01.09.2020 | Presseinfo Nr. 57

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie führten auch das Ende des Ausbildungsjahres und die üblicherweise in der Mitte des Jahres auslaufenden Arbeitsverträge zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Aktuell suchen viele junge Menschen eine Ausbildung oder einen Job", sagte Yvonne Köhler, Bereichsleiterin. Erfahrungsgemäß sinkt ihre Zahl in den kommenden Wochen jedoch wieder.

„Unser Augenmerk richtet sich in diesen Wochen auf die berufliche Zukunft junger Menschen - einerseits am Übergang von der Schule in den Beruf, andererseits am Übergang von der abgeschlossenen Ausbildung ins Berufsleben. Hier arbeiten wir als Agentur für Arbeit Halberstadt Hand in Hand mit unseren Partnern am Arbeitsmarkt. Wir wollen die Jugendlichen stärken und in ihrer Ausbildungs- und Arbeitsuche unterstützen. Sie sind die Fachkräfte, auf die wir morgen bauen“, unterstreicht Köhler die Bemühungen der Arbeitsagentur.

Als kleines Zeichen der Entspannung auf dem Arbeitsmarkt werten wir den Anstieg der Nachfrage nach Arbeitskräften. „Erfreulich ist, dass die Bereitschaft von Unternehmen, neues Personal einzustellen allmählich wieder zulegt", sagte Köhler. Im August wurden 305 freie Stellen neu gemeldet. Das waren über ein Viertel mehr als im Juli. Im Jahresvergleich waren es aber ein Drittel weniger Stellen als im August 2019. Die weitere Entwicklung hängt natürlich wesentlich von der Entwicklung des Infektionsgeschehens ab.

Anstieg der Arbeitslosigkeit im August

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat im Agenturbezirk Halberstadt (+0,6 Prozent) liegt prozentual unter dem Landesdurchschnitt (+1,2 Prozent).

Der Bestand an Arbeitslosen insgesamt ist um 39 Personen auf 6.783 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr waren 1.503 Personen bzw. 28,5 Prozent mehr Arbeitslose zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Harz stagnierte gegenüber dem Vormonat bei 6,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr (August 2019: 4,9 Prozent) waren es 1,5 Prozentpunkte mehr.

Den einzigen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Vormonat verzeichnete im August die Region Quedlinburg. Hier waren aktuell 2.256 Arbeitslose gemeldet. Gegenüber dem Vormonat war dies ein Rückgang um 8 Personen bzw. -0,4 Prozent). Ein Vergleich zum Vorjahr zeigt, wie in allen Altkreisen, einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. So waren in der Region Quedlinburg +440 Personen bzw. +24,2 Prozent mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote für diese Region stagnierte bei 6,9 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent).

Erneut waren im August die meisten Arbeitslosen im Berichtsmonat in der Region Halberstadt gemeldet. Zum Vormonat stieg die Zahl um 44 Männer und Frauen oder 1,8 Prozent. Zum Vorjahr stieg sie um 546 bzw. 28,8 Prozent auf aktuell 2.443 Personen. Die Region Halberstadt verzeichnete somit den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr im Landkreis Harz. Demzufolge erhöhte sich die Arbeitslosenquote von 7,2 Prozent im Juli auf aktuell 7,4 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent).

Die wenigsten Arbeitslosen waren im August mit 2.084 Männern und Frauen in der Region Wernigerode gemeldet. Das waren drei Personen mehr als im Vormonat und 517 Personen mehr als im Vorjahr. Die aktuelle Arbeitslosenquote lag unverändert wie im Vormonat, bei 5,3 Prozent (Vorjahr: 3,9 Prozent).

Im August stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat sowohl im Versicherungsbereich (SGB III – Arbeitsagentur), als auch in der Grundsicherung (SGB II – Eigenbetrieb Kommunale Beschäftigungsagentur Jobcenter Landkreis Harz – KoBa). Der Vergleich zum Vorjahr zeigte unverändert die Auswirkungen der Corona-Krise in beiden Rechtskreisen.

Durch die Arbeitsagentur wurden im August 48,3 Prozent (Vormonat: 48,1; Vorjahr: 39,7) und durch die KoBa 51,7 Prozent (Vormonat: 51,9; Vorjahr: 60,3) der gemeldeten Arbeitslosen betreut. Bei der Arbeitsagentur waren im aktuellen Monat 3.275 Personen arbeitslos gemeldet (Vormonat: +31 Personen bzw. +1,0 Prozent; Vorjahr: +1.177 bzw. +56,1 Prozent). In der Betreuung der KoBa befanden sich Ende August 3.508 Bezieher von Arbeitslosengeld II (Vormonat: + 8 Arbeitslose bzw. + 0,2 Prozent; Vorjahr: +326 Personen bzw. +10,2 Prozent).

Kurzarbeit mindert Auswirkungen

Das konjunkturelle Kurzarbeitergeld spielt im wirtschaftlichen Leben der Unternehmen und Beschäftigten weiterhin eine Rolle, war jedoch erwartungsgemäß weiterhin rückläufig und deutlich geringer als in den ersten Krisenmonaten.

Der August 2020 umfasst die Erhebungen zur Kurzarbeit, die bis 26.08.2020 eingegangen waren. Von März bis August 2020 sind in der Agentur für Arbeit Halberstadt insgesamt 2.580 Anzeigen für 25.410 Personen eingegangen.

Das Instrument Kurzarbeit mindert die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt ab. Bei der Bewertung ist zu beachten, dass Kurzarbeit bereits ab 10 prozentigen Arbeitsausfall beantragt werden kann. Zudem wird die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit erst durch die Abrechnung sichtbar. Für die Einreichung der Abrechnungen haben Arbeitgeber bis zu drei Monate Zeit.

Mehr Stellenmeldungen als im Vormonat

Betriebe und Verwaltungen aus dem Landkreis Harz meldeten dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur im August mehr freie Stellen als im Vormonat, aber weniger als im Vorjahr.

Aktuell wurden 305 neue Arbeitsstellen (Vormonat: +66 Stellen bzw. +27,6 Prozent; Vorjahr: -55 Stellen bzw. -15,3 Prozent) zur Besetzung gemeldet (Zugang).

Die meisten Stellenzugänge wurden aus dem Handel, der Instandhaltung und Reparatur von Kfz (49 Stellen), aus dem Gastgewerbe (42 Stellen), den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (41 Stellen) sowie aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (35 Stellen) gemeldet.

Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Halberstadt hatte im August 1.592 Arbeitsstellen im Bestand, gegenüber Juli ist das ein Anstieg um 42 Stellen oder 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 21 Stellen weniger (-1,3 Prozent).

Seit Jahresbeginn meldeten uns die Unternehmen im Harz 2.226 Stellen.  Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von -1.035 oder 31,7 Prozent.


Wir sind für unsere Kunden da – telefonisch und rund um die Uhr auf www.arbeitsagentur.de/eService

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für Jugendliche & Eltern:        (0 39 41) 40 111

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Darüber hinaus stehen folgende bundesweite Servicerufnummern zur Verfügung.

Für Arbeitnehmer:       (0800 – 4 5555 00)

Für Arbeitgeber:          (0800 – 4 5555 20)