29.03.2019 | Presseinfo Nr. 16

10-Prozent-Marke bereits im März unterschritten

„Aktuell sind 11.006 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet“, so Heiko Miraß, Chef der Agentur für Arbeit Greifswald. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang von 1.439 Personen beziehungsweise 11,6 Prozent. „Die Entwicklung ist für den Frühjahrsbeginn durchaus typisch“, erläutert Miraß. Besonders erfreut den Agenturchef, dass die Arbeitslosenquote bereits jetzt die 10-Prozent-Marke unterschritten hat. Aktuell liegt sie bei 9,5 Prozent. „Das ist der niedrigste März-Wert seit der Wiedervereinigung“, so Miraß. Noch vor einem Jahr lag die Quote bei 10,6 Prozent.
Die Vorboten der Saison machen sich mit einem Minus von 860 beziehungsweise 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bemerkbar. „Mit Blick auf das Osterfest, das in diesem Jahr erst Mitte April liegt, ist das ein sehr guter Frühjahrauftakt für den Arbeitsmarkt“, so Miraß. 
 

Besonders erfreulich ist, dass der positive Trend alle Alters- und Personengruppen erreicht. Im Berichtsmonat nahmen 1.326 Menschen eine Beschäftigung auf. Aufgrund der steigenden Nachfrage aus dem Baubereich und der Landwirtschaft profitieren die Männer am meisten von der Frühjahrsbelebung. Sie tragen mit rund 65 Prozent den größten Anteil zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit bei.

Im Berichtsmonat März befanden sich 877 Männer und Frauen in einer beruflichen Weiterbildung oder Umschulung, 108 mehr als vor einem Jahr. Bei 671 Personen wurde berufliche Wiedereinstieg zum Beispiel mit einem finanziellen Zuschuss unterstützt.

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

Anklam 11,3 Prozent, Greifswald 7,7 Prozent, Pasewalk 12,9 Prozent, Ueckermünde 10,5 Prozent, Wolgast 9,5 Prozent

Im gesamten Agenturbezirk sank die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um     11,6 Prozent. Am stärksten fiel der Rückgang mit minus 20,2 Prozent in der Geschäftsstelle Anklam aus.

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im März 4.062 Arbeitslose und damit 388 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.944 arbeitslose Personen verantwortlich, 1.051 weniger als im März 2018. 

SGB III         - 8,7 Prozent

SGB II          - 13,1 Prozent

Stellenmarkt

Der Stellenzugang blieb mit 626 neuen Arbeitsangeboten weiter auf hohem Niveau. Der Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcentern betreuten aktuell 2.488 Stellen.

Die größte Nachfrage stammt aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung 518). Diese Angebote doppeln sich jedoch zum Teil mit den Bedarfen aus dem Gastgewerbe (341), dem verarbeitenden Gewerbe (335), Gesundheits- und Sozialwesen (252), aber auch dem Handel, mit 248 Offerten.

Die Arbeitgeber bieten fast ausschließlich (98 Prozent) sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten, meist zur sofortigen Besetzung (89,9 Prozent). Bei 2.057 Arbeitsstellen (82,7 Prozent) handelt es sich um unbefristete Beschäftigungsangebote. In 2.093 Fällen suchen Unternehmer Vollzeitkräfte.

Ausbildungsmarkt

Die Situation am Ausbildungsmarkt hat sich in den letzten Jahren komplett verkehrt. „Viele Eltern kennen noch Zeiten, in denen die jungen Menschen für eine Ausbildung oder zum Arbeiten die Region verlassen mussten“, so Miraß. Das Gegenteil sei heute der Fall. „Jeder Jugendliche wird hier gebraucht!“, erklärt der Arbeitsmarktexperte. Arbeitgeber aus nahezu allen Branchen haben der Arbeitsagentur insgesamt bereits 1.628 Ausbildungsstellen für den Ausbildungsstart im Sommer gemeldet. Demgegenüber standen im Berichtsmonat März 1.006 Bewerberinnen und Bewerber.

„Die jungen Menschen können heute oftmals unter mehreren Angeboten wählen“, so Miraß. Unternehmen, die bereits einen Azubi gefunden haben, rät der Arbeitsmarktexperte dranzubleiben. „Versuchen Sie, ihre zukünftige Fachkraft bereits vor der Ausbildung, zum Beispiel durch regelmäßigen Kontakt an das Unternehmen zu binden“, so Miraß. Jungen Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder sich noch unsicher bei der Berufswahl sind, empfiehlt er einen Besuch im BiZ, dem Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit Greifswald, sowie einen Termin bei der Berufsberatung.

Ausblick

„Ich rechne in den nächsten Monaten mit einem weiteren, deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Ostern steht vor der Tür, die Arbeiten im Außenbereich sind bereits angelaufen und der hohe Stellenbestand lassen eine weiterhin robuste konjunkturelle Entwicklung erwarten“, so Miraß abschließend.