31.08.2021 | Presseinfo Nr. 46

Arbeitsmarkt von der Sommerpause geprägt - Immer noch über 300 Ausbildungsplätze offen

Im August war der Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen noch weitgehend von der Sommerpause geprägt. Die Zahl der Arbeitslosen stieg leicht um 44 oder 0,4 Prozent auf 12.003. Die Arbeitslosenquote erhöht sich damit um 0,1 Punkte auf 11,8 Prozent. Im Pandemiesommer 2020 vor genau einem Jahr waren es 831 Arbeitslose mehr, die Quote 12,6 Prozent.

„Im zweiten Ferienmonat war die Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt deutlicher zu spüren. Die Arbeitslosenzahlen stiegen für die meisten Personengruppen leicht an, am deutlichsten aber erneut bei den Jüngeren unter 25 Jahren nach dem Auslaufen ihrer Ausbildungsverträge. Dies ist normal, einfach saisontypisch und kein Grund zur Sorge, da die jungen Fachkräfte gesucht werden und nicht lange arbeitslos sind. Inzwischen sind aber erste Hochwasserfolgen für die Beschäftigung zu erkennen. Die zuvor stark rückläufige Kurzarbeit hat im August wieder leicht zugenommen“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Sie weist außerdem nochmals auf die besondere Situation auf dem Ausbildungsmarkt hin: “Noch nie gab es so spät im Jahr über 300 offene Ausbildungsplätze in Hagen wie jetzt. Für alle, die noch suchen, muss es heißen´Ausbildung jetzt` - die Hotline ist 02331 - 202 450.“

Auch im August entwickelten sich Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung unterschiedlich. 2.771 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (117 oder 4,1 Prozent weniger als im Vormonat), 9.232 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (161 oder 1,8 Prozent mehr). Einen weiteren Anstieg gab es bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren wegen einiger Ausbildungsabsolventen (+31 oder 2,7 Prozent auf 1.166), aber auch bei ausländischen Arbeitslosen (+57 oder 1,1 Prozent auf 5.188). In Relation zu Juli stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 1,7 Prozent oder 101 auf 5.959, und auch der leicht verbesserte Vorjahresvergleich blieb nach dem enormen Anstieg bei den Langzeitarbeitslosen in der frühen Pandemiephase weiter deutlich negativ: Aktuell sind es 843 oder 16,5 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Kräftenachfrage

Mit 217 neu gemeldeten Stellen (ohne Personaldienstleister) waren es 58 oder 21,1 Prozent weniger als im Juli, aber fast zwei Drittel mehr als im pandemiegeprägten Vorjahresmonat. Die größte Kräftenachfrage gab es bei freiberuflichen Arbeitgebern (Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater etc., 48 Stellen für Assistenzkräfte), im Handel (39), im Gesundheits- und Sozialwesen (33), im verarbeitenden Gewerbe (17), in der Logistik (16), im Gastgewerbe (13) und in der öffentlichen Verwaltung (11). Die Zahl der insgesamt bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen stieg aktuell (wiederum ohne PDL) um 30 oder 3,1 Prozent auf 1007 und in Relation zum Vorjahresmonat sogar um 139 oder 16,0 Prozent.


Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme

Im August zeigten 14 Hagener Unternehmen für 196 potentiell betroffene Arbeitnehmer Kurzarbeit neu an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit in der Volmestadt fast 3.000 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für 43.700 potentielle Kurzarbeiter. Im gesamten Bezirk, also inklusive Ennepe-Ruhr-Kreis, waren es 7.600 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für März 2021 liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 652 Betriebe für rund 8.100 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als noch zu Beginn der Pandemie.

Gesamteinschätzung

Katja Heck abschließend: „Jetzt ist die Gelegenheit, noch eine Ausbildung zu beginnen – Angebote sind reichlich da! Gravierende Hochwasserfolgen hat der Arbeitsmarkt nicht verzeichnet, sondern nur einen kleinen Wiederanstieg der Kurzarbeitsanzeigen. Erst nach der Urlaubszeit ist mit einer Belebung zu rechnen. Der September könnte besser werden, aber von der Situation vor der Pandemie sind wir noch ein gutes Stück entfernt.“

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