Die Arbeitsmarktentwicklung im Mai 2023 in der Stadt Hagen

Schwache saisonale Belebung Keine nachhaltige Arbeitsmarktentlastung

31.05.2023 | Presseinfo Nr. 24

Der Mai brachte nur eine schwache Belebung für den Hagener Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen sank geringfügig um 56 oder 0,5 Prozent auf 11.566, die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 11,3 Prozent. Vor einem Jahr gab es in der Volmestadt 738 Arbeitslose weniger, die Quote lag bei 10,7 Prozent. 

„Wir erleben eine späte und schwache Belebung, einen kleinen saisontypischen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Leider ist die Kräftenachfrage aktuell untypisch schwach. Positiv hervorzuheben ist aber, dass es im Mai in Hagen keine einzige Anzeige von Kurzarbeit gegeben hat“, so Katja Heck, Chefin der Agentur für Arbeit Hagen. „Doch es wird unsicherer. Eine nachhaltige Belebung ist nicht zu erwarten, da im Juni die frühen Sommerferien beginnen. Die Aufnahmefähigkeit des heimischen Arbeitsmarktes könnte auch vor dem Hintergrund der Rezession und der weiteren bekannten, negativen Einflussfaktoren bald zurückgehen.“

Die beiden Rechtskreise entwickelten sich aktuell uneinheitlich. 2.516 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (70 oder 2,7 Prozent weniger als im Vormonat), 9.050 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (14 oder 0,2 Prozent mehr). Bei den Zielgruppen war die Entwicklung der Erwerbslosenzahlen überwiegend günstig. Nur bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren änderte sich aktuell mit 866 fast gar nichts (+1 oder 0,1 Prozent), ebenso die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer mit 5.518 (+1 oder 0,02 Prozent). Im Übrigen gab es Rückgänge. Bei den Älteren über 50 Jahren war es eine Abnahme von 23 oder 0,6 Prozent auf 3.820, bei den arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung waren es mit 899 genau 15 oder 1,6 Prozent weniger. Bei den Langzeitarbeitslosen gab es Bewegung: mit 5.340 waren es 98 oder 1,8 Prozent weniger als im April, gleichzeitig 276 oder 4,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Kräftenachfrage schwach 
Der Kräftebedarf der heimischen Unternehmen war im Mai außerordentlich schwach. In Hagen wurden 251 Stellen gemeldet, 93 oder 27,0 Prozent weniger als im April, zugleich 55 oder 18,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. 
Die aktuell höchste Kräftenachfrage hatten freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 49 Stellen für Assistenzkräfte), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (35), der öffentlichen Verwaltung (33), den Personaldienstleistern (31, nach 129 im April), dem verarbeitenden Gewerbe (28) und dem Handel (26). Das Gastgewerbe hatte zwölf neue Stellen im Angebot, der Bereich Erziehung und Unterricht acht, die gesamte Logistik nur vier. 
Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen verringerte sich um 28 oder 1,5 Prozent auf 1.875 gegenüber April, in Relation zum Vorjahresmonat sogar um 135 oder 6,7 Prozent. 

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme 
Im Mai gab es in Hagen keine neuen Anzeigen von Kurzarbeit. Seit dem Beginn der Pandemie waren es in der Volmestadt fast 3.000 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für rund 47.000 potentielle Kurzarbeiter. Im gesamten Bezirk, also inklusive Ennepe Ruhr-Kreis, waren es 7.700 Anzeigen für rund 100.000 Personen. Für Dezember liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 40 Betriebe für rund 1.100 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als zu Beginn der Pandemie.

Gesamteinschätzung 
Der Arbeitsmarkt in Hagen ist noch robust, doch einige Faktoren wie Stellenmeldungen, Dynamik und so mancher Vorjahresvergleich stimmen nicht gerade optimistisch. „Das ´IAB-Arbeitsmarktbarometer´, der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, ist erneut gesunken. Es handelt sich um den zweiten Rückgang in Folge, nachdem es zuvor einen sieben Monate anhaltenden Anstieg gegeben hatte. Da bei hat das IAB auch festgestellt, dass die Langzeitarbeitslosigkeit und der Anteil von Arbeitslosen ohne Berufsausbildung deutlich zugenommen haben“, so Katja Heck weiter. „Dies zeigt einmal mehr die Bedeutung der Ausbildung. Gerade jetzt gibt es hier so viele Chancen für junge Menschen wie kaum jemals zuvor – in Hagen noch 800 unbesetzte Stellen. Und es bestätigt sich immer wieder: Da geht noch was!“ 

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