29.10.2020 | Presseinfo Nr. 44

Ausbildungsmarktbilanz 2019/2020

Die Covid-19 Pandemie hat in diesem Beratungsjahr 2019/2020 so einiges auf den Kopf gestellt. Der Weg zum Ausbildungsvertrag ist für einige Jugendliche schwieriger geworden, da Beratungstermine, Praktika und Vorstellungsgespräche nicht wie gewohnt stattfinden konnten. Dennoch zieht die Arbeitsagentur mit weniger unversorgten Bewerber*innen als im Vorjahr eine positive Bilanz. Allerdings blickt Andreas Wegner, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald, vorsichtig optimistisch auf das kommende Ausbildungsjahr. 
 

Bis Ende September haben sich 1.229 Mädchen und Jungen aus Vorpommern-Greifswald bei der Arbeitsagentur ausbildungsuchend gemeldet. Die Anzahl der Bewerber liegt damit leicht unter dem des Vorjahres. Im vergangenen Ausbildungsjahr registrierte die Arbeitsagentur 1.325 Ausbildungsuchende.

Insgesamt 63 Mädchen und Jungen waren am 30.09. noch oder wieder auf der Suche. Der überwiegenden Zahl konnte schon eine Perspektive eröffnet werden. So begannen bereits 31 Jugendliche eine sogenannte Einstiegsqualifizierung, beziehungsweise stehen in den Startlöchern. Im Rahmen dieser Angebote können sich die Jugendlichen nun direkt im Unternehmen auf einen künftigen Berufseinstieg vorbereiten.

Aber auch ein späterer Einstieg in eine laufende Ausbildung sei möglich. „Sofern der Ausbildungsbetrieb einem Bewerber noch einen späteren Start ermöglichen möchte, muss auf jeden Fall die zuständige Kammer noch zustimmen“, erklärt Wegner.

Bei den Berufswünschen der Jugendlichen stand im Ausbildungsjahr 2019/2020 der Verkäufer beziehungsweise die Verkäuferin wieder ganz oben auf der Wunschliste. Hierfür meldeten sich 96 Bewerberinnen und Bewerber. Bei den Mädchen folgten dann die Wunschberufe Medizinische Fachangestellte und Kauffrau für Büromanagement. Bei den Jungs steht nach wie vor der Beruf des Kfz-Mechatronikers besonders hoch im Kurs.

„An den Präferenzen der Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren nur sehr wenig verändert“, so Wegner. Dabei haben junge Erwachsene heute oft die Qual der Wahl. Ihnen bieten sich vielfältige Berufs- und Karrieremöglichkeiten. „Allerdings kann es auch anstrengend sein, sich für einen der rund 400 Ausbildungsberufe oder zwischen 19.000 Studiengängen entscheiden zu müssen“, weiß Andreas Wegner. Er rät daher allen jungen Leuten, rechtzeitig mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur Kontakt aufzunehmen. „Die Zeit vergeht schneller als man denkt, und dann ist der Schulabschluss da. Wer im kommenden Jahr die Schule verlässt und die eigene Zukunft selbst gestalten will, vereinbart am besten jetzt einen Gesprächstermin mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit“, so Wenger.

Stellenentwicklung

Ende September waren von 1.897 gemeldeten Ausbildungsstellen in Vorpommern-Greifswald noch 382 unbesetzt. Das sind 56 mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitgeber suchten vor allem für die Ausbildungsberufe Koch/Köchin (123), Hotelfachleute (120), Verkäufer/in (101) und Restaurantfachleute (96). Allerdings nehmen die gastronomischen Berufe auch bei den unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen wieder eine Spitzenposition ein.  

Fazit

„Es ist immer von Vorteil, sich frühzeitig mit den Themen Berufswahl und Bewerbung für die Ausbildung zu beschäftigen“, so Wegner. Welche Möglichkeiten junge Menschen tatsächlich haben, wüssten nur die wenigsten. „In unserer Region werden rund 150 verschiedene Ausbildungsberufe ausgebildet. Darunter auch unbekanntere Berufe, wie den/die Land- und Baumaschinenmechatroniker/in, Operationstechnische/r Assistent/in und Wasserbauer/in.

„Die Berufsberater*innen der Arbeitsagentur sind gute Lotsen im Dickicht der Berufsmöglichkeiten. Sie können im persönlichen Gespräch mit den Jugendlichen die zu ihren Stärken passenden Berufe finden.“

Ausblick

Die Berufsberater*innen der Arbeitsagentur stehen mit den Schulen in unserem Landkreis in Kontakt. „In vielen Schulen können wir aktuell noch Sprechstunden anbieten“, berichtet Wegner. „Das ist uns sehr wichtig, denn den Schülerinnen und Schülern der jetzigen Abschlussjahrgänge fehlt eine wichtige Phase der Berufsorientierung. Viele Angebote, wie Berufsmessen und berufskundliche Veranstaltungen konnten seit März nicht im gewohnten Umfang durchgeführt werden. Auch einigen Betrieben ist es aufgrund der Pandemie nicht möglich, Praktikumsplätze anzubieten.“

Wer im nächsten Jahr seinen Abschluss macht und noch keinen Kontakt mit der Berufsberatung hat, sollte keine Zeit mehr verlieren. Denn in einigen Berufsgruppen, wie der öffentlichen Verwaltung oder auch bei Banken und dualen Studiengängen, enden die Bewerbungsfristen oft noch in diesem Jahr. Außerdem unterstützt die Berufsberatung bei der Stellensuche, hilft bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und kann auch finanzielle Unterstützung anbieten.

Info

Jugendliche können unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 einen Beratungstermin vereinbaren. Hier erhalten sie auch Informationen zu den Unterstützungsmöglichkeiten.

Für die Meldung von Ausbildungsplätzen und bei Fragen zur den Fördermöglichkeiten für Unternehmen können Personalverantwortliche die kostenfreie Arbeitgeberservice-Rufnummer 0800 4 5555 20 nutzen.