30.06.2021 | Presseinfo Nr. 36

Saisonale Belebung hält weiter an - Unternehmen stellen wieder ein - Qualifizierung besonders wichtig

Etwas abgeschwächt ging die saisonale Belebung auf dem Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen im Juni weiter. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 92 oder 0,8 Prozent auf 11.967. Die Arbeitslosenquote blieb mit 11,8 Prozent unverändert. Vor einem Jahr, noch relativ früh in der Pandemie, waren es fast 400 Arbeitslose mehr, die Quote 12,1 Prozent.

„Die ersten Schritte der Erholung von den Folgen der Pandemie sind zu beobachten. Die stark zurückgehende Kurzarbeit und die Belebung der Kräftenachfrage zeigen, dass der heimische Arbeitsmarkt intakt und stabil, ja sogar wieder aufnahmefähig ist“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Der Anteil der Langzeitarbeitslosen hat sich allerdings nicht verbessert. Gerade für sie ist Qualifizierung wichtig, um eine Chance zu haben, an der weiteren wirtschaftlichen Belebung partizipieren zu können. Wir haben gute Möglichkeiten und Instrumente, dies zu unterstützen.“  

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung entwickelten sich unterschiedlich. 2.949 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (122 oder 4,0 Prozent weniger als im Vormonat), 9.018 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (30 oder 0,3 Prozent mehr). Die insgesamt günstige Entwicklung betraf nicht alle Personengruppen. Anstiege gab es bei jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren (+25 oder 2,5 Prozent auf 1.044) und bei schwerbehinderten Arbeitslosen (+30 oder 3,5 Prozent auf 879). Bei den ausländischen Arbeitslosen gab es hingegen einen Rückgang um 2,1 Prozent auf 5.207. Im Vergleich zu Mai sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen zwar um 0,6 Prozent auf 5.872, doch ist der Vorjahresvergleich aufgrund des in der Pandemie enorm erhöhten Bestandes weiter sehr ungünstig: Aktuell sind es 1.066 oder 22,2 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Kräftenachfrage

Im Juni war in Hagen eine Belebung des Kräftebedarfs festzustellen. Mit 397 neu gemeldeten Stellen waren es 89 oder 28,9 Prozent mehr als im Mai und auch über ein Viertel mehr als im Vorjahresmonat, der allerdings stark von Corona geprägt war. Die aktuellen Lockerungen haben sich sofort bemerkbar gemacht und bieten weiteres Potential. Die größte Kräftenachfrage hatten wie gewohnt Personaldienstleister (171 gemeldete Stellen), mit Abstand gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (47), dem Handel (39), dem verarbeitenden Gewerbe (32), der Logistik (30), dem Gastgewerbe (19), dem Bereich Erziehung und Unterricht (17) und der öffentlichen Verwaltung (10). Die Zahl aller bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen stieg aktuell um 171 oder 10,8 Prozent auf 1.754 und war nur leicht um 38 oder 2,1 Prozent geringer als im Vorjahr.  

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme

Nur vier weitere Hagener Unternehmen zeigten im Juni für 79 potentiell betroffene Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit in der Volmestadt fast 3.000 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für 43.500 potentielle Kurzarbeiter. Im gesamten Bezirk, also inklusive Ennepe-Ruhr-Kreis, waren es 7.600 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für Januar 2021 liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 785 Betriebe für rund 8.925 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als noch zu Beginn der Pandemie.

Gesamteinschätzung

Der Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen profitiert von verschiedenen günstigen Faktoren, die zusammenkommen: saisonale Belebung, weitere Öffnungen und Lockerungen der Pandemiebestimmungen, nachlassende Kurzarbeit und optimistischere Erwartungen der Unternehmen. Heck: „Das sind gute Rahmenbedingungen für den Moment. Ich bin weiterhin verhalten optimistisch, sehe aber auch den zu erwartenden dämpfenden Einfluss der bevorstehenden Hauptferienzeit.“ 

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