30.09.2022 | Presseinfo Nr. 24

Arbeitskräftemangel trifft auf Energiekrise

• Arbeitslosenquote sinkt auf 7,6 %
• Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit

Überblick

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren Ende September 16.354 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 230 Arbeitslose weniger als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr sind gegenwärtig 113 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet (+0,7 %). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sinkt auf 7,6 Prozent.

„Seit einigen Jahren reagiert die Erwerbstätigkeit im Agenturbezirk wesentlich robuster auf konjunkturelle Schwankungen als davor. Angesichts der gestiegenen Arbeitskräfteknappheit versuchen viele Firmen, ihre Beschäftigten auch in konjunkturellen Schwächephasen zu halten. Dies zeigte sich auch während des plötzlichen und massiven Einbruchs der Wirtschaftsleistung in der Corona-Krise. Er setzte den Arbeitsmarkt zwar massiv unter Druck, aber gestützt durch Kurzarbeit stabilisierte sich die Beschäftigung schnell. Wir erwarten, dass die grundsätzliche Stabilität dem Arbeitsmarkt auch bei der Verarbeitung des wirtschaftlichen Schocks infolge des Ukraine-Kriegs zu Gute kommt. In Anbetracht des hohen Arbeitskräftebedarfs erwarten wir aktuell keinen Einbruch am Arbeitsmarkt“, so die Hallenser Agenturchefin Simone Meißner.

Jugendliche

Der relative Anteil arbeitsloser Jugendlicher an allen Arbeitslosen bleibt mit 10,0 Prozent hoch, die spezifische Arbeitslosenquote der unter 25jährigen liegt mit 7,8 Prozent leicht über dem Agenturdurchschnitt.

Mit unserer Sonderhotline (0345/52491510) und zahlreichen virtuellen Beratungsformaten bietet die Berufsberatung neben der persönlichen Beratung weiterhin den Jugendlichen und Eltern die Möglichkeit, sich telefonisch und per Videochat zu allen Fragen rund um den Berufseinstieg zu erkundigen.

Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt deutlich im Vorjahresvergleich

Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen beträgt im Agenturbezirk 36,8 Prozent. Eine Ursache des anhaltend hohen Anteils sind die durch Krisenfolgen im Verlauf des Jahres 2020 und zu Beginn des Jahres 2021 gestiegene Zahl der Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist allerdings ein deutlicher Rückgang im Agenturbezirk mit 15,6 Prozent zu verzeichnen.

Bestand an Stellenangeboten weiterhin auf hohem Niveau

Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters Halle (Saale) 671 neue Stellen. Aktuell sind der Agentur 3.445 Stellen zur Besetzung gemeldet.

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) waren 161 Frauen und Männer im September weniger arbeitslos als im Vormonat. Im September waren somit 4.352 Frauen und Männer im Rechtskreis SGBIII arbeitslos gemeldet.

Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) ist die Arbeitslosigkeit von August 2022 auf September 2022 um 69 Personen gesunken. Im Bereich des SGB II gab es im September 12.002 Arbeitslose, 76 mehr als im September des Vorjahres.

Regional bietet sich weiterhin ein differenziertes Bild

In der Stadt Halle waren im September 10.482 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 163 weniger als vor einem Monat, von denen 7.979 (-79) die Grundsicherung bezogen. Der relative Anteil von SGB II Arbeitslosen der Stadt Halle hält sich auf einem hohen Niveau, aktuell 76,1%. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt weiterhin mit 8,7 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (7,6%).

Im Saalekreis sind derzeit 5.872 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Dies sind 67 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 158 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,1 Prozent weiterhin deutlich unter dem Agenturdurchschnitt. Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen liegt bei 68,5% das entspricht 4.023 Personen (+ 10 Personen zum Vormonat).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg sinkt im September 2022 um 45 Personen bzw. -1,0 Prozent auf 4.586. 

Fazit:

Aktuell ist der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk durch Personalengpässe in vielen Bereichen geprägt. Zusätzlich zu Bereichen wie Pflege, Erziehung, Handwerk und IT bestehen solche Engpässe jetzt zudem in Branchen, die am stärksten von der Corona-Krise betroffen waren, etwa in der Gastronomie und in der Hotellerie.

Pressestelle der Agentur für Arbeit Halle

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