29.11.2019 | Presseinfo Nr. 60

Arbeitslosigkeit im November leicht gestiegen

„Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist für den November saisontypisch“, so Andreas Wegner, Chef der Arbeitsagentur Greifswald. „Zum Ende der Saison melden sich insbesondere Menschen aus der Tourismusregion Usedom arbeitslos“, erläutert Wegner. Dieser Anstieg fällt seit Jahren immer geringer aus. Im Jahr 2013 verzeichnete die Arbeitsagentur Greifswald von Oktober zu November einen Anstieg von rund 1.300 arbeitslos gemeldeten Personen. „Wir beobachten, dass in typischen Saisonberufen weniger entlassen wird, weil es immer schwerer wird, zum Frühjahr wieder gute Leute zu finden“, erläutert Wegner.

Erfreulich sei auch der Vorjahresvergleich. Gegenüber November 2018 sind aktuell 1.114 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag vor einem Jahr noch bei 8,8 Prozent.

 

Mit Blick auf den Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember macht Andreas Wegner insbesondere auf das Beschäftigungspotential dieser Personengruppe aufmerksam. „Viele Arbeitgeber engagieren sich bereits bei der Integration von Menschen mit Handicap“, so Wegner. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen ist rückläufig und die Beschäftigtenzahlen steigen. „Dennoch profitieren Menschen mit Behinderung noch nicht im gleichen Umfang von der wirtschaftlich guten Entwicklung wie Menschen ohne Behinderung“, erklärt Wegner. Im Agenturbezirk sind aktuell 629 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. „Sie sind meist gut qualifiziert und hochmotiviert“, weiß der Arbeitsmarktexperte. Rund dreiviertel aller arbeitslosen Menschen mit einer Schwerbehinderung haben eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung. Er appelliert besonders an die Personalverantwortlichen, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben und macht auf die zahlreichen Unterstützungsangebote und finanziellen Fördermöglichkeiten der Arbeitsagentur aufmerksam. „Handicaps können fast immer organisatorisch oder durch moderne Technik ausgeglichen werden. Auf dem richtigen Arbeitsplatz und mit der passgenauen Unterstützung sind Menschen mit Handicap genauso leistungsfähig und motiviert wie nicht-behinderte Menschen“, erklärt Wegner. 

 

Im aktuellen Berichtsmonat bereiteten sich 856 Personen in einer beruflichen Weiterbildung auf den beruflichen Wiedereinstieg vor und 692 Beschäftigungsverhältnisse wurden mit einem Eingliederungszuschuss beziehungsweise Gründungszuschuss gefördert.

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

 

Anklam 9,3 Prozent, Greifswald 6,8 Prozent, Pasewalk 10,9 Prozent, Ueckermünde 9,1 Prozent, Wolgast 6,7 Prozent

 

„Regelmäßig melden sich zum Ende der Saison insbesondere Menschen aus der Tourismusregion Usedom arbeitslos“, erläutert Wegner. Allein im Zuständigkeitsbereich der Geschäftsstelle Wolgast, wozu auch große Teile Usedoms gehören, wurden gegenüber dem Vormonat 271 arbeitslose Menschen mehr gezählt. Die Arbeitslosenquote stieg dort von 5,5 auf 6,7 Prozent.

 

Im Vorjahresvergleich wurden die stärksten Rückgänge mit minus 11,9 bzw. minus 8,9 Prozent in den Geschäftsstellen Wolgast und Pasewalk registriert. In der Geschäftsstelle Ueckermünde fiel der Rückgang mit minus 3,7 Prozent vergleichsweise gering aus.  

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

 

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im November 3.166 Arbeitslose und damit 277 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.170 arbeitslose Personen verantwortlich, 555 weniger als im November 2018. 

 

SGB III         - 8,0 Prozent

SGB II          - 8,3 Prozent

 

Stellenmarkt

 

Im November konnten 506 neue Arbeitsangebote eingeworben werden. Insgesamt betreuen die Vermittlerinnen und Vermittler des Arbeitgeberservice aktuell 2.211 Offerten, 12,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

 

Die größte Nachfrage stammt aus dem verarbeitenden Gewerbe (355), dem Gesundheits- und Sozialwesen (275), dem Handel (211) und dem Gastgewerbe mit 213 Offerten.

 

Die Arbeitgeber bieten fast ausschließlich (98 Prozent) sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten, meist zur sofortigen Besetzung (93 Prozent) und in Vollzeit (86 Prozent). Bei 1.948 Offerten (88 Prozent) handelt es sich um unbefristete Stellen.

 

Ausblick

 

Zum Jahresende wird die Arbeitslosigkeit saisonal bedingt weiter ansteigen. „Mit dem ersten Wintereinbruch wird es auch aus den im Außenbereich tätigen Branchen vermehrt zu Arbeitslosmeldungen kommen“, prognostiziert Wegner.