29.05.2019 | Presseinfo Nr. 27

Tiefststand von 2018 bereits unterschritten

Die Arbeitslosenquote sank von 9,3 Prozent im Mai 2018 auf 8,2 Prozent.

Stellenbesetzung wird zunehmend schwieriger
 

Im Mai präsentierte sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Vorpommern-Greifswald wiederum ausgesprochen stabil. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer sank im Mai auf 9.548 und liegt damit um 1.184 Personen unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote, im Mai 2018 noch 9,3 Prozent, ist auf 8,2 Prozent gesunken. „Damit wurde bereits der niedrigste Wert aus dem Jahr 2018 unterschritten“, so Heiko Miraß, Chef der Arbeitsagentur Greifswald. Im Oktober des letzten Jahres waren 9.769 Personen auf der Suche nach einem Job. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,4 Prozent.

 

„In einigen Branchen, wie dem Hotel- und Gaststättenwesen, dem Gesundheits- und Sozialwesen, aber auch im Handwerk und verarbeitenden Gewerbe fällt es den Unternehmen zunehmend schwerer, ihre Stellen zu besetzen“, so Miraß. Aktuell laufen die Besetzungsprozesse für insgesamt 2.462 offene Stellen. „Was uns Sorge bereitet, sind die sogenannten Vakanzzeiten“, so Miraß. Die Vakanzzeit gibt die Dauer zwischen Stellenmeldung und Besetzung an. Die durchschnittliche Vakanzzeit liegt aktuell bei 134 Tagen. Vor fünf Jahren suchten die Unternehmen in Vorpommern-Greifswald im Durchschnitt rund 100 Tage nach einem geeigneten Bewerber. Miraß appelliert daher an die Arbeitgeber, die sich abzeichnenden Personalbedarfe rechtzeitig zu melden. „Es ist immer seltener möglich, sofort einen geeigneten Bewerber vorzuschlagen“, so Miraß. Man brauche ausreichend Zeit, um arbeitslose Männer und Frauen zu qualifizieren und auf die neue Tätigkeit vorzubereiten. „Wir müssen aber auch die Potentiale, die in den Firmen schlummern, identifizieren“, so der Arbeitsmarktexperte. Dass die Agentur für Arbeit auch die Weiterbildung von Beschäftigten finanzieren und sogar ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt übernehmen kann, sollten Unternehmen noch mehr in ihren Überlegungen berücksichtigen.  

 

Insgesamt wurden im Berichtsmonat 807 Frauen und Männer in Umschulungen oder Fortbildungen auf eine neue Tätigkeit vorbereitet. 757 Menschen unterstützten die Arbeitsagentur und die Jobcenter im Zusammenhang mit der Aufnahme einer neuen Beschäftigung. 

 

 

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

 

Anklam 10,6 Prozent, Greifswald 7,2 Prozent, Pasewalk 11,7 Prozent, Ueckermünde 8,9 Prozent, Wolgast 6,3 Prozent

 

Die Zahl der arbeitslosen Personen ist in allen Geschäftsstellen gesunken. In der Geschäftsstelle Anklam fiel der Rückgang im Vergleich zum Mai 2018 mit 16,2 Prozent am stärksten aus. Der saisonale Einfluss macht sich am stärksten in der Geschäftsstelle Wolgast bemerkbar. Hier ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 15,4 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,3 Prozent.

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

 

SGB III            - 3,9 Prozent

SGB II             - 13,9 Prozent

 

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Mai 2.964 Arbeitslose und damit 120 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.584 arbeitslose Personen verantwortlich, 1.064 weniger als im Mai 2018. 

 

Stellenmarkt

 

Der Arbeitgeber-Service konnte seit Jahresbeginn 3.137 Stellen einwerben. Aktuell laufen die Besetzungsprozesse für 2.462 Arbeitsangebote. Das sind 176 oder 7,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. 

Die Arbeitgeber bieten fast ausschließlich (98 Prozent) sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten, meist zur sofortigen Besetzung (96 Prozent). Bei 2.054 Offerten (83 Prozent) handelt es sich um unbefristete Stellen.   

 

Die größte Nachfrage stammt aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (393). Diese Nachfragen doppeln sich zum Teil mit den Stellenmeldungen aus dem verarbeitenden Gewerbe (392), dem Hotel- und Gaststättenwesen (322), dem Gesundheits- und Sozialwesen (259) und dem Handel mit 261 Stellenangeboten.

 

Ausblick

 

Für die Sommermonate rechnet Heiko Miraß mit wenig Bewegung am Arbeitsmarkt. Üblicherweise kommt es dann nach der Sommerpause und mit Beginn des Ausbildungsjahres noch einmal zu einer spürbaren Zunahme der Beschäftigung.