31.08.2022 | Presseinfo Nr. 51

Die Arbeitsmarktentwicklung im August 2022 in der Stadt Hagen

Zugang an Ausbildungsabsolventen hält an Arbeitsmarkt zeigt noch keine echte Belebung

Der Hagener Arbeitsmarkt war im August noch deutlich von der Ferienzeit geprägt. Die Zahl der Arbeitslosen ging gegenüber dem Vormonat nur um 30 oder 0,3 Prozent auf 11.746 zurück, was an der Arbeitslosenquote von 11,6 Prozent nichts veränderte. Vor einem Jahr waren es 11,8 Prozent und 257 Arbeitslose mehr.

„Der Hagener Arbeitsmarkt kommt mit Verzögerung aus der Sommerpause. Weiterhin melden sich junge Ausbildungsabsolventen, während die aktuell gemeldete Kräftenachfrage noch ausgesprochen schwach ist“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Erfreulich ist aber, dass auch die Abgänge in Ausbildung deutlich gestiegen sind. Grundsätzlich bleibe ich für den Herbst optimistisch – bei aller Vorsicht wegen der vielen aktuellen politischen Risiken.“

Die beiden Rechtskreise entwickelten sich unterschiedlich. 2.351 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (25 oder 1,1 Prozent mehr als im Vormonat), 9.395 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (55 oder 0,6 Prozent weniger). Auch die Zielgruppen zeigten im August unterschiedliche Entwicklungen: Bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren ging der leichte Anstieg durch viele Ausbildungsabsolventen weiter. Hier waren es mit 1.080 genau 11 oder 1,0 Prozent mehr als im Juli. Bei den Älteren über 50 Jahren
gab es dagegen einen Rückgang um 43 oder 1,1 Prozent auf 3.723. Bei arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung waren es mit 863 nur ganze drei oder 0,3 Prozent weniger. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer blieb mit 5.677 nahezu unverändert
(minus eins). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen wiederum stieg erneut um 64 oder 1,1 Prozent auf 5.717. Damit waren es 242 oder 4,1 Prozent weniger als vor einem Jahr, wobei dieser Abstand erfreulicherweise wieder steigt.

Kräftenachfrage noch in der Sommerpause
Der zuletzt schwache Kräftebedarf hat auch im August noch keine Belebung erfahren. Aufgrund vielfacher Betriebsferien wurden nur 250 Stellen von Hagener Unternehmen gemeldet, 33 oder 11,7 Prozent weniger als im Juli – und weiterhin ein Drittel weniger seit dem Jahresbeginn als im selben Zeitraum 2021.
Die größte Nachfrage hatten Personaldienstleister (66 gemeldete Stellen) und der Handel (44), gefolgt von freiberuflichen Arbeitgebern (Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 32 Stellen für Assistenzkräfte) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (30). Das verarbei-tende Gewerbe meldete 21 Stellen. Die öffentliche Verwaltung hatte 15 Vakanzen, die Logistik nur acht.
Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen stieg gegenüber Juli leicht um fünf oder 0,3 Prozent auf 1.829, war jedoch in Relation zum Vorjahresmonat um 190 oder 9,4 Prozent niedriger.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme
Im August zeigten nur noch acht Hagener Unternehmen für 378 potentiell betroffene Arbeitnehmer Kurzarbeit neu an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit in der Volmestadt fast 3.000 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für rund 46.000 potentielle Kurzarbeiter. Im gesamten Bezirk, also inklusive Ennepe-Ruhr-Kreis, waren es 7.700 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für März liegen inzwischen Informationen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 159 Betriebe für rund 2.000 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als zu Beginn der Pandemie.

Gesamteinschätzung
„Der Arbeitsmarkt zeigt sich insgesamt aufnahmefähig. Allerdings steht er vor einer Herausforderung: Während die meisten freien Stellen ein Anforderungsniveau mit mindestens abgeschlossener dualer Ausbildung voraussetzen – in Hagen sind das 80 Prozent aller Angebote – bringt ein Großteil der arbeitslosen Menschen diese Qualifika-tion nicht mit. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen sucht eine Anstellung auf Helferniveau“, so Katja Heck weiter. „Auf der einen Seite sehen wir also Fachkräfteengpässe, auf der anderen Seite Potentiale, die gehoben werden können – und die es sich zu heben lohnt! Denn ohne passende Unterstützung, zum Beispiel mit einer geförderten Qualifizierung von Arbeitsagentur oder Jobcenter, werden viele nicht den angestrebten Arbeitsplatz finden. Das gilt auch für beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“

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