01.09.2020 | Presseinfo Nr. 41

Agenturchefin verhalten zuversichtlich

Entspannung aber keine Entwarnung für den regionalen Arbeitsmarkt
 

  • 18.466 arbeitslose Frauen und Männer im Agenturbezirk - 124 mehr als im Vormonat (Vorjahr: 15.698)

  • Arbeitslosenquote konstant bei 8,6 Prozent (Vorjahr: 7,3 Prozent)

  • Ausbildungsmarkt bietet noch zahlreiche Chancen

 

Überblick

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren Ende August 18.466 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 124 mehr als noch vor einem Monat.

Folglich keine Veränderung der Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, im Monat August weiterhin bei 8,6 Prozent.

Das heißt die Bestandszahlen sind wenig aussagefähig, um Bewegungen am Arbeitsmarkt zu beschreiben und sind kein Beleg dafür, dass am Markt nichts passiert.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt stabilisiert sich nach dem „Corona-Schock“ weiter.“ Doch von einer nachhaltigen Trendwende kann noch keine Rede sein. Ab Herbst könne es wieder ungemütlicher für die regionale Wirtschaft werden. Das größte Risiko für einen nachhaltigen Aufschwung in der Region ist und bleibt der weitere Pandemieverlauf. Für eine Entwarnung sei es deshalb noch zu früh,“ so Petra Bratzke, Chefin der Hallenser Arbeitsagentur.

Alle Frühindikatoren deuten aktuell darauf hin, dass keine weiteren großen Einbrüche auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten sind. Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk wird weiterhin deutlich von der Kurzarbeit gestützt, was das Ausmaß von Entlassungen bisher begrenzte. Wegen der Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2021 bleibe dieser stützende Effekt weiterhin wirksam.

„In den von der Corona-Pandemie am meisten betroffenen Branchen wie etwa Gastronomie und Tourismus stehen die Signale noch nicht auf grün. Aufgrund der nur sehr verhaltenen Erholungsdynamik werden einige Firmen trotz staatlicher Unterstützungsmaßnahmen am Ende doch nicht um Stellenstreichungen oder gar eine Insolvenz herumkommen,“ so Bratzke.

Eine der größten Herausforderungen bleibt auch während der Corona Krise der Strukturwandel die Veränderung der Branchen-, Berufs- und Anforderungsstruktur. Um mit den Änderungen der Arbeitswelt Schritt zu halten und die individuellen Erwerbschancen zu wahren, wird lebenslanges Lernen immer wichtiger. Dies gilt gerade für Arbeitnehmer, deren Tätigkeiten durch moderne Technologien ersetzt werden können.

Der gemeinsame Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Halle und des Jobcenter Halle(Saale) ist aktuell in intensiven Gesprächen mit den Arbeitgebern hinsichtlich bestehender Qualifizierungsbedarfe.

Arbeitgeberhotline: 08004555520             Arbeitnehmerhotline: 08004555500

 

Jugendliche

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im August 2020 auf 2.189 Personen gestiegen, d.h. 252 mehr als im Juli 2020 sind in diesem Monat bei der Agentur gemeldet.

Damit nehmen die 15- bis unter 25-Jährigen einen Anteil von 11,9 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Halle ein. Das ist ein Anstieg um 13,0% und das obwohl der Ausbildungsmarkt in der Region für diesen Personenkreis vielfältige Angebote zur Verfügung stellt.

Seit Beginn des aktuellen Berufsberatungsjahres haben 1.740 Mädchen und Jungen bei der Hallenser Arbeitsagentur um Unterstützung bei der Ausbildungssuche gebeten – 21 weniger als im Jahr zuvor, aber die Bewerber – Stellenrelation ist so gut wie nie zuvor.

Die Zahl der seit Beginn des Berichtsjahres gemeldeten Bewerber für Ausbildungsstellen (1.740) und der gemeldeten Ausbildungsstellen (1.956) zeigt, dass Angebot und Nachfrage immer noch mehr Chancen in der Region bieten. „Die Besetzungsprozesse der Ausbildungsstellen gestalten sich aufwendig gerade in Zeiten der Corona Krise, da wir aktuell versuchen die 5-6 Wochen aufzuholen, welche uns den Kontakt zu den Jugendlichen erschwert hatten,“ so Bratzke mit Blick auf die aktuellen Zahlen am Ausbildungsmarkt.

„Wer bis jetzt noch keinen Erfolg mit einer Bewerbung hatte, muss jetzt weiter dranbleiben. Es ist noch nicht zu spät, um im September mit einer Ausbildung durchzustarten und ruhig auch mal die Alternativen checken “, so Bratzke weiter.

Aktuell können Jugendliche jederzeit noch in ein Ausbildungsverhältnis einsteigen.

Der Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit Halle

Mail: Halle.151-Berufsberatung-vor-dem-Erwerbsleben@arbeitsagentur.de

Telefonnummer: 0800 4 5555 00 (gebührenfrei) bzw. die Sonderhotline 0345/52491510

 

Stellenangebote

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt konstant. Der Arbeitsmarkt kommt langsam wieder in Fahrt.

Im August 2020 waren im Agenturbezirk 3.057 Arbeitsstellen im Bestand.

Im Vorjahresvergleich gab es 74 Stellen mehr, d.h. Fachkräfte werden weiterhin dringend gebraucht.

Besonders gesucht werden Arbeitskräfte im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich Handel, Lager - Logistik im Baugewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen.

 

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) waren 209 Frauen und Männer im August 2020 mehr arbeitslos gemeldet im Vergleich zum Vormonat, insgesamt 6.010.

Das ist ein Anstieg von 1.815 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) ist die Arbeitslosigkeit von Juli auf August 2020 um insgesamt 85 auf 12.456 Arbeitslose gesunken, in der Stadt Halle ging die Zahl um 13 Personen auf 8.178 zurück.

 

Blick in die Geschäftsstelle

Regionale Unterschiede bleiben weiterhin bestehen.

In der Stadt Halle waren im August 2020 insgesamt 11.603 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 114 mehr als vor einem Monat, von denen 8.178 (-13), nach dem SGB II betreut werden. Der relative Anteil von SGB II Arbeitslosen der Stadt Halle stagniert weiterhin auf einem hohen Niveau, aktuell 70,5 %. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt mit 9,9 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (8,6%).

Im Saalekreis sind dagegen 6.863 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, d.h. 10 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 983 mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 7,1 Prozent 0,1 Prozent über dem Vormonat aber deutlich unter dem Agenturdurchschnitt.

Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug 62,3 % das entspricht 4.278 Personen (-72 Personen zum Vormonat).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg fiel um 15 Personen bzw. 0,3 Prozent auf 5.201.