Günstige saisonale Entwicklung Anstieg der Arbeitslosigkeit deutlich geringer

Der saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit vom Jahresanfang im Ennepe- Ruhr-Kreis fiel bereits im Februar deutlich geringer aus. Die Zahl der Arbeitslosen stieg nur noch um 94 oder 0,8 Prozent auf 12.286, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent. Vor zwölf Monaten gab es fast 2.000 Arbeitslose weniger, die Quote lag bei 5,9 Prozent.

01.03.2023 | Presseinfo Nr. 10

Die Arbeitsmarktentwicklung im Februar 2023 im Ennepe-Ruhr-Kreis

„Wir haben eine saisontypische, aber dabei auch günstige Entwicklung. Die höchste Arbeitslosigkeit des Jahres liegt mit großer Wahrscheinlichkeit bereits hinter uns. In vielen Jahren reichte der Anstieg am Jahresanfang bis in den Februar. Aktuell war dieser erfreulich gering“, so Agenturchefin Katja Heck. „Der heimische Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil und profitiert von dem milden Winter. Die Arbeitskräftenachfrage zeigt schon wieder Bewegung. Insgesamt ist die Ausgangslage für eine spürbare Frühjahrsbelebung günstig.“

Die beiden Rechtskreise entwickelten sich weiterhin parallel. 3.388 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (35 oder 1,0 Prozent mehr als im Vormonat), 8.898 wurden durch das Jobcenter EN betreut (59 oder 0,7 Prozent mehr). In fast allen Zielgruppen
stiegen die Erwerbslosenzahlen: Die Zahl von jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren stieg um 56 oder 5,1 Prozent auf 1.163. Bei den Älteren über 50 Jahren gab es dagegen einen Rückgang um neun oder 0,2 Prozent auf 4.017. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten
Ausländer stieg um elf oder 0,2 Prozent auf 4.539. Bei arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung war es auch nur ein kleiner Anstieg um vier oder 0,4 Prozent auf nunmehr 984. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm um 28 oder 0,6 Prozent auf 4.726 zu. Damit waren es aktuell 356 oder 8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Kräftenachfrage im Februar belebt
Der Kräftebedarf der heimischen Unternehmen hat sich nach dem Jahreswechsel in- zwischen wieder erhöht. Im Kreis wurden 336 Stellen gemeldet, 161 oder 92,0 Prozent mehr als im Januar, zugleich aber auch 51 oder 13,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Die größte Kräftenachfrage hatte dabei noch das verarbeitende Gewerbe (38 Stellen), gefolgt von Personaldienstleistern (35), freiberuflichen Arbeitgebern (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 23 Stellen für Assistenzkräfte), dem Handel (18), dem Gesundheits- und Sozialwesen (13) und dem Bereich Telekommunikation (10). Das Baugewerbe meldete acht Stellenangebote, die öffentliche Verwaltung sieben.
Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen sank gegenüber Januar um fünf oder 0,3 Prozent auf 1.779 und in Relation zum Vorjahr sogar um 601 oder 25,3 Prozent.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme
Im Februar zeigten im gesamten Bezirk nur 13 Unternehmen Arbeitsausfälle für 122 Personen an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit im Kreis über 4.700 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für rund 60.000 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Im gesamten Bezirk, also inklusive der Stadt Hagen, waren es 7.700 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für September liegen inzwischen Daten zur effektiven Inanspruchnahme für den Kreis vor. Danach wurde nur Kurzarbeitergeld an 52 Betriebe für 664 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als noch zu Beginn der Pandemie.

Lokale Besonderheiten:
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich regional mehrheitlich in dieselbe Richtung – erneut mit zwei Ausnahmen: In Gevelsberg (- 9 auf 1.086) und Sprockhövel (- 14 auf 551 Arbeitslose) gab es Rückgänge. Alle anderen Städte hatten steigende Erwerbslosen-zahlen: Herdecke (+ 6 auf 638), Breckerfeld (+ 8 auf 193), Ennepetal (+ 12 auf 1.096), Hattingen (+ 15 auf 1.888), Witten (+ 21 auf 4.638), Schwelm (+ 26 auf 1.419) und Wetter (+ 29 auf 777).
Die Arbeitslosigkeit in den EN-Städten ist aktuell durchschnittlich um 19,3 Prozent höher als vor genau einem Jahr.

Gesamteinschätzung
Die aktuelle Entwicklung ist günstig und saisontypisch. Üblich ist zu dieser Jahreszeit auch der etwas verstärkte Zugang von jüngeren Arbeitslosen nach Beendigung der zwei- und dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen. Die jungen Menschen melden sich nach dem Ende der Ausbildungszeit nur für eine Übergangszeit arbeitslos. Sie können sicher sein, dass sie aufgrund der Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften kurzfristig in Arbeit kommen werden“, so Katja Heck weiter. „Der aktuelle Anstieg an neuen Stellen belegt, dass es einen kontinuierlichen Bedarf an Fachkräften gibt. Dies rückt auch die Ausbildung als die wesentliche Säule der Kräftegewinnung immer wieder in den Fokus. Gerade vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Fachkräfteproblems ist es immens wichtig, dem Rückgang bei den Ausbildungsverträgen entgegen zu wirken. Hier muss es einen deutlichen Schub geben. Dafür werden wir in diesem Monat mit der „Woche der Ausbildung“ erneut wichtige Impulse setzen.“

Download gesamte Presseinfo