02.11.2022 | Presseinfo Nr. 28

Krise erreicht nur langsam den Arbeitsmarkt

- Arbeitslosenquote sinkt auf 7,5 %
- Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit

Überblick

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren Ende Oktober 16.101 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 253 Arbeitslose weniger als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr sind gegenwärtig 570 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet (+3,7 %). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sinkt auf 7,5 Prozent.

„Die Wirtschaft im Agenturbezirk muss gerade zahlreiche Belastungen gleichzeitig aushalten. Steigende Energiepreise, unterbrochene Lieferketten und fehlende Fachkräfte machen den Firmen zu schaffen und die wirtschaftlichen Vorhersagen für 2023 erhöhen die Unsicherheit zusätzlich. Trotz alledem zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt stabil. Mit dem Kurzarbeitergeld, den umfangreichen Entlastungsmaßnahmen und den Maßnahmen aus dem Abwehrschirm wird versucht, dass die Unternehmen ihre Beschäftigten auch in der Krise halten können. Um den Unternehmen Planungssicherheit zu geben, wurde der vereinfachte Zugang zum Kurzarbeitergeld verlängert“, so die Hallenser Agenturchefin Simone Meißner.

Jugendliche

Der relative Anteil arbeitsloser Jugendlicher an allen Arbeitslosen bleibt mit 10,0 Prozent hoch, die spezifische Arbeitslosenquote der unter 25jährigen liegt mit 7,7 Prozent leicht über dem Agenturdurchschnitt.

Mit unserer Sonderhotline (Telefon 0345 - 5249 1510) und zahlreichen virtuellen Beratungsformaten bietet die Berufsberatung neben der persönlichen Beratung weiterhin den Jugendlichen und Eltern die Möglichkeit, sich telefonisch und per Videochat zu allen Fragen rund um den Berufseinstieg zu erkundigen.

Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt deutlich im Vorjahresvergleich

Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen beträgt im Agenturbezirk 36,9 Prozent. Eine Ursache des anhaltend hohen Anteils sind die durch Krisenfolgen im Verlauf des Jahres 2020 und zu Beginn des Jahres 2021 gestiegene Zahl der Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist allerdings ein deutlicher Rückgang im Agenturbezirk mit 15,6 Prozent zu verzeichnen.

Bestand an Stellenangeboten weiterhin auf hohem Niveau

Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters Halle (Saale) 603 neue Stellen. Aktuell sind der Agentur 3.332 Stellen zur Besetzung gemeldet.

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) waren 80 Frauen und Männer im Oktober weniger arbeitslos als im Vormonat. Im Oktober waren somit 4.272 Frauen und Männer im Rechtskreis SGBIII arbeitslos gemeldet.

Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) ist die Arbeitslosigkeit von September 2022 auf Oktober 2022 um 173 Personen gesunken. Im Bereich des SGB II gab es im Oktober 11.829 Arbeitslose, 323 mehr als im Oktober des Vorjahres.

Regional bietet sich weiterhin ein differenziertes Bild

In der Stadt Halle waren im Oktober 10.350 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 132 weniger als vor einem Monat, von denen 7.882 (-97) die Grundsicherung bezogen. Der relative Anteil von SGB II Arbeitslosen der Stadt Halle hält sich auf einem hohen Niveau, aktuell 76,2%. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt weiterhin mit 8,6 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (7,5%).

Im Saalekreis sind derzeit 5.751 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Dies sind 121 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 46 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,0 Prozent weiterhin deutlich unter dem Agenturdurchschnitt. Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen liegt bei 68,6% das entspricht 3.947 Personen (-76 Personen zum Vormonat).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg sinkt im Oktober 2022 um 70 Personen bzw. -1,5 Prozent auf 4.516. 

Fazit:

„Bei hohen wirtschaftlichen Risiken im Agenturbezirk haben zu­gleich Arbeitskräfte-Engpässe stark zugenommen. Dahinter stehen etwa der demografische Wandel, der Nachholbedarf nach langer Corona-Einstellungsflaute und die zusätzlichen Bedarfe im technischen und handwerklichen Bereich für die Energiewen­de. Fachkräftesicherung bleibt daher über die Energiekrise hinaus für die wirt­schaftliche Entwicklung ein zentrales Thema“ so Meißner abschließend.