01.06.2021 | Presseinfo Nr. 31

Saisonale Belebung verstärkt sich Der Arbeitsmarkt ist stabil – die Zahl der Langzeitarbeitslosen allerdings auch

Die zuletzt abgeschwächte saisonale Belebung hat sich auf dem Arbeitsmarkt
im Ennepe-Ruhr-Kreis im Mai wieder erholt. Die Zahl der Arbeitslosen ging um
285 oder 2,4 Prozent auf 11.807 zurück. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um
0,2 Punkte auf 6,8 Prozent. Im Mai letzten Jahres, dem zweiten Monat mit Pandemieauswirkungen, waren es 93 Arbeitslose weniger, die Quote ebenso 6,8 Prozent.

„Nach den Osterferien machte sich die günstige Jahreszeit wieder stärker bemerkbar. Die Verbindung der ergriffenen Maßnahmen und der inzwischen deutlich rückläufigen Kurzarbeit haben sich auf dem heimischen Arbeitsmarkt als Stabilitätsfaktor erwiesen“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Leider hat diese positive Entwicklung vorerst keine Auswirkungen auf die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die sich aktuell sogar eher verfestigt. Diese Menschen, die zwölf oder mehr Monate arbeitslos sind, machen inzwischen über 41 Prozent aller erwerbslos Gemeldeten aus.“ Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung entwickelten sich im Mai parallel. 4.842 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (78 oder 1,6 Prozent weniger als im Vormonat), 6.965 wurden durch das Jobcenter EN betreut (207 oder 2,9 Prozent weniger). Die günstige Entwicklung betraf alle Personengruppen, besonders aber die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren (- 5,5 Prozent auf 902). Auch bei den ausländischen Arbeitslosen gab es einen Rückgang um 3,7 Prozent auf 3.414. Im Vergleich zu April ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen zwar um 0,5 Prozent auf 4.898 gesunken, doch im Vorjahresvergleich zeigt sich der in der Pandemie enorm erhöhte Bestand: Es sind genau 1.518 oder nahezu 45 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Kräftenachfrage
Die Zahl der neu gemeldeten Stellen war im Mai mit 455 um 102 oder 28,9 Prozent höher als im April und 206 oder über 80 Prozent größer als im schwachen Vorjahresmonat, der von der um sich greifenden Pandemie geprägt war. Die zu erwartenden Lockerungen bieten noch großes Potential für eine weitere Belebung.
Die Schwerpunkte hatten Zeitarbeitsfirmen (147 Stellen), das verarbeitende Gewerbe (61), das Gesundheitswesen (60) und das Baugewerbe (53) noch vor dem Handel (44). Die öffentliche Verwaltung meldete 13 Stellen, die Logistik nur zwölf. Die Zahl aller bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen im Kreis stieg aktuell um 40 oder 2,5 Prozent auf 1.617 und war gleichzeitig um 185 oder 12,9 Prozent höher als im Vorjahr.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme
Weitere 18 EN-Unternehmen meldeten im Mai Arbeitsausfälle für 183 Personen an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit im Kreis über 4.600 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für 56.500 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Im gesamten Bezirk, also inklusive der Stadt Hagen, waren es 7.600 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für Dezember 2020 liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für den Kreis vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 1.289 Betriebe für rund 8.300 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als noch zu Beginn der Pandemie.

Lokale Besonderheiten
Die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Kreis war im Mai nicht einheitlich, aber mit klarer Tendenz. Fast unveränderte Arbeitslosenzahlen gab es in Sprockhövel (+ 1 auf 590), Ennepetal (+ 5 auf 1.157) und Breckerfeld (- 8 auf 184). Deutlich rückläufig zeigte sich die Arbeitslosigkeit hingegen in Herdecke (- 28 auf 623), Witten (- 33 auf 4.468), Schwelm (- 35 auf 1.283),Wetter (- 50 auf 720), Gevelsberg (- 65 auf 1.060) und Hattingen (- 72 auf 1.722).
Die Arbeitslosigkeit in den EN-Städten ist aktuell durchschnittlich nur noch um 0,8 Prozent höher als vor einem Jahr.

Gesamteinschätzung
Der Arbeitsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis zeigt sich weiterhin stabil. Die günstigen saisonalen Faktoren treffen mit Lockerungen der Pandemiebestimmungen und damit verbesserten Integrationsmöglichkeiten zusammen, während die Zuversicht in der heimischen Wirtschaft wächst. Katja Heck: „Inzwischen liegt die jüngere Arbeitsmarktentwicklung schon länger als ein Jahr im Pandemiezeitraum. Dadurch haben wir natürlich einen anderen Überblick und können aktuelle Entwicklungen entsprechend einordnen. Die Kräftenachfrage kommt wieder, die Kurzarbeit geht schon länger stark zurück. Mit den auch bei uns geplanten schrittweisen Öffnungen ab Juli und den damit erleichterten persönlichen Beratungsmöglichkeiten bin ich zusätzlich optimistisch.“

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