30.09.2020 | Presseinfo Nr. 58

Die Arbeitsmarktentwicklung im September 2020 in der Stadt Hagen

Anzeichen einer Herbstbelebung prägen den Arbeitsmarkt in der Stadt Hagen im September. Die Folgen von Corona gehen zurück. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 310 oder 2,4 Prozent auf 12.524. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,3 Punkte auf 12,3 Prozent. Auch der Vorjahresabstand ist etwas kleiner geworden, aber nach wie vor beträchtlich: Vor genau zwölf Monaten gab es an der Volme 2.085 Arbeitslose weniger, die Quote lag bei 10,4 Prozent.

„Erstmals seit einem halben Jahr sinkt die Arbeitslosigkeit. Erfahrungsgemäß ist der September der beste Monat im ganzen Jahr, doch wird die aktuelle Belebung natürlich nicht die coronabedingten Verwerfungen seit März kompensieren können", so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Das gute Signal besteht insbesondere darin, dass mehr Menschen eine Beschäftigung aufgenommen haben. Und bei den Neuanzeigen von Kurzarbeit gibt es keinen auffälligen Anstieg mehr. Die Abrechnung des bereits enorm hohen Bestandes bleibt trotzdem noch für längere Zeit eine große Herausforderung." Die Agenturchefin hat ein wichtiges Anliegen: „Der Ausbildungsmarkt läuft noch auf Hochtouren, hat sich in diesem Jahr also um rund zwei Monate verzögert. Die letzten Entscheidungen fallen in diesem Jahr eher im Dezember, also Chancen noch auf allen Seiten! Jugendliche und Unternehmen sollten sich melden. Eine coronabedingte Lücke bei der Ausbildung können wir uns nicht leisten."

Im September ging die Arbeitslosigkeit in Hagen sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch in der Grundsicherung spürbar zurück. 3.634 waren Kunden der Arbeitsagentur (101 oder 2,7 Prozent weniger als im Vormonat) und 8.890 wurden durch das Jobcenter Hagen betreut (209 oder 2,3 Prozent weniger). Außer bei den Langzeitarbeitslosen war die Entwicklung für fast alle Zielgruppen in beiden Rechtskreisen günstig, besonders für ältere Menschen und mit ausländischem Pass.


Kräftenachfrage zieht an
Hagener Unternehmen suchen wieder verstärkt nach Beschäftigten. Mit 330 neuen Stellen wurden gegenüber dem Vormonat 45 oder 15,8 Prozent mehr gemeldet als im schwachen August. In Relation zum Vorjahresmonat war dies jedoch immer noch ein Rückgang um 154 Stellen oder 31,8 Prozent.
Die Schwerpunkte lagen im September bei Personaldienstleistern (139 neu gemeldete Stellen), im Gesundheitswesen (50), der öffentlichen Verwaltung (31), dem Handel (24) und dem verarbeitenden Gewerbe (14). Die Logistik meldete nur zehn, das Baugewerbe nur sieben Stellen.
Die Zahl aller bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellen verringerte sich leicht um 30 oder 1,7 Prozent auf 1.719, war aber um 816 oder 32,2 Prozent geringer als im Vorjahr.


Kurzarbeit mit neuen Angaben zum tatsächlichen Umfang
Weitere zehn Hagener Unternehmen meldeten Arbeitsausfälle für 345 Personen an. Seit dem Beginn des Shutdowns gab es damit in der Volmestadt über 2.000 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für 34.000 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Im gesamten Bezirk, also inklusive Ennepe-Ruhr-Kreis, waren es über 5.400 Anzeigen für mehr als 80.000 Personen. Für April, dem Monat mit der stärksten Kurzarbeit-Zuwachsrate, liegen inzwischen Hochrechnungen zur effektiven Inanspruchnahme für die Stadt Hagen vor. Danach wurde für den ersten vollständigen Monat nach Beginn der Coronaphase Kurzarbeitergeld an 1.275 Betriebe für rund 18.600 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt.

Gesamteinschätzung
Ein ausgeprägter Herbstaufschwung ist noch nicht festzustellen, aber die Signale sind positiv. Die Arbeitslosigkeit sinkt in beiden Rechtskreisen, die Kräftenachfrage zieht an, und die Kurzarbeit hat die höchsten Zuwachszahlen seit Monaten hinter sich. Trotzdem ist die Arbeitslosigkeit an der Volme auf einem deutlich höheren Niveau als noch vor einem Jahr, die Zahl der Arbeitslosen ist über 2.000 oder ein Fünftel höher. Agenturchefin Heck wagt einen kleinen Ausblick: „Für Oktober rechne ich vorerst noch mit einer Fort-setzung der günstigen saisonalen Entwicklung, auch wenn man in diesem Jahr mit Prog-nosen vorsichtig sein muss. Und dort, wo es noch nicht wieder rund läuft, rate ich dazu, die Zeit für Qualifizierung des Personals zu nutzen."


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