29.08.2019 | Presseinfo Nr. 42

Arbeitsmarkttrend in Vorpommern weiter positiv

In den Sommermonaten herrscht erfahrungsgemäß wenig Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. „In vielen Betrieben wird mit Einstellungen bis nach der Sommerpause gewartet“, so Klaus-Peter Köpcke, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Greifswald. Den leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit in diesem Monat erklärt er mit dem früheren Ferienende. „Einige Unternehmen haben bereits zum August wieder Personal eingestellt“, erklärt Köpcke. Er rechnet aber damit, dass viele Unternehmen ihre Einstellungen auch in den September schieben.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 982 Personen gesunken. Damals waren noch 10.212 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,8 Prozent.

 

Fast alle Personengruppen profitierten von der insgesamt guten wirtschaftlichen Lage. Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei Langzeitarbeitslosen und der über 50-Jährigen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte hier ein Rückgang um 631 beziehungsweise 438 Personen registriert. „Durch veränderte Marktbedingungen haben zunehmend auch Bewerberinnen und Bewerber eine Chance, die bisher bereits längere Zeit arbeitslos sind. Die Entwicklung spiegelt aber auch die intensiven Bemühungen der Arbeitsagentur und der beiden Jobcenter im Landkreis, Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden“, so Köpcke.

 

Auch im August setzten Arbeitsagentur und Jobcenter weiter ihren Schwerpunkt auf eine möglichst arbeitsmarktnahe Förderung. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 718 Frauen und Männer in Umschulungen oder Fortbildungen auf eine neue Tätigkeit vorbereitet. 855 Menschen unterstützten die Arbeitsagentur und die Jobcenter im Zusammenhang mit der Aufnahme einer neuen Beschäftigung. 

 

Ausbildungsmarkt

 

Aktuell suchen Betriebe aus den verschiedensten Branchen noch Auszubildende für 677 freie Ausbildungsplätze. Darunter sind auch Berufe, die den meisten weniger bekannt sind, aber gute Berufsperspektiven bieten. Gesucht werden zum Beispiel angehende Eisenbahner/innen, Gärtner/innen, Glaser/innen, Gießereimechaniker/innen, Orthopädieschuhmacher/innen und Segelmacher/innen. „Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollten weiterhin Jugendlichen eine Chance geben, die nicht auf den ersten Blick allen formalen Anforderungen entsprechen“, so Köpcke. Die Arbeitsagentur und die Jobcenter können hier beispielsweise mit ausbildungsbegleitenden Hilfen und assistierter Ausbildung unterstützen.

Die noch 298 unversorgten Jugendlichen werden zurzeit gemeinsam mit der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer angesprochen. Im persönlichen Kontakt erhalten sie weitere Ausbildungsangebote. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater raten dabei den jungen Leuten, sich nicht auf den einen Wunschberuf zu versteifen.

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

 

Anklam 9,5 Prozent, Greifswald 7,2 Prozent, Pasewalk 10,9 Prozent, Ueckermünde 8,8 Prozent, Wolgast 5,6 Prozent

 

In allen Geschäftsstellen wurde ein Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem August 2018 registriert. Der stärkste Rückgang zum Vorjahr konnte mit 11,1 Prozent in der Geschäftsstelle Pasewalk verzeichnet werden. Am geringsten fiel die Reduzierung mit einem Minus von 8,5 Prozent in der Geschäftsstelle Ueckermünde aus.   

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

 

SGB III            - 7,3 Prozent

SGB II              - 10,6 Prozent

 

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im August 2.945 Arbeitslose und damit 233 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.285 arbeitslose Personen verantwortlich, 749 weniger als im August 2018. 

 

Stellenmarkt

 

Im August wurden insgesamt 556 neue Arbeitsangebote gemeldet. Seit Jahresbeginn konnten die Vermittler des Arbeitgeberservice 4.697 neue Stellen einwerben. Für 2.395 Offerten laufen aktuell die Besetzungsverfahren.

 

Die größte Nachfrage stammt aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (412) gemeldet. Diese Stellenmeldungen doppeln sich jedoch zum Teil mit den Bedarfen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (293), dem Gastgewerbe (281), dem verarbeitenden Gewerbe (339) und dem Handel mit 237 Stellenangeboten.

 

Die Arbeitgeber bieten fast ausschließlich (98 Prozent) sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten, meist zur sofortigen Besetzung (96 Prozent). Bei 2.069 Offerten (86 Prozent) handelt es sich um unbefristete Stellen. Für 85 Prozent suchen Unternehmer Vollzeitkräfte für die angebotenen Beschäftigungen.       

 

Ausblick

 

„Die üblicherweise nach der Sommerpause einsetzende Herbstbelebung wird im September noch einmal für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit sorgen, bevor diese spätestens ab November saisonbedingt wieder ansteigen wird“, prognostiziert Köpcke.