31.07.2019 | Presseinfo Nr. 37

Sommerpause am Arbeitsmarkt

Aktuell sind 9.333 Männer und Frauen auf der Suche nach einem Job. Das sind 17 weniger als im Juni. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit im Juli bei 8,1 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vormonat unverändert geblieben.

Regelmäßig stagniert die Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten Juli und August auf dem Niveau des Frühsommers. „Viele Unternehmen schieben ihre Einstellungen bis zum Ende der Sommerpause auf. Auch Arbeitslosmeldungen zur Jahresmitte und von jungen Menschen nach der Ausbildung führen in den Sommermonaten üblicherweise zu einer Stagnation der Arbeitslosigkeit“, erklärt Katja Gottschalk, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Greifswald.

Gegenüber dem Juli des Vorjahres waren 812 Menschen weniger auf der Suche nach einem Job. Die Arbeitslosenquote betrug damals 8,8 Prozent.

 

In fast allen Alters- und Personengruppen konnten Verbesserungen der Arbeitsmarktlage verzeichnet werden.

Ein Anstieg der Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat ist bei jungen Leuten zwischen 15 und 25 Jahren festzustellen (von 9,7 auf 10,5 Prozent). Dieser ist allerdings jahreszeitlich nicht ungewöhnlich. "Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jüngeren Menschen im Juli ist üblich, da sich einige nach dem Ende von Ausbildung und Studium vorübergehend arbeitslos melden müssen. In den kommenden Monaten wird sich die Jugendarbeitslosigkeit aber wieder deutlich reduzieren", erläutert Gottschalk.

 

Auch im Juli setzten Arbeitsagentur und Jobcenter weiter ihren Schwerpunkt auf eine möglichst arbeitsmarktnahe Förderung. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 728 Frauen und Männer in Umschulungen oder Fortbildungen auf eine neue Tätigkeit vorbereitet. 876 Menschen unterstützten die Arbeitsagentur und die Jobcenter im Zusammenhang mit der Aufnahme einer neuen Beschäftigung. 

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

 

Anklam 9,5 Prozent, Greifswald 7,4 Prozent, Pasewalk 11,1 Prozent, Ueckermünde 8,7 Prozent, Wolgast 5,5 Prozent

 

Der Arbeitsmarkt stellt sich im Juli im Kreis Vorpommern-Greifswald recht unterschiedlich dar. Vergleichsweise günstig entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Ueckermünde und Wolgast; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,1 beziehungsweise 11,7 Prozent.

 

Die Agentur für Arbeit Greifswald hat zum 01.07.2019 ihre Zuständigkeiten im Nordbereich des Landkreises neu geordnet. Die Datenbasen für die Arbeitslosenzahlen und Arbeitslosenquoten in der Hauptagentur in Greifswald sowie den Geschäftsstellen Anklam und Wolgast wurden entsprechend angepasst. Um die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in diesen Geschäftsstellen interpretieren zu können, werden seit Juli Auswertungen auf der aktuellen Datenbasis zur Verfügung gestellt. 

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

 

SGB III            - 4,0 Prozent

SGB II             - 9,7 Prozent

 

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Juli 2.950 Arbeitslose und damit 123 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.383 arbeitslose Personen verantwortlich, 689 weniger als im Juli 2018. 

 

Stellenmarkt

 

Im Juli hat der Arbeitgeber-Service 452 neue Arbeitsangebote eingeworben. Für 2.346 Offerten laufen aktuell die Besetzungsverfahren.

Die größte Nachfrage stammt aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (335). Diese Stellenmeldungen doppeln sich jedoch zum Teil mit den Bedarfen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (320), dem Hotel- und Gaststättenwesen (312), dem verarbeitenden Gewerbe (311) und dem Handel mit 234 Angeboten.

Ausbildungsmarkt

 

Seit Beginn des Berichtsjahres meldeten die Unternehmen dem Arbeitgeber-Service 1.770 freie Ausbildungsstellen. Aktuell sind davon noch 881 unbesetzt. Demgegenüber stehen 443 Jugendliche, die sich noch nicht aus der Berufsberatung abgemeldet haben. Insgesamt hatten sich seit Beginn des Ausbildungsjahres 1.257 Jungen und Mädchen bei der Berufsberatung ausbildungsuchend gemeldet.

„Auch in diesem Jahr werden voraussichtlich nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden können“, prognostiziert Gottschalk. Und obwohl sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt aus Sicht der Jugendlichen entspannt hat, haben es Jugendliche ohne oder mit schwächerem Schulabschluss und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln schwerer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Um ihnen den Weg in eine Ausbildung zu ebnen, werben die Agentur für Arbeit Greifswald und die Jobcenter unter anderem für die Durchführung von Einstiegsqualifizierungen und assistierter Ausbildung. „Wir möchten Arbeitgeber ermutigen, auch diesen Jugendlichen eine Chance zu geben. Sie alle haben oft mehr drauf, als es auf den ersten Blick scheint. Denn nicht immer spiegeln sich ihre Kompetenzen in Schulnoten und Zeugnissen wider“, so Gottschalk.

 

Ausblick

 

Trotz der eher verhaltenen Entwicklung im Juli erwartet die Arbeitsagentur in den Folgemonaten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Nach dem Ferienende folgt üblicherweise noch einmal eine Herbstbelebung mit neuen Einstellungsmöglichkeiten, bevor die Arbeitslosigkeit saisonbedingt im Winter wieder ansteigen wird“, so Gottschalk mit Blick auf die Entwicklung in den nächsten Monaten.