31.08.2021 | Presseinfo Nr. 23

Aktuelle Arbeitsmarktentwicklung lässt optimistisch in den Herbst blicken

- Zahl der Arbeitslosen steigt leicht
- Arbeitsmarkt unverändert – Fachkräfte nachgefragt
- Kurzarbeitergeldnachfrage rückläufig

Überblick

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren Ende August 16.904 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 59 Arbeitslose (0,4 Prozent) mehr als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr sind gegenwärtig 1.562 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet. (- 8,5%)

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, bleibt im zurückliegenden Monat unverändert bei 7,8 Prozent.

„Unsere derzeitigen Herausforderungen sind nicht die steigenden Arbeitslosenzahlen, sondern der Strukturwandel sowie die Veränderung der Branchen-, Berufs- und Anforderungsstruktur. Individuelle Erwerbschancen müssen ergriffen werden, lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Dies gilt gerade für Arbeitnehmer, deren Tätigkeiten durch moderne Technologien ersetzt werden können. Daher sind Aus- und Weiterbildung von Beschäftigten, die Qualifizierung von Arbeitslosen, die Rückkehr von Arbeitskräften nach familienbezogenen Auszeiten und die Integration zugewanderter Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eine der aktuellen Herausforderungen. Die Pandemie hat sich hierbei als Katalysator der Veränderung gezeigt“, so Petra Bratzke, Chefin der Hallenser Arbeitsagentur.

Jugendliche und Ältere

Den Jugendlichen gilt unsere besondere Aufmerksamkeit. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im August 2021 gestiegen. Mit 1.981 Personen, d.h. 202 mehr als im Juli 2021. Damit nehmen die 15- bis unter 25jährigen einen Anteil von 11,7 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Halle ein. Absolut sind 208 Jugendliche weniger als im Vorjahr zur selben Zeit (- 9,5 %) in Betreuung. Das ist typisch für den Sommer: Jugendliche wechseln von der Schule zur Ausbildung oder zum Studium, Auswahl- und Entscheidungsprozesse laufen immer noch bzw. liegen die Ergebnisse noch nicht in jedem Fall vor. Dennoch ist weiterhin unser Ziel, die noch freien Ausbildungsplätze mit geeigneten Jugendlichen zu besetzen. Deshalb der Appell an alle Jugendlichen, die noch keinen Plan haben: „Die Agentur für Arbeit ist für Euch da! Die Ausbildungsvermittlung läuft auf Hochtouren, diese Personengruppe bleibt im Fokus mit zahlreichen Aktivitäten wie Aktionstagen oder Hotlineschaltungen“, weiß Bratzke.

Mit unserer Sonderhotline (Tel. 0345 5249 1510) bieten wir den Jugendlichen und Eltern auch zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres die Möglichkeit telefonisch alle Fragen rund um den Berufseinstieg zu klären.

Zahl der Langzeitarbeitslosen geht im Vergleich zum Vormonat weiter zurück

Die durch die Krisenfolgen im Verlauf des Jahres 2020 und zu Beginn des Jahres 2021 gestiegene Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im August gesunken. So waren im Berichtsmonat 7.169 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Arbeit und galten daher als langzeitarbeitslos. Das waren 30 weniger als im Juli 2021, aber 1.328 mehr als im Juli 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen beträgt im Agenturbezirk 42,4 Prozent.

Stellenangebote auf hohem Niveau „querbeet“ durch alle Branchen

Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters Halle (Saale) 905 neue Stellen, damit steigt das Angebot an Stellenangeboten deutlich zum Vorjahresmonat (+35,9 %). Aktuell hat die Agentur 4.062 Stellen im Portfolio, die zu besetzen sind.

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III waren 110 Frauen und Männer im Juli 2021 mehr arbeitslos als im Vorjahresmonat. Im August waren somit 4.806 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet.

Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) ist die Arbeitslosigkeit von Juli 2021 auf August 2021 um 51 Personen gesunken. Im Bereich des SGB II gab es im August 2021 12.098 Arbeitslose, 358 weniger als im August des Vorjahres.

Regional bietet sich weiterhin ein differenziertes Bild

In der Stadt Halle waren im August 10.970 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 75 mehr als vor einem Monat, von denen 8.215 (-16) die Grundsicherung bezogen. Der relative Anteil von SGB II Arbeitslosen der Stadt Halle hält sich auf einem hohen Niveau, aktuell 74,9%. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt weiterhin mit 9,2 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (7,8%).

Im Saalekreis sind derzeit 5.934 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 6,1 Prozent deutlich unter dem Agenturdurchschnitt. Dies sind 16 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 929 weniger als noch vor einem Jahr. Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug 65,4 % das entspricht 3.883 Personen (- 35 Personen zum Vormonat).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg sank um 28 Personen bzw. 0,6 Prozent auf 4.536. 

Fazit Bratzke:

„Wir bleiben trotz der Unsicherheiten aufgrund einer vierten Corona-Welle optimistisch. Entscheidend für die weitere Erholung des Arbeitsmarkts im Agenturbezirk ist aber, dass die Pandemie ohne neuerliche gravierende Einschränkungen auskommt und die Unternehmen am Markt bestehen. Zusätzliche beschäftigungswirksame Impulse bekommt der Markt durch regionales Ansiedlungsgeschehen“, so Petra Bratzke abschließend.