Die Arbeitsmarktentwicklung im März 2022 in der Stadt Hagen

Arbeitsmarktbelebung setzt sich fortZunahme der Beschäftigung auf über 72 000 Die bereits im Februar eingesetzte Belebung auf dem Hagener Arbeitsmarkt hat sich im März fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 97 oder 0,9 Prozent auf 11.068. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,1 Punkte auf 10,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es 12,1 Prozent und knapp 1.300 Arbeitslose mehr.

31.03.2022 | Presseinfo Nr. 16

„Die vergangenen vier Wochen haben die saisonale Trendwende auf dem Arbeitsmarkt stabilisiert, die Zahl arbeitsloser Menschen ist weiter zurückgegangen, und zwar in beiden Rechtskreisen“, beschreibt Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, die aktuelle Entwicklung. „Auswirkungen von Corona und Ukraine-Krieg sind aktuell am heimischen Arbeitsmarktgeschehen kaum erkennbar. Wir können davon ausgehen, dass die Lage mit dem Frühjahr noch besser wird. Eine gute Nachricht gibt es auch zur Beschäftigungsentwicklung. Nach den neuen Daten ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hagen innerhalb eines Jahres um fast 1.000 auf über 72.000 gestiegen.“

Auch im März entwickelten sich beide Rechtskreise parallel. 2.246 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (70 oder 3,0 Prozent weniger als im Vormonat), 8.822 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (27 oder 0,3 Prozent weniger). Die Entwicklung in den Zielgruppen war hingegen durchaus unterschiedlich. Bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren gab es einen Rückgang um 23 oder 2,5 Prozent auf 885. Bei den Älteren über 50 Jahren wiederum war es eine Zunahme um 25 oder 0,7 Prozent auf 3.668. Bei arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung waren es gerade fünf oder 0,6 Prozent mehr auf nunmehr 869. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank um 52 oder 0,9 Prozent auf 5.799, wobei sich das Vorzeichen des bisher ungünstigen Vorjahresvergleich erstmals wieder gedreht hat. Dies bedeutete 93 oder 1,6 Prozent Langzeitarbeitslose weniger als vor genau einem Jahr. Bei ausländischen Arbeitslosen war es ein aktueller Rückgang um 73 oder 1,5 Prozent auf 4.939.

Kräftenachfrage schwächer als im Vormonat
Im März gab es nur 257 Stellenmeldungen von Hagener Unternehmen. Das waren 144 oder 35,9 Prozent weniger als im Vormonat und auch 49 oder 16,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Einmal mehr wurde damit klar, dass der Februar außergewöhnlich gut war und bereits einiges an Meldungen vorweggenommen hat. Die größte Kräftenachfrage hatten Personaldienstleister (75 gemeldete Stellen), der Handel (35) und das verarbeitende Gewerbe (28). Es folgten freiberufliche Arbeit-geber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 27 Stellen für Assistenzkräfte) und das Gesundheits- und Sozialwesen (27). Die Logistik hatte 22 Angebote, der Bereich Erzie-hung und Unterricht zehn. Die öffentliche Verwaltung meldete aktuell nur sieben Stellen. Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen ging gegenüber Februar um 113 oder 5,6 Prozent auf 1.895 zurück, stieg aber in Relation zum Vorjahresmonat um 449 oder 31,1 Prozent.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme
Im März zeigten nur noch 16 Hagener Unternehmen für 228 potentiell betroffene Arbeitnehmer Kurzarbeit neu an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit in der Volmestadt fast 3.000 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für rund 46.000 potentielle Kurzarbeiter. Im gesamten Bezirk, also inklusive Ennepe-Ruhr-Kreis, waren es 7.700 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für Oktober liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeiter-geld an 210 Betriebe für rund 1.510 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als zu Beginn der Pandemie.

Gesamteinschätzung
„Die neuen geopolitischen Risiken wirken sich zum Glück derzeit nicht besonders auf den heimischen Arbeitsmarkt aus“, so Katja Heck weiter. „Unser vordringliches Problem sind sowieso nicht Corona oder der Ukraine-Krieg und die Folgen, sondern der vorherr-schende und immer weiter zunehmende Fachkräftemangel. Ist das benötigte Personal nicht zu finden, muss man seine eigenen Leute entsprechend qualifizieren. Auf ein ver-netztes Qualifizierungsmanagement wird es in Zukunft ankommen. Es wird ein Kraftakt aller notwendig sein, den Fachkräftebedarf in den Unternehmen zu identifizieren und die Beschäftigten zu überzeugen, ihre Kompetenzen zukunftsgerichtet weiterzuentwickeln.“

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