01.07.2019 | Presseinfo Nr. 36

Arbeitslosigkeit geht weiter zurück

„In den Sommermonaten ist erfahrungsgemäß weniger Bewegung am Arbeitsmarkt“, so Klaus-Peter Köpcke, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Greifswald. Die anhaltend gute konjunkturelle Entwicklung macht die Arbeitsagentur vor allem am Vorjahresvergleich fest. Im Juni des letzten Jahres waren noch über 10.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug damals 8,8 Prozent.

Von der guten Entwicklung profitieren Menschen aus allen Berufsbereichen. „Es zeichnen sich keine Einzeleffekte ab. Unternehmen aus allen Branchen suchen Fachkräfte“, so Köpcke. „Im Gesundheitswesen dauert es inzwischen teils bis zu vier Monaten, bis Betriebe einen geeigneten Bewerber gefunden haben“, erklärt der Arbeitsmarktexperte. Auch in einigen technischen Berufen können Arbeitsagentur und Jobcenter nicht auf Anhieb eine geeignete Bewerberin oder einen geeigneten Bewerber vermitteln.

 

Endspurt am Ausbildungsmarkt

 

Die Agentur für Arbeit Greifswald hat Mitte Juni noch einmal alle Jugendlichen, die noch keine Lehrstelle für das aktuelle Ausbildungsjahr gefunden haben, eingeladen. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern sowie der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern hat die Berufsberatung gezielt über offene Lehrstellen informiert und konnte den Jugendlichen eine Vielzahl von Bewerbungsvorschlägen mitgeben.

Insgesamt waren im Juni von den insgesamt 1.742 gemeldeten Berufsausbildungsstellen noch 973 offen.

 

Wer bis jetzt noch keine Lehrstelle gefunden hat, dem rät Köpcke, sich umgehend bei der Berufsberatung zu melden. Die Bundesagentur für Arbeit bietet darüber hinaus auch Apps für junge Menschen an, die sich im Übergang von Schule zum Beruf befinden. „Mit der App ‚AzubiWelt‘ können sich Jugendliche über sämtliche Berufsbilder online informieren. Dazu gibt es Videos, Bilder und die wichtigsten Infos zum Beruf“, so Köpcke. „Man kann die App auch passend für sich einstellen und automatisch nach entsprechenden Lehrstellen suchen lassen“, erklärt er. Der Arbeitsmarktexperte sieht die digitalen Möglichkeiten als eine Bereicherung des klassischen Angebots. „Aber auch künftig wird ein gutes Gespräch oder ein Praktikum ebenso wenig ersetzbar sein wie die Orientierung auf einer Messe“, ergänzt er.

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

 

Anklam 10,3 Prozent, Greifswald 7,2 Prozent, Pasewalk 11,3 Prozent, Ueckermünde 8,9 Prozent, Wolgast 6,0 Prozent

 

In allen Geschäftsstellen ist die Zahl der arbeitslosen Personen gesunken. In der Geschäftsstelle Anklam fiel der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat mit einem Minus von 14 Prozent am stärksten aus.

Die Geschäftsstelle Wolgast weist mit 6,0 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Landkreis aus.

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

 

SGB III  - 3,5 Prozent

SGB II                   - 10,6 Prozent

 

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Juni 2.798 Arbeitslose und damit 102 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) war für die Unterstützung 6.552 arbeitsloser Personen verantwortlich, 779 weniger als im Juni 2018. 

 

Stellenmarkt

 

Die Fachkräftenachfrage blieb auch im Juni auf einem hohen Niveau.

In diesem Monat wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice 552 neue Jobangebote gemeldet. Aktuell suchen die Vermittler Arbeitnehmer für 2.433 Arbeitsangebote, 6,8 Prozent mehr als noch vor 12 Monaten.

 

Die meisten offenen Stellen wurden aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (343) gemeldet. Diese Stellenangebote doppeln sich zum Teil mit der hohen Nachfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe (353), dem Hotel- und Gaststättenwesen (326), dem Gesundheits- und Sozialwesen (284) und dem Handel mit 262 Stellenangeboten.

 

 

Ausblick

Für die nächsten zwei Monate rechnet Klaus-Peter Köpcke mit weiterhin wenig Bewegung am Arbeitsmarkt. Im September ist allerdings noch einmal ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit zu erwarten, bevor sie dann jahreszeitlich üblich wieder ansteigt.