02.03.2021 | Presseinfo Nr. 12

Die Arbeitsmarktentwicklung im Februar 2021 im Ennepe-Ruhr-Kreis

Im Februar gab es nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn trotz des anhaltenden Lockdowns bereits wieder eine Besserung der Arbeitsmarktlage im Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 150 auf 12.359. Die Arbeitslosenquote verringerte sich dadurch um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent. Vor zwölf Monaten lag sie allerdings bei 5,7 Prozent. Auch damals waren die Zahlen im Kreis bereits rückläufig.

„Bei normalem Verlauf müssten wir die höchste Arbeitslosigkeit des Jahres bereits hinter uns haben – doch was ist im Moment schon normal? Auch der relativ günstige Start in das Frühjahr ist zum Teil bedingt durch das Instrument Kurzarbeitergeld. Damit bleibt der Arbeitsmarkt nach wie vor stabil, auch wenn der Abstand zur Vorjahresarbeitslosigkeit wieder etwas größer geworden ist", so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Die Arbeitskräftenachfrage zeigt schon Bewegung, mehr als 400 Stellen wurden im Februar neu gemeldet. Dies macht auch einen der großen regionalen Unterschiede aus. Im Ennepe-Ruhr-Kreis ist die aktuelle Entwicklung in fast allen Belangen günstiger als in der Stadt Hagen, wo die Arbeitslosigkeit weiter steigt."

Die aktuelle Entwicklung beruht auf unterschiedlichen Entwicklungen der Erwerbslosen-zahlen in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung. In Zahlen bedeutete dies: 5.237 waren Kunden der Arbeitsagentur (36 oder 0,7 Prozent mehr als im Vormonat), und 7.122 wurden durch das Jobcenter des EN-Kreises betreut (186 oder 2,5 Prozent weniger). Die Entwicklungen in fast allen Zielgruppen waren günstig. Nur die Zahl der jüngeren Erwerbslosen unter 25 Jahren stieg wegen einiger Ausbildungsabsol-venten um 83 oder 9,0 Prozent.

Kräftenachfrage

Nach den schwachen letzten Monaten zeigte die Kräftenachfrage im Februar deutliche Lebenszeichen. 402 neue Stellen bedeuteten gegenüber Januar ein Plus um 159 oder 65,4 Prozent. Sogar in Relation zum Vorjahresmonat war dies von kleiner Anstieg um fünf Stellen oder 1,3 Prozent.

Die Schwerpunkte setzten Zeitarbeitsfirmen (147 neue Stellen), das Gesundheitswesen (52), das verarbeitende Gewerbe (47), der Handel (38), die öffentliche Verwaltung (18) und das Baugewerbe (17). Das Gastgewerbe meldete trotz Lockdowns zehn Stellen, die Logistik meldete nur sechs.

Die Zahl aller bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellen insgesamt erhöhte sich im Kreis um 63 oder 4,3 Prozent auf 1.545 Stellen und war zugleich um 185 geringer als im Vorjahr (-10,7 Prozent).

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme

Weitere 186 EN-Unternehmen meldeten Arbeitsausfälle für über 1.148 Personen an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit im Kreis über 4.400 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für 54.900 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Im gesamten Bezirk, also inklu-sive der Stadt Hagen, waren es 7.300 Anzeigen für 97.100 Personen. Für September 2020 liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für den Kreis vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an fast 1.000 Betriebe für rund 9.000 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, damit über 60 Prozent weniger als im April, dem Monat mit der stärksten Kurzarbeits-Realisierung.

Lokale Besonderheiten:

Die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis war im Februar regional sehr unterschiedlich. Anstiege bei den Arbeitslosenzahlen gab es nur in Schwelm (+ 6 auf 1.329), Ennepetal (+ 7 auf 1.236) und Witten (+ 50 auf 4.593). Die Rückgänge waren auch sehr unterschiedlich ausgeprägt: Wetter (- 3 auf 770), Breckerfeld (- 4 auf 210), Herdecke (- 4 auf 623), Sprockhövel (- 7 auf 583) Gevelsberg (- 96 auf 1.173) und Hattingen (- 99 auf 1.842).

Inzwischen ist die Arbeitslosigkeit in den EN-Städten durchschnittlich um gut ein Viertel höher als vor einem Jahr.

Gesamteinschätzung

Die für die Jahreszeit typische saisonale Entwicklung findet mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit bereits im Februar statt, jedoch etwas schwächer als in den letzten Jah-ren. Zudem ist der Abstand zum Vorjahr wieder leicht gestiegen. Die Pandemiefolgen sieht man am deutlichsten an der Tatsache, dass im Kreis aktuell rund 2.500 Menschen mehr arbeitslos sind als vor einem Jahr. Heck abschließend: „Sobald der Lockdown vorbei ist, werden die Unternehmen wieder vermehrt Fachkräfte suchen. Klug ist, sich frühzeitig darauf vorzubereiten. Wir haben viele Förderangebote – für arbeitslose wie für beschäftigte Menschen."