31.03.2021 | Presseinfo Nr. 17

Frühjahresbelebung trotz Corona: Arbeitslosigkeit sinkt, Kurzarbeit stabilisiert

Mit der einsetzenden Frühjahresbelebung sank die Arbeitslosigkeit in der Stadt
Hagen erstmals in diesem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen ging um 139 oder
1,1 Prozent auf 12 353 zurück. Die Arbeitslosenquote sank aktuell um 0,2 Punkte
auf 12,1 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es – kurz vor den ersten Pandemieauswirkungen – 1.636 Arbeitslose weniger bei einer Quote von 10,7 Prozent.

„Im März hat die Frühjahrsbelebung trotz des anhaltenden Lockdowns eingesetzt und
am Arbeitsmarkt in Hagen zu sinkender Arbeitslosigkeit geführt. Die für die Jahreszeit
typische Entwicklung fiel sogar stärker aus als im Schnitt der vergangenen Jahre“, so
Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Trotzdem
hat uns die Pandemie immer noch im Griff und die Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt
in hohem Maße. Weil aber die Kräftenachfrage noch gering ist, steigt das Risiko,
langzeitarbeitslos zu werden. Der Anteil an allen arbeitslos gemeldeten Hagenern ist auf
47,7 Prozent gestiegen.“

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Hagen war in Arbeitslosenversicherung und
Grundsicherung erneut sehr unterschiedlich. Während 3.485 Kunden der Arbeitsagentur
waren (236 oder 6,3 Prozent weniger als im Vormonat), wurden 8.868 durch das Jobcenter
Hagen betreut (97 oder 1,1 Prozent mehr). Dort gab es steigende Zahlen von jüngeren
Arbeitslosen unter 25 Jahren sowie auch insbesondere von Langzeitarbeitslosen, deren
Zahl allein im März nochmal um über 100 anstieg (+1,8 Prozent). Bei den übrigen Zielgruppen
waren die Veränderungen günstiger, hier besonders bei den über 50-Jährigen,
bei denen ein Rückgang um 75 festgestellt wurde (-1,9 Prozent).

Kräftenachfrage
Die Zahl der gemeldeten Stellen blieb in Hagen fast unverändert. Gegenüber dem Vor-monat sank sie leicht um acht oder 2,5 Prozent auf 306. Für den Beginn der Frühjahres-belebung besteht hier also noch Nachholbedarf, wie auch der Vorjahresvergleich zeigt: Gegenüber März 2020 gibt es ein Minus von 50 Stellen oder 14,0 Prozent.
Nachfrageschwerpunkte gab es aktuell wieder bei Personaldienstleistern (122 gemeldete Stellen), mit weitem Abstand gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (46), dem ver-arbeitenden Gewerbe (37) und dem Handel (28). Die Logistik meldete nur neun Arbeits-plätze, die öffentliche Verwaltung sechs.
Die Zahl aller bei der Arbeitsagentur zur Besetzung gemeldeten Stellen stieg aktuell um 39 oder 2,8 Prozent auf 1.446, ist aber um 448 oder 23,7 Prozent geringer als im Vorjahr.

Kurzarbeit und tatsächliche Inanspruchnahme
Der verlängerte Lockdown sorgte erneut für eine kleine Ausweitung der Kurzarbeit. 43 weitere Hagener Unternehmen zeigten für rund 400 potentiell betroffene Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Seit dem Beginn der Pandemie gab es damit in der Volmestadt 2.900 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für 42.600 potentielle Kurzarbeiter. Im gesamten Bezirk, also inklusive Ennepe-Ruhr-Kreis, waren es 7.400 Anzeigen für 98.000 Personen. Für Oktober 2020 liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 520 Betriebe für rund 5.000 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, weitaus weniger als noch im April, dem Monat mit der stärksten Kurzarbeits-Realisierung.

Gesamteinschätzung
Die saisonale Entwicklung hat deutlich eingesetzt, und das trotz pandemiebedingter Beschränkungen stärker als in den Vorjahren. Dabei ist auch der ungünstige Abstand zu der Vorjahresarbeitslosigkeit etwas kleiner geworden. Die Unternehmen scheinen mit der Nachfrage von Kräften noch zögerlich zu sein. Eine auffällige Pandemiefolge ist jedoch der besorgniserregende Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Katja Heck dazu: „Inzwischen sind fast die Hälfte aller Arbeitslosen schon mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung. Hier werden wir weiter investieren und den Menschen gute Angebote zur Unterstützung und Qualifizierung machen. Bewerber mit Qualifikation werden überall gebraucht.“