31.08.2022 | Presseinfo Nr. 52

Die Arbeitsmarktentwicklung im August 2022 im Ennepe-Ruhr-Kreis

Sondereffekt Ukraine hält weiter an Arbeitsmarkt zeigt noch keine Belebung

Der Arbeitsmarktentwicklung im Ennepe-Ruhr-Kreis spiegelte auch im August einen Sondereffekt wider. Die Zahl der Arbeitslosen stieg gegenüber dem Vormonat um 71 oder 0,6 Prozent auf 11.332, die Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent veränderte sich dadurch nicht. Vor zwölf Monaten waren es 6,6 Prozent und 207 Arbeitslose mehr.

„Die statistische Erfassung ukrainischer Flüchtlinge in die Grundsicherung war im Kreis auch im August noch im Gange“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der
Agentur für Arbeit Hagen. „Im Übrigen kommt der Arbeitsmarkt derzeit nur mit Verzögerung aus der Sommerpause. Weiterhin melden sich junge Ausbildungsabsolventen, während
die aktuelle Kräftenachfrage noch ausgesprochen schwach ist. Erfreulich ist aber, dass auch die Abgänge in Ausbildung deutlich gestiegen sind. Grundsätzlich bleibe ich für den Herbst optimistisch – bei aller Vorsicht wegen der vielen aktuellen politischen Risiken.“

Die beiden Rechtskreise entwickelten sich sehr unterschiedlich. 3.141 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (145 oder 4,4 Prozent weniger als im Vormonat), 8.191 wurden
durch das Jobcenter EN betreut (216 oder 2,7 Prozent mehr). Auch die Zielgruppen zeigten im August deutliche Unterschiede: Die durch einige Ausbildungsabsolventen relativ hohe Zahl von jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren blieb mit 1.006 relativ hoch, nur fünf oder 0,5 Prozent weniger als im Juli. Bei den Älteren über 50 Jahren gab es einen kleinen Rückgang von elf oder 0,3 Prozent auf 3.737. Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung sank um 19 oder 1,8 Prozent auf nunmehr 1.027. Die Langzeitarbeitslosen dagegen stiegen um 50 oder 1,1 Prozent auf 4.480. Aktuell waren es damit 358 oder 7,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer erhöhte sich aufgrund der Aufnahme weiterer 200 aus der Ukraine geflüchteten Menschen um 5,0 Prozent auf 4.236.

Kräftenachfrage noch in der Sommerpause
Der in der Sommerpause erwartet verhaltene Kräftebedarf hat im August keine Belebung erfahren. Von den EN-Unternehmen wurden nur 301 Stellen gemeldet, 49 oder 14,0 Prozent weniger als noch im Juli und sogar 223 oder 42,6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die größte Kräftenachfrage hatten aktuell Personaldienstleister (61 gemeldete Stellen), das verarbeitende Gewerbe (49), das Gesundheits- und Sozialwesen (49), freiberufliche Arbeitgeber (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 42 Stellen für Assistenzkräfte), der Han-del (40) und das Baugewerbe (22). Die öffentliche Verwaltung meldete 15 Stellenange-bote, die gesamte Logistik nur vier. Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen sank gegenüber Juli um 51 oder 2,1 Prozent auf 2.339, war aber in Relation zum Vorjahr um 214 oder 10,1 Prozent höher.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme
Nur sieben EN-Unternehmen meldeten im August Arbeitsausfälle für 76 Personen an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit im Kreis über 4.600 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für rund 60.000 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Im gesamten Bezirk, also inklusive der Stadt Hagen, waren es 7.700 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für März liegen inzwischen Daten zur effektiven Inanspruchnahme für den Kreis vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 298 Betriebe für rund 1.300 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als noch zu Beginn der Pandemie.

Lokale Besonderheiten:
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich regional sehr unterschiedlich. Während es in Hat-tingen (- 16 auf 1.826), Herdecke (- 17 auf 614) und Sprockhövel (- 24 auf 569) sinkende Zahlen gab, zeigten Wetter (+ 12 auf 697), Ennepetal (+ 13 auf 978), Gevelsberg (+ 13 auf 1.050), Schwelm (+ 18 auf 1.183), Breckerfeld (+ 27 auf 185 Arbeitslose) und Witten (+ 45 auf 4.230) steigende Erwerbslosendaten.
Die Arbeitslosigkeit in den EN-Städten ist aktuell durchschnittlich immer noch um 1,8 Prozent niedriger als im Vorjahr, wobei der günstige Abstand weiter geschrumpft ist.

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