30.07.2020 | Presseinfo Nr. 36

„Arbeitsmarkt – Abwärtstrend gestoppt“

Region ist vergleichsweise gut durch den Sommer bisher gekommen

 

  • Zahl der Arbeitslosen geht leicht zurück

  • Arbeitslosenquote sinkt auf 8,6 Prozent (Vorjahr: 7,3 Prozent)

  • 18.342 arbeitslose Frauen und Männer im Agenturbezirk,
    175 weniger als im Vormonat (Vorjahr: 15.732)

  • Arbeitskräftenachfrage zieht wieder an

 

Überblick

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren Ende Juni 18.342 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 175 Arbeitslose (0,9 Prozent) weniger als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr sind gegenwärtig 2.610 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. (+16,6%)

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, ging im zurückliegenden Monat leicht zurück auf 8,6 Prozent.

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Halle ist bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. Das ist insbesondere dem Instrument des Kurzarbeitergeldes zu verdanken. Nachdem die Arbeitslosigkeit im April und Mai kräftig gestiegen war, hatte sie im Juni nur noch wenig zugelegt und ist jetzt sogar wieder leicht rückläufig.

Geholfen haben dabei auch die Stützungsmaßnahmen der Politik und dass die Restriktionen für die lokale Wirtschaft aufgrund der deutlich gesunkenen Covid-19-Infektionszahlen zügig wieder gelockert worden seien.

"Um die negativen Effekte der Corona-Krise am Arbeitsmarkt wieder aufzuholen, bräuchte man aber eine stärkere Einstellungsdynamik. Auch bestünden für den weiteren Verlauf nach wie vor wirtschaftliche Risiken, wenn sich das Infektionsgeschehen wieder verschärfen sollte. Unabhängig davon besteht die Gefahr von vermehrten Insolvenzen nach dem Ende der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht am 30. September“, so Petra Bratzke, Chefin der Hallenser Arbeitsagentur.

 

Jugendliche und Ältere

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im Juni 2020 leicht gestiegen. Mit 1.937 Personen, d.h. 26 mehr als im Juni 2020. Damit nehmen die 15- bis unter 25jährigen einen Anteil von 10,6 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Halle ein.

„Wir erleben gerade eine Krise, deren besonderes Merkmal ist, dass es gar nicht zu so vielen Entlassungen kommt. Es sind zum Beispiel weniger als während der Rezession im Jahr 2009. Aber die Einstellungsquoten sind stark zurückgegangen und das war 2009 nicht so. Das betrifft nicht die Leute im Arbeitsverhältnis, die in Kurzarbeit gehen können. Aber die Jungen, die auf den Arbeitsmarkt drängen, bekommen gerade ein Problem“, so Bratzke.

Absolut haben wir 287 Jugendliche mehr als im Vorjahr zur selben Zeit (+ 17,4%) in Betreuung. Mit unserer Sonderhotline (0345/52491510) bieten wir den Jugendlichen und Eltern die Möglichkeit telefonisch alle Fragen rund um den Berufseinstieg zu klären.

Die Arbeitslosigkeit bei älteren Arbeitslosen über 50 Jahren ist leicht zurückgegangen (-2,1 Prozent auf 5.454).

„Mit einem Anteil von 29,7 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Halle besteht auch hier weiterhin Handlungsbedarf und wir werben mit unseren Mitarbeitern im Arbeitgeberservice verstärkt bei den Arbeitgebern, gemeinsam Chancen und Qualifizierungsmöglichkeiten zu nutzen“, stellt Petra Bratzke mit Blick auf das Qualifizierungschancengesetz fest.

 

Stellenangebote

Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters Halle (Saale) 678 neue Stellen, damit bleibt das Angebot an neu eingehenden Stellenangeboten konstant zum Vormonat. Aktuell hat die Agentur 2.983 Stellen im Portfolio, die zu besetzen sind.

 

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III waren 1.600 Frauen und Männer im Juli 2020 mehr arbeitslos als im Vorjahresmonat. Im Juli waren 5.801 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet.

Im Rechtskreis SGB II ist die Arbeitslosigkeit von Juni 2020 auf Juli 2020 um 251 Personen gesunken. Im Bereich des SGB II gab es im Juli 2020 12.541 Arbeitslose, 1.010 mehr als im Juli des Vorjahres.

Regional bietet sich weiterhin ein differenziertes Bild

In der Stadt Halle waren im Juli 11.489 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 24 mehr als vor einem Monat, von denen 8.191 (-17) die Grundsicherung bezogen. Der relative Anteil von SGB II Arbeitslosen der Stadt Halle hält sich auf einem hohen Niveau, aktuell 71,3%. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt weiterhin mit 9,8 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (8,6%).

Im Saalekreis sind derzeit 6.853 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 7,1 Prozent deutlich unter dem Agenturdurchschnitt. Dies sind 199 Arbeitslose weniger als im Vormonat aber 784 mehr als noch vor einem Jahr. Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug 63,5 % das entspricht 4.350 Personen (- 234 Personen zum Vormonat).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg sank um 183 Personen bzw. 3,4 Prozent auf 5.216. 

 

Fazit Bratzke:

„Wir sind noch nicht durch, auch wenn es sich gelegentlich so anfühlt in unserer Gesellschaft. Insbesondere wegen dem Instrument der Kurzarbeit ist es nicht zu Massenentlassungen gekommen in einigen Branchen. Aktuell sind Ferien aber die Anspannung in der Weltwirtschaft ist noch nicht weg und wir haben den Herbst vor uns, wo es wesentlich unsicherer werden wird als in den Vorjahren,“ so Bratzke abschließend.