurzarbeit, um ihre Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Bis in das Frühjahr hinein, wurde die Kurzarbeit sehr stark genutzt. Im Sommer und Herbst war dies nur noch vereinzelt nötig. Mit den erneuten Beschränkungen im Oktober, haben wir einen Anstieg bei den Anzeigen zur Kurzarbeit festgestellt. Ich bin froh und dankbar, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter halten und das Kurzarbeitergeld hierfür nutzen“, betont Johannes Langenkamp.

Ausblick 2022

Der Winter wird noch einmal zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Ich bin mir aber sicher, dass wir die Werte des Jahres 2020 nicht mehr sehen werden. Selbst die Branchen, die aktuell von Beschränkungen betroffen sind, suchen ausgebildete Fachkräfte. Im Frühjahr werden wir eine Belebung des Arbeitsmarktes sehen, die sich bis in den späten Herbst hineinziehen wird. Ich bin mir sicher, dass wir die Tiefststände des Jahres 2021 unterbieten werden. Damit eröffnen sich Beschäftigungschancen für viele Menschen. Allerdings wird das Fachkräfteangebot am Arbeitsmarkt deutlich geringer. Unternehmen können nicht mehr aus vielen Bewerbern auswählen. Deshalb bekommt der beruflichen Qualifizierung von Beschäftigten und Arbeitslosen eine große Bedeutung zu. Durch die Coronapandemie gab es einen großen Sprung bei der Digitalisierung und Automatisierung in den Firmen. Hier müssen die Beschäftigten immer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Hinzu kommt der sich gerade vollziehende Transformationsprozess im Fahrzeugbau. Auch hier ist es wichtig, die Mitarbeiter beruflich zu qualifizieren. Das Jahr 2022 wird der Auftakt zur Weiterbildungsoffensive der kommenden Jahre bilden“, ist sich Johannes Langenkamp sicher.