30.01.2020 | Presseinfo Nr. 8

Arbeitslosigkeit steigt jahreszeitbedingt an

„Die Entwicklung am Arbeitsmarkt verläuft saisontypisch“, erklärt Andreas Wegner, Chef der Arbeitsagentur Greifswald. „Die Winterpause in saisonal geprägten Bereichen und die üblichen Entlassungen zum Jahresende lassen die Arbeitslosigkeit ansteigen“, erläutert er.

Der Agenturchef macht in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf das Saison-Kurzarbeitergeld aufmerksam. Das Saison-Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der Arbeitsagenturen für Unternehmen im Baugewerbe, Garten- und Landschaftsbau, die Dachdecker und die Gerüstbauer. Es kann während der Schlechtwetterzeit in Anspruch genommen werden, um Beschäftigte bei witterungsbedingten Arbeitsausfällen im Betrieb zu halten. „Bisher gab es zwar nur an wenigen Tagen Frost, dennoch können viele Außenarbeiten bei niedrigen Temperaturen und Feuchtigkeit nicht ausgeführt werden“, so Wegner.  

 

„Insgesamt ist der Arbeitsmarkt in Vorpommern-Greifswald in guter Verfassung“, so Wegner. Von Januar zum Dezember verzeichnet die Arbeitsagentur regelmäßig den höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser fällt mit 900 Personen in diesem Jahr vergleichsweise gering aus. Die gute Entwicklung wird auch beim Vorjahresvergleich deutlich. Gegenüber Januar 2019 sind aktuell 1.131 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 10,3 Prozent.

 

Im Berichtsmonat befanden sich 877 Personen in einer beruflichen Weiterbildung. Das sind 34 mehr als im Vorjahr. 638 Beschäftigungsverhältnisse wurden mit einem Eingliederungszuschuss beziehungsweise Gründungszuschuss gefördert.

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen   

Anklam 10,8 Prozent, Greifswald 7,3 Prozent, Pasewalk 12,4 Prozent, Ueckermünde 10,5 Prozent, Wolgast 8,8 Prozent

 

In allen Geschäftsstellen konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang des Bestandes an arbeitslos gemeldeten Frauen und Männern verbucht werden. In den Regionen Anklam und Wolgast fiel der Rückgang mit minus 11,8 beziehungsweise 13,7 am deutlichsten aus.

 

„Der Saisonverlauf macht sich am stärksten auf der Insel Usedom bemerkbar. Der Großteil der Insel wird von der Geschäftsstelle Wolgast betreut. „Der Arbeitsmarkt dort unterliegt den größten Schwankungen in unserem Landkreis“, so Wegner. Diese zyklischen Schwankungen seien allerdings nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor wenigen Jahren.

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Januar 4.334 Arbeitslose und damit 431 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.443 arbeitslose Personen verantwortlich, 700 weniger als im Vorjahresmonat. 

 

SGB III         - 9,0 Prozent

SGB II          - 9,8 Prozent

 

Stellenmarkt

Im Januar wurden 459 neue Arbeitsangebote durch den Arbeitgeberservice akquiriert. Insgesamt betreuen die Vermittlerinnen und Vermittler des Arbeitgeberservice aktuell 2.166 offene Arbeitsstellen.

Die größte Nachfrage stammt aus dem verarbeitenden Gewerbe (341), dem Gastgewerbe (257), dem Gesundheits- und Sozialwesen (252), aber auch dem Handel mit 231 Offerten.

 

Ausblick

Der Arbeitsmarktexperte rechnet für den Februar mit nur wenig Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. „In den vergangenen fünf Jahren war der Januar der Monat mit der höchsten Arbeitslosigkeit“, so Wegner. Erfahrungsgemäß sei für den Saisonstart in der Gastronomie der Termin des Osterfestes entscheidend, der dieses Jahr Anfang liegt. Sofern es die Temperaturen zulassen, rechnet der Arbeitsmarktexperte aber bereits für den März mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit.