29.10.2020 | Presseinfo Nr. 43

Arbeitslosigkeit noch einmal gesunken

Das sind 150 Personen beziehungsweise 1,5 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 8,4. 

Der Arbeitsmarkt in Vorpommern-Greifswald hat sich weiter stabilisiert. „Die Arbeitslosigkeit ist im Berichtsmonat noch einmal gesunken und die Personalnachfrage zog weiter an“, erläutert Andras Wegner, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald. „Die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind aber weiterhin sichtbar.“ Gegenüber dem Vorjahresmonat waren 724 mehr Frauen und Männer auf der Suche nach einer bezahlten Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2019 bei 7,8 Prozent. Erfreulich sei aber, dass sich der Abstand zu dem jeweiligen Vorjahresmonat seit Juni kontinuierlich verringert hat.

Von der guten Entwicklung im Oktober profitierten nicht alle Personengruppen gleichermaßen. Bei Jugendlichen unter 25 Jahre konnte gegenüber dem Vormonat ein Rückgang in der Arbeitslosigkeit um 90 Personen verzeichnet werden. Das entspricht einem Rückgang von 9 Prozent. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen liegt aktuell bei 9,9 Prozent.  

Bei den über 50-Jährigen und Langzeitarbeitslosen wurde dagegen gegenüber September ein leichter Anstieg bei der Arbeitslosigkeit registriert. Die Arbeitslosenquote bezogen auf die über 50-Jährigen liegt mit 8,2 Prozent aber immer noch 0,2 Prozentpunkte unter der allgemeinen Arbeitslosenquote.

Kurzarbeit

Die Zahl der arbeitslosen Menschen wäre höher, wenn nicht viele Unternehmen die Möglichkeit der Kurzarbeit nutzen würden. Aber auch hier verzeichnet die Arbeitsagentur eine positive Entwicklung. Rechneten im April noch 1.989 Betriebe für 12.573 Beschäftige Kurzarbeitergeld ab, erstatte die Arbeitsagentur nach der aktuellen Hochrechnung für Juni noch 1.103 Betrieben Kurzarbeitergeld für 7.236 Beschäftigte. Damit waren im Juni weniger als 9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen (Kurzarbeiter-Quote: 8,9 %).

Für den Berichtsmonat April liegen darüber hinaus weitere Daten zur realisierten Kurzarbeit, wie sie in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit genannt wird, vor.

Im April waren die Kurzarbeitenden am häufigsten in Kleinstbetrieben mit bis zu 19 Arbeitnehmern (45,4%) und Kleinbetrieben zwischen 20 und 99 Arbeitnehmern (33,85%) beschäftigt.

Der Umfang der Kurzarbeit fiel ganz unterschiedlich aus. Die Arbeitsagentur registrierte im April einen durchschnittlichen Arbeitsausfall von 60 Prozent. „Im Frühjahr gab es kaum eine Branche, die nicht von den Auswirkungen des Shutdowns betroffen war“, erläutert Wegner. „Innerhalb kürzester Zeit verursachten damals die angeordneten Schutzmaßnahmen Störungen in den Lieferketten und vielerorts Arbeitsausfälle.“

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

Anklam 10,0 Prozent, Greifswald 6,7 Prozent, Pasewalk 12,3 Prozent, Ueckermünde 10,2 Prozent, Wolgast 6,6 Prozent

Im Agenturbezirk Greifswald entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Oktober unterschiedlich. In der Hauptagentur Greifswald wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,1 Prozent registriert. In der Geschäftsstelle Wolgast, wozu auch die Kaiserbäder gehören, wurde im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 20,2 Prozent der höchste Anstieg registriert. Dennoch verzeichnet die Geschäftsstelle Wolgast mit 6,6 Prozent immer noch die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete die Geschäftsstelle Pasewalk mit 12,3 Prozent.  

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

SGB III            + 33,0 Prozent

SGB II             - 3,5 Prozent

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Oktober 3.788 Arbeitslose und damit 939 mehr als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 5.990 arbeitslose Personen verantwortlich, 215 weniger als im Oktober 2019. 

Stellenmarkt

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist zu Beginn der Corona-Krise zurückgegangen, zieht aber seit Juli wieder an. Allein in den letzten vier Wochen meldeten die Unternehmen dem Arbeitgeber-Service 470 neue Arbeitsangebote. Das sind nur 12 oder 2,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Unternehmen aus der Region suchen aktuell für 1.985 Arbeitsstellen sofort eine Arbeitskraft. 

Die größte Nachfrage stammt aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (320), dem Hotel- und Gaststättenwesen (264), dem Handel (237) und dem verarbeitenden Gewerbe mit 178 Angeboten.

„Dahinter verbergen sich ganz unterschiedliche Stellenangebote, wie beispielsweise für Augenoptiker*innen, Auslieferungsfahrer*innen, Reifenmonteure*innen und vieles mehr.

Ausblick

Für den November erwartet die Agentur für Arbeit Greifswald einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Ab November melden sich regelmäßig Arbeitskräfte aus den touristisch geprägten Branchen arbeitslos“, so Wegner. Aufgrund des aktuell dynamischen Infektionsgeschehens im Land und im Landkreis Vorpommern-Greifswald schließt der Arbeitsmarktexperte aber für die kommenden Monate einen Corona-bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht aus. Um dies zu verhindern, appelliert der Agenturleiter an die Unternehmen, Kurzarbeit zu nutzen. „Der Einsatz der Kurzarbeit hat sich bewährt. Es stabilisiert die Beschäftigung und ermöglicht Betrieben, ihre Fachkräfte zu halten.“ Arbeitgeber können sich mit ihren Fragen an die kostenfreie Hotline unter 0800 4 5555 20 wenden.

Außerdem sei eine persönliche Vorsprache zur Arbeitslosmeldung oder Antragstellung weiterhin nicht erforderlich. „Der Gesundheitsschutz unserer Kunden und Mitarbeitenden hat höchste Priorität“, so der Agenturleiter. Er empfiehlt, die Online-Dienste der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de/eservice zu nutzen. „Alle Angaben werden über einen sicheren Online-Kanal an die Agentur für Arbeit übermittelt. Der Schutz der persönlichen Daten ist sichergestellt, da jeder Nutzer individuell einen Benutzernamen und ein Kennwort erhält“, versichert Wegner.