31.08.2020 | Presseinfo Nr. 40

5 Jahre: Wir schaffen das – wie ausländische Fachkräfte den Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Halle stärken

Pressemitteilung

Ein Rückblick

Sommer 2015: Der Bürgerkrieg in Syrien eskaliert und Millionen Menschen mussten Schutz, Hilfe und eine Zukunft suchen. Einziger Ausweg: Die Flucht aus der Heimat in benachbarte Länder wie Jordanien, den Libanon und die Türkei, aber auch nach Europa und Deutschland. Nach Europa nahmen die meisten den beschwerlichen und gefährlichen Weg über die sogenannte „Balkanroute“ auf. Die Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nahmen stark zu und auch die Kommunen standen vor organisatorischen Herausforderungen bei der Unterbringung.

In dieser Situation sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag, den 31. August 2015, um 13.30 Uhr, auf ihrer alljährlichen Sommerpressekonferenz "Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das! Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden."

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Halle und Saalekreis fünf Jahre später

Das Migration funktionieren kann beweisen auch die Zahlen in Halle. Ein Blick auf die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zeigt die Erfolge. Im Dezember 2019 waren 98.782 Menschen mit Arbeitsort in Halle sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 5.151 davon mit ausländischen Wurzeln. Im Dezember 2015 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bei 94.949.293, davon 2.513 Ausländer.

Im Dezember 2019 waren 70.061 Menschen mit Arbeitsort im Saalekreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 3.651 davon mit ausländischen Wurzeln. Im Dezember 2015 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bei 68.632, davon 2.531 Ausländer.

“Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern in Halle und im Saalekreis hatten wir von Anfang an das Ziel, dass die Menschen möglichst gut ausgebildet als Fachkräfte in einen Job zu integriert werden. Dies geht am ehesten über eine bedarfsorientierte Qualifizierung und den kontinuierlichen Erwerb von Sprachkenntnissen. Ankommen braucht Zeit und die Unterstützung der Gesellschaft. Dabei reden wir nicht von wenigen Monaten, sondern einen Zeitraum von sechs bis sieben Jahren”, so Petra Bratzke, Chefin der Hallenser Agentur für Arbeit.

Der Bedarf an Fachkräften im Agenturbezirk Halle wächst seit Jahren. Dies rief auch eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit Halle und den verschiedensten Netzwerkpartnern hervor. Ein Blick auf die Zahl der sozialversicherungspflchtigen Beschäftigten im Agenturbezirk mit Herkunft aus Asylländern verdeutlicht die Erfolge von Migration.”Besonders bewährt hatte sich in den letzten 5 Jahren die sehr gute Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Region, ohne die die wir diese Integrationserfolge nicht geschafft hätten. An der Stelle wurde deutlich wir schaffen das nur zusammen und dafür Danke ich ausdrücklich den Firmen in der Region,” so Bratzke.

Im Dezember 2015 waren 197 Menschen aus Asylherkunftsländern (beispielsweise Afghanistan, Irak, Syrien) in Halle sozialversicherungspflichtig beschäftigt, Ende 2019  waren es 1.333.

Im Saalekreis waren im Dezember 2015 59 Menschen aus Asylherkunftsländern (beispielsweise Afghanistan, Irak, Syrien) im Saalekreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt, Ende 2019  waren es 385.

Auch die Statistik des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, kurz IAB, zeigt, dass die Hälfte der Geflüchteten, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, fünf Jahre nach dem Zuzug einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Die Hälfte davon arbeitet als Fachkraft oder mit höheren Anforderungsniveau (IAB-Kurzbericht 4/2020).