28.02.2020 | Presseinfo Nr. 12

Leichte Frühjahrsbelebung

Nach dem jahreszeitlich bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen in Vorpommern-Greifswald bereits im Februar wieder leicht rückläufig. Gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Arbeitslosigkeit um 1.222 Personen zurück. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 10,2 Prozent.

„Die Zahlen deuten auf einen anhaltend stabilen Arbeitsmarkt“, so Andreas Wegner, Chef der Arbeitsagentur Greifswald. Der insgesamt positive Trend am Arbeitsmarkt in Vorpommern-Greifswald halte an, erklärt der Arbeitsmarktexperte. „Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Februar 2010 um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Damals waren noch 22.280 Männer und Frauen in Vorpommern-Greifswald arbeitslos gemeldet“, erläutert er.

 

Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit stellt sich etwas anders dar. Im Februar waren insgesamt 939 der unter 25-Jährigen arbeitslos gemeldet. „Das sind zwar nur 17 beziehungsweise 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr, aber der Anstieg verläuft entgegen dem insgesamt positiven Trend“, so Wegner. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt für diesen Personenkreis 10,8 Prozent.

„Wir wollen jungen Menschen noch mehr beim Einstieg ins Berufsleben und auch während der Ausbildung unter die Arme greifen“, so der Agenturchef. Auf Berufsmessen, wie der Ausbildungs- und Jobmesse in Anklam am 11. März, können sich Jugendlichen, aber auch deren Eltern, über die beruflichen Möglichkeiten in der Region informieren.

Außerdem appelliert er an die Unternehmen: „Wenn Arbeitgeber Bedenken haben, dass ihr Azubi die Berufsschule nicht packen könnte oder sie das Gefühl haben, dass ihren Azubi Alltagssorgen zu sehr belasten, wenden Sie sich den Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter. Wir können helfen und unterstützen mit ausbildungsbegleitenden Hilfen, kurz abH, oder mit assistierter Ausbildung. Die Art der Hilfe wird ganz nach Bedarf auf den Jugendlichen abgestimmt. Die Leistungen reichen von der Wissensvermittlung in Allgemeinbildung oder Fachtheorie, Sprachen bis zur sozialpädagogischen Betreuung und Coaching. Auch Prüfungsvorbereitungen zählen dazu“. 

 

Der Schwerpunkt der Förderung von Arbeitsuchenden liegt weiterhin auf der Unterstützung des Einstiegs in den Arbeitsmarkt. Im Berichtmonat befanden sich 897 Personen in einer beruflichen Weiterbildung oder Umschulung und 626 Männer und Frauen wurden direkt bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unterstützt.

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

Anklam 10,8 Prozent, Greifswald 7,1 Prozent, Pasewalk 12,3 Prozent, Ueckermünde 10,4 Prozent, Wolgast 8,7 Prozent

Im Agenturbezirk stellt sich die Entwicklung des Arbeitsmarkts unterschiedlich dar. Den deutlichsten Rückgang im Vorjahresvergleich verzeichnete wiederum die Geschäftsstelle Wolgast (- 14,8 Prozent). Der vergleichsweise geringste Rückgang wurde mit einem Minus 3,7 Prozent in der Geschäftsstelle Ueckermünde registriert.

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

Die Bewerber beider Rechtskreise profitieren von dem positiven Trend. Der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit verteilt sich auf beide Rechtskreise.

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im Februar 4.265 Arbeitslose und damit 468 Menschen weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.379 arbeitslose Personen verantwortlich, 754 weniger als im Februar 2019. 

SGB III         - 9,9 Prozent

SGB II          - 10,6 Prozent

Stellenmarkt

Im aktuellen Berichtsmonat wurde der Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern bei der Besetzung von 652 neuen Arbeitsstellen eingeschaltet. Insgesamt betreuen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitgeberservice 2.167 offene Stellen.

Die größte Nachfrage stammt aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (287), dem Gastgewerbe (278), dem Handel (277), aber auch aus dem verarbeitenden Gewerbe mit 204 offenen Stellen.

Die Arbeitgeber bieten fast ausschließlich (98,2 Prozent) sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten, meist zur sofortigen Besetzung (83,5 Prozent). Bei 1.738 Offerten (81,7 Prozent) handelt es sich um unbefristete Beschäftigungsangebote. Für 1.822 Stellen suchen Unternehmer Vollzeitkräfte.

Ausblick

„Den Höhepunkt der Winterarbeitslosigkeit dürften wir überschritten haben“, so Wegner. Der Arbeitsmarktexperte rechnet für die nächsten Monate mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Spätestens zum Ostergeschäft, das in diesem Jahr Anfang April liegt, rechnet Wegner mit deutlichen Bewegungen am Arbeitsmarkt.