30.06.2021 | Presseinfo Nr. 37

Saisonale Belebung hält weiter an - Unternehmen stellen wieder ein - Qualifizierung besonders wichtig

Etwas abgeschwächt ging die saisonale Belebung auf dem Arbeitsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis im Juni weiter. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 97 oder 0,8 Prozent auf 11.710, die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 6,7 Prozent. Vor einem Jahr, noch relativ früh in der Pandemie, waren es fast 400 Arbeitslose mehr, die Quote 7,0 Prozent.
 

„Die ersten Schritte der Erholung von den Folgen der Pandemie sind zu beobachten. Die stark zurückgehende Kurzarbeit und die Belebung der Kräftenachfrage zeigen, dass der heimische Arbeitsmarkt intakt und stabil, ja sogar wieder aufnahmefähig ist“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Der Anteil der Langzeitarbeitslosen hat sich allerdings nicht wesentlich verbessert. Gerade für sie ist Qualifizierung wichtig, um eine Chance zu haben, an der weiteren wirtschaftlichen Belebung partizipieren zu können. Wir haben gute Möglichkeiten und Instrumente, dies zu unterstützen.“

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung entwickelten sich unterschiedlich. 4.660 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (182 oder 3,8 Prozent weniger als im Vormonat), 7.050 wurden durch das Jobcenter EN betreut (85 oder 1,2 Prozent mehr). Die insgesamt günstige Entwicklung betraf nicht alle Personengruppen, denn die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren verzeichneten einen kleinen Anstieg um 19 oder 2,1 Prozent auf 921. Bei allen anderen Personengruppen gab es Rückgänge. Im Vergleich zu Mai sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen zwar um 1,0 Prozent auf 4.848, doch ist der Vorjahresvergleich aufgrund des in der Pandemie enorm erhöhten Bestandes weiter sehr ungünstig: Aktuell sind es fast 1.300 oder 36,5 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Kräftenachfrage

Im Juni war im Kreis eine weitere Belebung des Kräftebedarfs festzustellen. Mit 469 neu gemeldeten Stellen waren es 14 oder 3,1 Prozent mehr als im bereits guten Mai und auch nahezu die Hälfte mehr als im Vorjahresmonat, der allerdings stark von Corona geprägt war. Die aktuellen Lockerungen haben sich sofort bemerkbar gemacht und bieten weiteres Potential.

Die Nachfrageschwerpunkte hatten Zeitarbeitsfirmen (169 Stellen), das verarbeitende Gewerbe (54), das Gesundheitswesen (51) und der Handel (44). Die öffentliche Verwaltung meldete 27 Stellen, das Baugewerbe 26, das Gastgewerbe 20 und die Logistik 19. Die Zahl aller bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen im Kreis stieg aktuell um 155 oder 9,6 Prozent auf 1.772 und war gleichzeitig um 304 oder 20,7 Prozent höher als im Vorjahr.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme  

Weitere 21 EN-Unternehmen meldeten im Juni Arbeitsausfälle für 102 Personen an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit im Kreis über 4.600 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für 56.600 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Im gesamten Bezirk, also inklusive der Stadt Hagen, waren es 7.600 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für Januar 2021 liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für den Kreis vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 1.482 Betriebe für rund 9.600 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als noch zu Beginn der Pandemie.   

Lokale Besonderheiten:  

Die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis war im Juni erneut uneinheitlich. Gegen den Trend steigende Arbeitslosenzahlen gab es in Gevelsberg (+ 20 auf 1.080) und Hattingen (+ 56 auf 1.778). Rückläufig war die Arbeitslosigkeit dagegen in Sprockhövel (- 4 auf 586), Wetter (- 10 auf 710), Breckerfeld (- 12 auf 172), Ennepetal (- 16 auf 1.141), Herdecke (- 36 auf 587), Witten (- 42 auf 4.426) und Schwelm (- 53 auf 1.230). Die Arbeitslosigkeit in den EN-Städten ist aktuell durchschnittlich nur noch um 0,8 Prozent höher als vor einem Jahr. 

Gesamteinschätzung  

Der Arbeitsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis, der im landesweiten Vergleich ohnehin gut dasteht, profitiert von verschiedenen günstigen Faktoren, die zusammenkommen: saisonale Belebung, weitere Öffnungen und Lockerungen der Pandemiebestimmungen, nachlassende Kurzarbeit und optimistischere Erwartungen der Unternehmen. Heck: „Das sind gute Rahmenbedingungen für den Moment. Ich bin weiterhin verhalten optimistisch, sehe aber auch den zu erwartenden dämpfenden Einfluss der bevorstehenden Hauptferienzeit.“

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