01.06.2021 | Presseinfo Nr. 30

Saisonale Belebung verstärkt sich Der Arbeitsmarkt ist stabil – die Zahl der Langzeitarbeitslosen allerdings auch

Die zuletzt abgeschwächte saisonale Belebung hat sich auf dem Arbeitsmarkt
in der Stadt Hagen im Mai wieder erholt. Die Zahl der Arbeitslosen ging um
252 oder 2,0 Prozent auf 12.059 zurück. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um
0,3 Punkte auf 11,8 Prozent. Im Mai letzten Jahres, dem zweiten Monat mit Pandemieauswirkungen, waren es 41 Arbeitslose mehr, die Quote ebenso 11,8 Prozent.

„Nach den Osterferien machte sich die günstige Jahreszeit wieder stärker bemerkbar. Die Verbindung der ergriffenen Maßnahmen und der inzwischen deutlich rückläufigen Kurzarbeit haben sich auf dem heimischen Arbeitsmarkt als Stabilitätsfaktor erwiesen“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Leider hat diese positive Entwicklung vorerst keine Auswirkungen auf die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die sich aktuell sogar eher verfestigt. Diese Menschen, die zwölf oder mehr Monate arbeitslos sind, machen inzwischen nahezu die Hälfte aller erwerbslos Gemeldeten aus.“

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung entwickelten sich im Mai parallel. 3.071 Arbeitslose waren Kunden der Arbeitsagentur (209 oder 6,4 Prozent weniger als im Vormonat), 8.988 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (43 oder 0,5 Prozent weniger). Die günstige Entwicklung betraf alle Personengruppen, besonders aber die jüngerenArbeitslosen unter 25 Jahren (- 5,0 Prozent auf 1.019), Auch bei den ausländischen Arbeitslosen gab es einen Rückgang um 2,1 Prozent auf 5.207. Im Vergleich zu April ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen zwar um 1,7 Prozent auf 5.906 gesunken, doch im Vorjahresvergleich zeigt sich der in der Pandemie enorm erhöhte Bestand: Es sind genau 1.235 oder über ein Viertel mehr als vor zwölf Monaten.

Kräftenachfrage
Die Zahl der neu gemeldeten Stellen war im Mai mit 308 nur um 26 oder 7,8 Prozent geringer als im April, aber 124 oder zwei Drittel größer als im schwachen Vorjahresmonat, der von der um sich greifenden Pandemie geprägt war. Die zu erwartenden Lockerungen bieten noch großes Potential für eine weitere Belebung.
Die größte Kräftenachfrage hatten wie gewohnt Personaldienstleister (127 gemeldete Stellen), mit Abstand gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (43), dem verarbeiten-den Gewerbe (21), dem Handel (19) und der öffentlichen Verwaltung (15). Das Bau-gewerbe meldete nur 13, die Logistik 12 und das Gastgewerbe acht Arbeitsplätze.
Die Zahl aller bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen stieg aktuell um 60 oder 3,9 Prozent auf 1.583, war aber um 167 oder 9,5 Prozent geringer als im Vorjahr.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme
22 weitere Hagener Unternehmen zeigten im Mai für 191 potentiell betroffene Arbeitneh-mer Kurzarbeit an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit in der Volmestadt fast 3.000 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für 43.500 potentielle Kurzarbeiter. Im gesamten Bezirk, also inklusive Ennepe-Ruhr-Kreis, waren es 7.600 Anzeigen für nahezu 100.000 Personen. Für Dezember 2020 liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 712 Betriebe für rund 6.260 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als noch zu Beginn der Pandemie.

Gesamteinschätzung
Der Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen zeigt sich weiterhin stabil. Die günstigen saisonalen Faktoren treffen mit Lockerungen der Pandemiebestimmungen und damit verbesserten Integrationsmöglichkeiten zusammen, während die Zuversicht in der heimischen Wirt-schaft wächst. Katja Heck: „Inzwischen liegt die jüngere Arbeitsmarktentwicklung schon länger als ein Jahr im Pandemiezeitraum. Dadurch haben wir natürlich einen anderen Überblick und können aktuelle Entwicklungen entsprechend einordnen. Die Kräftenach-frage kommt wieder, die Kurzarbeit geht schon länger stark zurück. Mit den auch bei uns geplanten schrittweisen Öffnungen ab Juli und den damit erleichterten persönlichen Beratungsmöglichkeiten bin ich zusätzlich optimistisch.“

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