18.08.2020 | Presseinfo Nr. 36

Unterstützung für ausbildende Unternehmen während der Corona-Pandemie

Denn dahinter liegt ein langfristiger Trend. „In Vorpommern-Greifswald gehen jedes Jahr mehr als doppelt so viele Menschen in Rente wie gleichzeitig aus der Schule kommen“, erklärt Klaus-Peter Köpcke, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Greifswald. In die eigene Ausbildung zu investieren sei der Königsweg bei der Fachkräftesicherung, so der Arbeitsmarktexperte. „Die Ausbildungsprämie ist eine zusätzliche Motivation für Betriebe, weiterhin in Ausbildung zu investieren.“ So sollen Betriebe unterstützt werden, die in dieser schwierigen Zeit ihr Ausbildungsengagement beibehalten oder gar erhöhen. 
 

Die Bundesregierung hat dafür das Ausbildungsprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ für klein und mittelständische Unternehmen (KMU) ins Leben gerufen. Danach erhalten Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die von der Corona-Krise erheblich betroffen sind, in vier Fallkonstellationen Zuschüsse: Wenn das Ausbildungsangebot nicht verringert wird, wenn sogar zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden, wenn Azubis von der Kurzarbeit ausgenommen werden und wenn Azubis anderer Betriebe, die pandemiebedingt Insolvenz anmelden mussten, übernommen werden.

Gerade jetzt, zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres, kann die Ausbildungsprämie die Entscheidung der Betriebe, neue Ausbildungsverhältnisse abzuschließen, unterstützen. Auf den Zeitpunkt des Abschlusses des Ausbildungsvertrags kommt es im Übrigen nicht an. Entscheidend ist, dass der Ausbildungsbeginn zwischen dem 1. August 2020 und dem 15. Februar 2021 liegt.

 

Unternehmen, die genauso viele Azubis einstellen wie durchschnittlich in den vergangenen drei Jahren, erhalten 2.000 Euro pro abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Unternehmen, die über dem Niveau der Vorjahre ausbilden, erhalten für jeden zusätzlichen Ausbildungsvertrag eine Ausbildungsprämie in Höhe von 3.000 Euro. In beiden Fällen wird die Prämie einmalig nach erfolgreicher Probezeit ausgezahlt.

Die Summe von 3.000 Euro können auch kleine und mittelständische Unternehmen in Form einer Ausbildungs- bzw. Übernahmeprämie erhalten, wenn sie Auszubildende aus Betrieben übernehmen, die in der Pandemie Insolvenz anmelden müssen.

 

Einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung gibt es, wenn Unternehmen ihre Auszubildenden sowie deren Ausbilderinnen und Ausbilder nicht in Kurzarbeit schicken.

 

Förderbar sind Berufsausbildungen in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen.

 

Die Anträge werden bei der zuständigen Agentur für Arbeit gestellt.

 

Informationen und Antragsunterlagen sind auf der Internetseite https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen eingestellt. Für weitere Fragen können die Unternehmen ihre persönlichen Ansprechpartner beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur erreichen oder sie wählen die kostenlose Servicenummer 0800 4 5555 20.