09.02.2022 | Presseinfo Nr. 14

Pflegebranche im Kreis Gotha bietet gute berufliche Perspektiven

Fachkräfteprognose bis 2035 zeigt hohen Bedarf
 

Die demografische Entwicklung in Thüringen schreitet immer weiter voran. Diese macht sich auch im Landkreis Gotha bemerkbar. Immer mehr Menschen benötigen eine Unterstützung durch Pflegekräfte. Gleichzeitig werden auch die Beschäftigten in der Pflege immer älter. Dies stellt die Pflegeeinrichtungen zunehmend vor Herausforderungen“, sagte Johannes Langenkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Gotha.

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) hat sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Fachkräftebedarf im Bereich der Pflege in Thüringen beschäftigt. Dabei stand die Frage nach dem zukünftigen Beschäftigungsbedarf in der ambulanten und stationären Pflege bis zum Jahr 2035 im Mittelpunkt. Untersucht wurde sowohl Ersatzbedarf für ausscheidende Mitarbeiter als auch der Erweiterungsbedarf, durch eine zu erwartende Erhöhung der zu pflegenden Personen. Das Ergebnis liegt für Thüringen und alle Kreise/kreisfreien Städte vor.

http://doku.iab.de/regional/SAT/2019/regional_sat_0219.pdf

„Die Studie des IAB zeigt sehr eindrucksvoll, welche großen Beschäftigungsmöglichkeiten die Pflegebranche in den kommenden Jahren bietet. So werden altersbedingt mehr als die Hälfte der Mitarbeiter bis 2035 ausscheiden. Die altersbedingten Abgänge und die zu erwartenden Erweiterungsbedarfe bieten im Pflegebereich auch zukünftig sichere berufliche Perspektiven. Es kommt nun darauf an, dass die Unternehmen der Branche sich dem anstehenden Wandel stellen und rechtzeitig mit der Ausbildung und Qualifizierung von Mitarbeitern beginnen. Die Arbeitsagentur unterstützt die Unternehmen dabei“, betont Johannes Langenkamp.

Für den Landkreis Gotha prognostiziert die Studie in der ambulanten Pflege bis 2035 einen Ersatzbedarf von 419 bis 503 Vollzeitäquivalenten (VZÄ). In der stationären Pflege werden 438 bis 513 VZÄ als Ersatz für ausscheidende Mitarbeiter vorhergesagt. Bei dem zu erwartenden Erweiterungsbedarf geht die Studie für den Landkreis Gotha von 181 bis 300 VZÄ in der ambulanten und von 188 bis 324 VZÄ in der stationären Pflege aus. Zusammengenommen bedeutet dies, dass bis 2035 zwischen 1.200 bis 1.650 VZÄ im Pflegebereich benötigt werden. „Rechnet man den Bedarf ab dem Beginn der Studie 2019 aus, so sind das zwischen 68 und 92 neue Vollzeitpflegekräfte bis 2035, die benötigt werden, um den Fachkräftebedarf im Kreis decken zu können. Mit der generalisierten Ausbildung in der Pflege soll der Beruf noch attraktiver gestaltet werden. Ein Beruf in der Pflege bedeutet neben einem hohen sozialen Engagement auch einen sicheren Arbeitsplatz in der Region“, führte Johannes Langenkamp aus.