30.09.2020 | Presseinfo Nr. 41

Wieder knapp unter 10.000 Arbeitslose

Die Covid-19 Pandemie macht sich weiterhin auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Aber es gibt positive Signale, obwohl die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.000 Personen angestiegen ist.

„Vor der Covid-19 Pandemie war der Arbeitsmarkt in einer sehr guten Verfassung. Die Arbeitslosigkeit sank seit einigen Jahren kontinuierlich“, so Andreas Wegner, Leiter der Arbeitsagentur Greifswald. Im September 2018 registrierte die Arbeitsagentur Greifswald erstmals weniger als 10.000 Arbeitslose. Ein Jahr später sogar weniger als 9.000 arbeitslose Menschen.

Seit April dieses Jahres übersteigt die Arbeitslosigkeit das Vorjahresniveau. „Die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie haben dem Arbeitsmarkt einen Dämpfer verpasst“, erläutert Wegner. Erfreulich sei aber, dass der Abstand immer kleiner wird. „Der Arbeitsmarkt in Vorpommern-Greifswald erholt sich in kleinen Schritten“, so Wegner. Im Mai 2020 registrierte die Arbeitsagentur 1.750 (18,3 Prozent) mehr Arbeitslose als im Vorjahresmonat, aktuell sind es 1.000 beziehungsweise 11,2 Prozent mehr arbeitslose Menschen als im September 2019.

 

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im September noch einmal angestiegen. Sie liegt mit 498 neuen Arbeitsangeboten 6,4 Prozent über dem Vorjahresmonat. „Die Arbeitgeber suchen zum Teil händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften“, erklärt Wegner.

Die Arbeitsagentur Greifswald und die IHK Neubrandenburg unterstützten bereits einige Unternehmen in Vorpommern-Greifswald bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten. „Unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten für eine Weiterbildung von Beschäftigten ganz oder teilweise übernommen werden“, so Wegner. Ein bereits in den vergangenen Jahren erprobtes Programm für Beschäftigte im Gastgewerbe startet am 01. November. Über die ‚berufsanschlussfähige Teilqualifizierung‘ erhalten Beschäftige die Möglichkeit, einen neuen Berufsabschluss als Koch/Köchin, Hotelfachmann/-frau oder Restaurantfachmann/-frau zu erwerben.

Auch Unternehmen, die Kurzarbeit angezeigt haben, können die Zeit der Kurzarbeit für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten nutzen.

 

Kurzarbeit

Bei der Kurzarbeit kamen nur noch wenige Betriebe dazu. Im August waren es 11 Betriebe, die für 128 Beschäftigte Kurzarbeit neu angezeigt haben.

Da eine Anzeige die Voraussetzung für eine spätere Abrechnung ist, sollten die Unternehmen ihren jeweiligen Bewilligungszeitraum im Blick behalten, rät der Agenturleiter.

 

„Nach dem aktuellen Stand rechneten für Mai 1.749 Betriebe für 11.665 Beschäftigte Kurzarbeit ab“, so Wegner. Damit waren rund 14 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen (Stand März 2020: 81.732 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Landkreis Vorpommern-Greifswald).

(zum Vergleich die aktuelle Hochrechnung für April: 1.985 Betriebe; 12.528 Kurzarbeiter)

 

Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen

 

Anklam 10,0 Prozent, Greifswald 7,0 Prozent, Pasewalk 12,4 Prozent, Ueckermünde 10,3 Prozent, Wolgast 6,6 Prozent

 

Im Agenturbezirk entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im September relativ einheitlich. In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Zunahme zu verzeichnen. In der Geschäftsstelle Wolgast, wozu auch die Kaiserbäder gehören, wurde im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 22,6 Prozent der höchste Anstieg registriert. Aktuell verzeichnet Wolgast mit 6,6 Prozent aber auch die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk.

Die Arbeitslosenquote in der Geschäftsstelle Greifswald liegt mit 7,0 Prozent auf dem Vorjahresniveau.  

 

Unterschiede zwischen den Rechtskreisen im Vorjahresvergleich

 

SGB III            + 36,3 Prozent

SGB II             - 0,1 Prozent

 

Die Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III, Arbeitslosenversicherung) betreute im August 3.790 Arbeitslose und damit 1.009 mehr als vor einem Jahr. Die Jobcenter (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) waren für 6.138 arbeitslose Personen verantwortlich, 9 weniger als im September 2019. 

 

Stellenmarkt

Im September hat der Arbeitgeber-Service 498 neue Arbeitsangebote eingeworben. Die Unternehmen aus der Region suchen aktuell für 1.994 Arbeitsstellen sofort eine Arbeitskraft.

Die größte Nachfrage stammt aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (318), dem Hotel- und Gaststättenwesen (268), dem Handel (228) und dem verarbeitenden Gewerbe mit 164 Angeboten.

Dahinter verbergen sich ganz unterschiedliche Stellenangebote, von der/vom Buchhalter/in bis zur/zum Zahntechniker/in.

 

Ausbildungsmarkt 

Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, haben aktuell noch gute Chancen. „Auch wenn das reguläre Ausbildungsjahr bereits gestartet ist, ist es noch nicht zu spät“, so Wegner. „Ein Ausbildungsbeginn ist auch jetzt noch möglich“, erklärt er. Die Unternehmen seien bereit, auch bis in den Herbst hinein noch Auszubildende einzustellen. Umso wichtiger sei es, jetzt keine Zeit mehr zu verlieren, appelliert Wegner an die Jugendlichen. Er rät ihnen, sich mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur in Verbindung zu setzen. „Die Berufsberatung hilft jungen Menschen dabei, den richtigen Beruf zu finden und unterstützt sie bei der Suche eines Ausbildungsplatzes.“

Jugendliche können unter der kostenlosen Service-Nummer 0800 4 5555 00 einen Termin bei der Berufsberatung vereinbaren.

 

Die Unternehmen suchen unter anderem noch Auszubildende als Baugeräteführer/in, Gießereimechaniker/in, Orthopädieschuhmacher/in, Präzisionswerkzeugmechaniker/in, Steuerfachangestellte und vieles mehr. 

 

Ausblick

Der Agenturleiter schaut verhalten optimistisch auf die nächsten Monate. „Viele Arbeitgeber signalisieren uns, dass sie ihr Personal halten wollen. Denn es wird für viele Unternehmen zunehmend schwieriger Fachkräfte zu gewinnen“, so Wegner. „Wie es am Arbeitsmarkt weitergeht, hängt allerdings auch stark von der Entwicklung der Covid-19 Pandemie ab“, so Wegner abschließend.