04.01.2022 | Presseinfo Nr. 2

Arbeitslosenzahl zum Jahresende saisonüblich angestiegen

Nach rückläufigen Arbeitslosenzahlen im November ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Harz im Dezember wieder gestiegen. Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit folgt damit vor allem dem typischen Saisonmuster zum Jahresende, fällt aber schwächer aus als im Jahr 2019. Das hat überwiegend mit den jahreszeitlich bedingten Zugängen aus Beschäftigung aufgrund auslaufender Befristungen oder Freisetzungen in den Außenberufen zu tun. Gerade zum Quartals- und Jahresende gibt es viel Bewegung am Harzer Arbeitsmarkt. Es ist davon auszugehen, dass die Entwicklung der Arbeitslosigkeit auch in den kommenden Monaten dem typischen Saisonmuster folgt und nach einem weiteren Anstieg im Winter dann im Rahmen der Frühjahrsbelebung wieder zurückgeht.
 
Die Arbeitskräftenachfrage hat im aktuellen Monat etwas nachgelassen, allerdings sind über ein Fünftel mehr Stellen im Bestand als letztes Jahr. „Die Fachkräftesicherung bleibt damit eine der großen Herausforderungen für Unternehmen. In Zukunft werden wir uns am Arbeitsmarkt nicht nur um den Rückgang der Arbeitslosigkeit, sondern zunehmend auch mit dem Ersatz fehlender Arbeitskräfte bemühen. Die Beschäftigungschancen insgesamt und für junge Menschen werden auch für 2022 weiterhin gut bleiben. Inwieweit sich die weitere Entwicklung der Pandemie auf den Arbeitsmarkt auswirkt, ist derzeit schwer einzuschätzen“, fasst Stefanie Montag, Bereichsleiterin in der Agentur für Arbeit Halberstadt zusammen.
 

Arbeitslosigkeit im Dezember

Der Bestand an Arbeitslosen insgesamt ist um 281 Personen auf 5.315 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr, waren 888 Personen bzw. -14,3 Prozent weniger Arbeitslose zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Harz stieg daher gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr (Dezember 2020: 5,9 Prozent) waren es 0,8 Prozentpunkte weniger.

In der Region Halberstadt stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat auf 1.894 Männer und Frauen und damit um 99 Personen oder um 5,5 Prozent. Zum Vorjahr war ein Rückgang um 303 Arbeitslose oder um -13,8 Prozent zu verzeichnen. Im Landkreis Harz waren unverändert die meisten Arbeitslosen weiterhin in der Region Halberstadt gemeldet. Die Arbeitslosenquote für Halberstadt erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent (Vorjahr: 6,6 Prozent).

Ebenfalls unverändert wies die Region Wernigerode mit 1.622 Personen den geringsten Bestand an Arbeitslosen auf. Im Vergleich zum November waren hier 87 Personen oder 5,7 Prozent mehr arbeitslos gemeldet. Zum Vorjahr sank diese um 248 Männer und Frauen bzw. um -13,3 Prozent. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg auf 4,1 Prozent (Vormonat: 3,9 Prozent, Vorjahr: 4,7 Prozent).

In der Region Quedlinburg erhöhte sich die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen auf 1.799 Personen. Gegenüber dem November waren damit 95 Personen oder 5,6 Prozent mehr arbeitslos gemeldet. Zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 337 bzw. um -15,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent (Vorjahr: 6,5 Prozent).

Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat und sank zum Vorjahr sowohl im Versicherungsbereich (SGB III – Arbeitsagentur) als auch in der Grundsicherung (SGB II – Eigenbetrieb Kommunale Beschäftigungsagentur Jobcenter Landkreis Harz – KoBa).

Durch die Arbeitsagentur wurden im Dezember 41,6 Prozent (Vormonat: 39; Vorjahr: 49,2) und durch die KoBa 58,4 Prozent (Vormonat: 61,0 Vorjahr: 50,8) der gemeldeten Arbeitslosen betreut. Bei der Arbeitsagentur waren im aktuellen Monat 2.211 Personen arbeitslos gemeldet (Vormonat: +247 Personen bzw. +12,6 Prozent; Vorjahr: -839 bzw. -27,5 Prozent). In der Betreuung der KoBa befanden sich Ende Dezember 3.104 Bezieher/-innen von Arbeitslosengeld II (Vormonat: +34 Arbeitslose bzw. +1,1 Prozent; Vorjahr: -49 Personen bzw. -1,6 Prozent).

Der Blick auf die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistisches Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Hier werden neben Arbeitslosen unter anderem auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen oder arbeitsunfähig Erkrankte dargestellt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Dezember nach vorläufigen Angaben bei 8.296 Personen (Vormonat: 8.141). Die Unterbeschäftigungsquote lag aktuell bei 7,8 Prozent (Vormonat: 7,6 Prozent/ Vorjahr: 8,6 Prozent).

Kurzarbeit

Die Kurzarbeit bleibt weiterhin ein stabilisierendes Element und baut für Unternehmen und ihre Mitarbeitenden eine Beschäftigung sichernde Brücke in die kommenden Monate. Bei der Agentur für Arbeit Halberstadt wurden im Dezember 2021 insgesamt 226 Anzeigen für 1.781 Beschäftigte registriert. Im November waren es noch 33 Anzeigen für 380 Beschäftigte und im Vorjahr 291 Anzeigen für 2.385 Beschäftigte gewesen.

Nach den Hochrechnungen über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit waren im August 2021 insgesamt 2.328 Beschäftigte in 273 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit im August 3,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis von Kurzarbeit betroffen. Im Juli waren es 3,6 Prozent.

Stellenbestand gegenüber dem Vormonat rückläufig, aber über dem Vorjahr

Im Dezember ist die Arbeitskräftenachfrage im Vergleich zum November gesunken. Insgesamt meldeten öffentliche und private Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur in den letzten vier Wochen 265 Stellen. Das waren 82 Stellen weniger als im Vormonat und auch 37 Stellen weniger als vor einem Jahr. Der Stellenbestand ist gegenüber dem Monat November um 63 Stellen bzw. -3,2 Prozent gesunken, aber gegenüber dem Vorjahr um 364 oder 23,3 Prozent auf 1.923 Arbeitsstellen gestiegen. Im Dezember waren erneut die meisten Stellenangebote (Bestand) in folgenden Wirtschaftsbereichen zu verzeichnen: Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (380 Stellen, Vormonat: 385 Stellen), dem Verarbeitenden Gewerbe (286 Stellen, Vormonat: 303 Stellen), dem Bereich Gesundheit und Sozialwesen (228 Stellen, Vormonat: 216 Stellen), dem Baugewerbe (224 Stellen, Vormonat: 235 Stellen) und dem Gastgewerbe (204 Stellen, Vormonat: 218 Stellen).