02.11.2020 | Presseinfo Nr. 72

Bloß weg hier – Ausbildungsabbrüche vermeiden

Seit Jahren bewegt sich die Zahl der Auflösung betrieblicher Ausbildungsverhältnisse im Harz auf hohem Niveau und droht weiter zu steigen.
„Der Abbruch einer Ausbildung belastet Jugendliche und Ausbildungsbetriebe", so Marcella Lange, Teamleiterin der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit Halberstadt. „Häufige Gründe sind falsche Erwartungen auf beiden Seiten oder schlechte Noten von Beginn der Ausbildung an. Oftmals reicht es nicht aus, dass wir die Schulabgänger über die künftigen Anforderungen ihres Traumberufes informieren, damit in der Realität später nicht das große „Erwachen“ kommt. Der Wunsch, diesen einen vermeintlichen Traumberuf zu erlernen, ist groß und lässt den einen oder anderen schon mal vergessen, die genauen Ausbildungsinhalte vorher abzuchecken.
 

Wenn dann auch noch die Noten schlechter und schlechter werden, ist guter Rat geboten. Hier kann die Berufsberatung helfen.

Die Agentur für Arbeit Halberstadt bietet mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) einen kostenlosen Stützunterricht an, um schulische, sprachliche oder praktische Defizite auszugleichen und um die Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Ein Bildungsträger unterrichtet die mit geschultem Personal die Azubis. Die Kosten für die Unterrichte übernimmt die Agentur für Arbeit.

Manchem fällt das Lernen schwer, da gibt es Lücken aus der Schulzeit und die Noten stehen auf der Kippe. Stress mit Freunden oder Freundin macht Sorgen, einige haben Prüfungsangst, andere wirft eine Krankheit um Wochen in der Berufsschule zurück und gefährdet ernsthaft den Abschluss.

„Wenn solche oder ähnliche Probleme während der Ausbildung auftauchen, sollten sich die Auszubildenden oder die Ausbilder bei uns melden“, rät Lange. „Dabei spielt es keine Rolle, um welchen Ausbildungsberuf es sich handelt, denn ausbildungsbegleitende Hilfen können für alle betrieblichen Ausbildungsberufe gewährt werden. Die Jugendlichen erhalten Unterstützung bei fachlichen oder sozialen Problemen.

Sollte im schlimmsten Fall die Ausbildung trotz aller Hilfen abgebrochen werden müssen, ist das auch „kein Weltuntergang“. Wichtig ist jetzt, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sofort den Kontakt zur Berufsberatung zu suchen. Auch in diesen Fällen hat die Agentur für Arbeit Halberstadt eine Lösung in Form einer „Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen“, kurz BaE parat. Falls keine betriebliche Ausbildung gefunden werden kann, kann eine Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) durchgeführt werden, um jungen Menschen doch noch einen qualifizierten beruflichen Einstieg zu ermöglichen.