03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitsmarkt im Dezember 2019 wie erwartet

- kaum messbarer Anstieg der Arbeitslosen, lediglich 202 mehr in der Statistik 14.932 (Dez. 2018: 15.857)
- Arbeitslosenquote steigt leicht um 0,1% auf 7,0 Prozent (Dez. 2018: 7,3 Prozent)
- Allerdings mehr Arbeitsstellen im Dezember
 

Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Jahresende saisonüblich leicht gestiegen, blieb aber entsprechend dem Landestrend unter dem Vorjahreswert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt auf hohem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr wurde im Agenturbezirk ein deutlicher Abbau der Arbeitslosigkeit von ca. 6 Prozent erreicht. Der Dezember-Bestand an Arbeitslosen ist seit Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Dies entsprach auch dem Landestrend.

„Arbeitskräftesicherung bleibt die zentrale Herausforderung auf dem Arbeitsmarkt in 2020, die weiterhin zu bewältigen ist. Jeder einzelne Arbeitgeber spürt die Dynamik des Arbeitsmarktes und muss sich diesen Veränderungen stellen und anpassen. Der Eine mehr, der Andere noch nicht so sehr. Der Wettbewerb um Arbeitskräfte bleibt und wird anspruchsvoller. Deshalb ist es auch zukünftig notwendig, Schüler rechtzeitig über Berufschancen zu informieren und potentielle Nachwuchskräfte für das eigene Unternehmen zu begeistern und sich auf die Generation Z einzustellen“, so Petra Bratzke Chefin der Hallenser Agentur für Arbeit.

Jugendliche

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren stagniert bei 1.389 und ist an sich unauffällig. Sie machten somit insgesamt 9,3 Prozent der Arbeitslosen im Agenturbezirk Halle aus.                                                                                                                                   

„In Zeiten des Fachkräftemangels zählen viele Weisheiten der Azubi-Rekrutierung nicht mehr. Das führt zu einem bemerkenswerten Wandel in den regionalen Firmen. Nicht mehr die Auszubildenden passen sich an die Berufswelt an, jetzt ist es teilweise umgekehrt. Wenn ich mich unter Handwerkern, Büromanagern und Unternehmern umhöre, zeigt sich mir immer wieder das gleiche Bild. Ganze Organisationen krempeln sich um, um den Arbeitsalltag an die Kenntnisse und Fähigkeiten der zukünftigen Mitarbeiter anzupassen“, so Bratzke.

Ältere

31,5 Prozent der Arbeitslosen im Agenturbezirk Halle sind 50 Jahre und älter. Im Vergleich zum Vormonat ist diese Zahl um 0,9 Prozent auf 4.705 angestiegen, im Vorjahresvergleich jedoch ging sie um 8,7 Prozent zurück.

„Weiterbildung um mit dem technischen Fortschritt Schritt halten zu können ist notwendig: Damit beispielsweise Dachdecker mit Drohnen arbeiten können, Konstrukteure mit 3D-Druckern oder Techniker und Ingenieure Fahrzeuge mit neue Antriebstechniken bauen. In vielen Berufen wird die Digitalisierung, der Umgang mit künstlicher Intelligenz und die Robotik zum Arbeitsalltag gehören. Neue Technologien verändern die beruflichen Tätigkeiten von immer mehr Beschäftigten. Egal ob in der Industrie oder im Einzelhandel – alle müssen ihre Qualifikationen unabhängig vom Ausbildungsniveau stetig anpassen“, so Bratzke weiter

Stellenangebote

700 Stellen wurden im Dezember 2019 gemeldet, 69 mehr als im November 2019.                                   

Seit Jahresbeginn 2019 meldeten Arbeitgeber insgesamt 9.362 Arbeitsplätze dem Arbeitgeberservice.

Um Menschen und Arbeit zusammenzubringen beteiligt sich die Agentur für Arbeit Halle an verschiedenen Jobmessen in der Region auch in 2020.

Am 10./11.01.2020 ist die Agentur für Arbeit Halle auf der Messe Chance 2020 vertreten.

Die JOBregional 2020, die am 28.Februar 2020 im Globana Trade Center in Schkeuditz von 11.00-17.00 Uhr stattfindet, bietet zahlreichen Firmen aus der Region die Möglichkeit direkt mit den Arbeitnehmern in Kontakt zu kommen.

Zusammen mit den umliegenden Arbeitsagenturen und Jobcentern wird diese Börse zum 7.Mal veranstaltet. Besonders Job- und Ausbildungsangebote für den Großraum rund um das Schkeuditzer Kreuz. „Zahlreiche regionale Unternehmen auch aus unserem Agenturbezirk werden sich über alle Branchen hinweg dort mit ihren Stellenangeboten in Schkeuditz präsentieren“, so Bratzke.

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Von der weiterhin stabilen wirtschaftlichen Lage profitieren alle Arbeitslose, sowohl der Bereich der Arbeitslosenversicherung als auch die Grundsicherung. 

Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) ist die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember 2019 um lediglich 39 Personen auf 10.757 Arbeitslose angestiegen (Arbeitslosenquote SGB II 5,0%), in der Stadt Halle ging die Zahl um 79 Personen auf 6.833 zurück.

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosengeld I) waren 163 Frauen und Männer im Dezember 2019 mehr arbeitslos gemeldet.

Hier waren im aktuellen Berichtszeitraum insgesamt 4.175 (Arbeitslosenquote SGB III 1,9%) Frauen und Männer arbeitslos registriert, 143 als im Jahr zuvor.

Blick in die Geschäftsstellen

Deutliche regional Unterschiede bestehen immer noch, werden jedoch geringer als in den Vorjahren. Bei der Arbeitslosenquote liegt der Saalekreis mit 5,9% vorn, Halle weist immer noch eine Quote von 7,8 % auf.

In Halle waren im Dezember 9.154 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 30 weniger als noch vor einem Monat, von denen 6.833 (- 79), nach dem SGB II betreut werden. Der relative Anteil von SGB II Arbeitslosen der Stadt Halle liegt weiterhin auf anhaltend hohem Niveau, mit 74,6%. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt mit 7,8 % Prozent weiterhin über dem Agenturdurchschnitt (7,0%).

Im Saalekreis sind aktuell 5.778 Frauen und Männer in der Arbeitslosenstatistik. Dies sind 232 Arbeitslose mehr als im Vormonat aber 709 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,9 Prozent deutlich unter dem Agenturdurchschnitt.  Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug 67,9 % das entspricht 3.924 Personen (+ 118 Personen zum Vormonat).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg steigt um 186 Personen bzw. 4,4 Prozent auf 4.448.