30.10.2019 | Presseinfo Nr. 53

Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen

Im Oktober waren 9.054 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein Anstieg um 126 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt mit 7,8 Prozent nur 0,1 Prozentpunkt über dem Septemberwert.

Allgemeine Situation

Insgesamt schätzt Andreas Wegner, Chef der Arbeitsagentur Greifswald, den Arbeitsmarkt in der Region weiterhin als stabil ein.

Noch vor einem Jahr waren 9.769 Frauen und Männer, also 715 Personen mehr, auf der Suche nach einer bezahlten Beschäftigung. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 8,4 Prozent.

 

Die Monate September und Oktober sind im Landkreis Vorpommern-Greifswald traditionell diejenigen mit der günstigsten Beschäftigungssituation. „In vielen witterungsabhängigen Unternehmen kann noch bis zum eintretenden Frost gearbeitet werden“, so Andreas Wegner. Außerdem hätten viele Jugendliche ihre Ausbildung begonnen. 

 

Von der insgesamt guten Entwicklung profitieren alle Personengruppen.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung von langzeitarbeitslosen Frauen und Männern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Anzahl der Personen, die bereits ein Jahr und länger arbeitslos sind, um 534 auf aktuell 3.438 Personen gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 13,4 Prozent. „Hier schlummert aber noch Potential“, so Andreas Wegner. Er appelliert an die Unternehmen, diese Personengruppe noch stärker bei der Stellenbesetzung zu berücksichtigen. Das seit Beginn des Jahres in Kraft getretene Teilhabechancengesetz ermöglicht den Jobcentern, Arbeitgeber, die einen Langzeitarbeitslosen einstellen, noch umfangreicher als bisher zu unterstützen. Je nach Dauer der Arbeitslosigkeit beziehungsweise des Leistungsbezuges können die Jobcenter bei öffentlichen und privaten Arbeitgebern Teile oder sogar die kompletten Lohnkosten übernehmen.

 

Im aktuellen Berichtsmonat befanden sich 761 Personen in einer beruflichen Weiterbildung. 750 Menschen unterstützten die Arbeitsagentur und die Jobcenter im Zusammenhang mit der Aufnahme einer neuen Beschäftigung, zum Beispiel durch Eingliederungszuschüsse oder Mobilitätshilfen.

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

Anklam 9,1 Prozent, Greifswald 6,9 Prozent, Pasewalk 11,0 Prozent, Ueckermünde 8,8 Prozent, Wolgast 5,5 Prozent

 

Im gesamten Agenturbezirk sank die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um 7,3 Prozent. Am stärksten fiel der Rückgang mit minus 13,7 Prozent in der Geschäftsstelle Wolgast aus.

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Oktober 2.849 Arbeitslose und damit 258 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.205 arbeitslose Personen verantwortlich, 457 weniger als im Oktober 2018. 

 

SGB III         - 8,3 Prozent

SGB II          - 6,9 Prozent

 

Stellenmarkt 

Die Stellenmeldungen liegen mit 482 neuen Offerten auf einem hohen Niveau. Aktuell laufen die Besetzungsverfahren für 2.327 offene Stellen.

 

Die größte Nachfrage stammt aus dem verarbeitenden Gewerbe (354), dem Gesundheits- und Sozialwesen (287), dem Handel (225) und dem Gastgewerbe mit 212 Offerten.

 

Die Arbeitgeber bieten fast ausschließlich (98,0 Prozent) sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten, meist zur sofortigen Besetzung (96,6 Prozent). Bei 2.023 Offerten (86,9 Prozent) handelt es sich um unbefristete Stellen. Für 1.983 Prozent suchen Unternehmer Vollzeitkräfte für die angebotenen Beschäftigungen.        

 

Ausblick

Für den November erwartet die Agentur für Arbeit Greifswald einen jahreszeitlich bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Ab November werden sich insbesondere Arbeitskräfte aus den touristisch geprägten Branchen arbeitslos melden“, prognostiziert Wegner. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften sei allerdings ein positives Signal für den Arbeitsmarkt, so Wegner.