30.05.2018 | Presseinfo Nr. 13

Mit Weiterbildung zum gesuchten Lokführer

Ab heute dürfen sie fahren und rangieren, mit bis zu 5.000 PS bewegen sie bis zu 700 Meter lange Güterzüge auf bundesdeutschen Strecken. Sechs ehemals arbeitslose Hamburger Männer haben in 1923 Übungseinheiten auf der Schulbank, im Fahrsimulator und direkt auf der Schiene bewiesen, dass sie alles beherrschen. Ab heute dürfen sie sich Triebfahrzeugführer nennen, sie haben ihre Prüfung bestanden.

„Abschlussbezogene Qualifizierungen katapultieren An- und Ungelernte nach bestandener Prüfung sofort auf das Niveau eines Facharbeiters. Und der Bedarf an Fachkräften ist branchenübergreifend hoch. Ob in der Logistik, dem Gesundheitswesen, im Handwerk oder in der Gastronomie, Hamburger Unternehmen suchen qualifiziertes Personal. Etwa 90 Prozent der uns gemeldeten 17.200 Stellenangebote für Fach- und Führungskräfte bezeugen dies. Eine beruflichen Qualifizierung erfordert über einen langen Zeitraum beständig hohe Motivation der Teil-nehmer*, auch unter Einbeziehung ihres persönlichen Umfeldes. Meine Arbeitsvermittler und -berater klären darüber in persönlichen Gesprächen mit den Arbeitslosen auf. Sie prüfen Motiva-tion, Tauglichkeit, Mobilität, gesundheitliche und psychologische Eignung vor Beginn einer jeden Umschulung. Damit wollen wir das Risiko eines Scheiterns verhindern und setzen investierte Beitragsmittel passgenau ein", erklärt Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg.

Die Arbeitsagentur und Jobcenter team.arbeit.hamburg qualifizierten im vergangenen Jahr mit über 51 Millionen Euro u.a. 1.317 arbeitslose Hamburgerinnen und Hamburger auf Fachkräfte-Niveau. Fock betont dabei den praktisch Nutzen, von dem alle Beteiligten partizipieren: „Die Arbeitsuchenden und das Unternehmen an erster Stelle, aber auch Jobcenter und Arbeitsagenturen. Durch die enge Kooperation aller Beteiligten ist dieser Weg der Fachkräftegewinnung wegweisend. Ich gratuliere den Teilnehmern zur bestandenen Prüfung und zum nahtlosen Übergang in eine verantwortungsvolle Tätigkeit."

Die Eisenbahnunternehmen befinden sich in einer Phase des Personalaufbaus, müssen aber auch Abgänge von Kollegen kompensieren, die verstärkt in den Ruhestand gehen. „Vor diesen Herausforderungen stehen viele Unternehmen im Schienengüterverkehr", sind sich Lars Gehrke, Geschäftsführer der Eisenbahngesellschaft Potsdam GmbH und Lutz Wörner Geschäftsführer der Hanseatischen Bahn Contor GmbH einig.

Statement Lars Gehrke, GF EGP:

Wir als EGP freuen uns natürlich riesig über die neuen Mitarbeiter. Auf einen Schlag 6 Fach-kräfte zu bekommen ist in der heutigen Zeit als „Goldstaub" zu bezeichnen. Die Zusammenarbeit mit der ODEG als Bildungsträger und der Arbeitsagentur Hamburg war aus unserer Sicht vorbildlich. Probleme konnten auf schnellem Weg gelöst werden und so hatten die Auszubildenden mehr Zeit sich auf die wertvolle Schulungszeit zu konzentrieren.

Der Standort Hamburg wird für uns strategisch immer wichtiger. Daher werden wir hier weiterhin massiv investieren, einstellen und ausbilden. Wir würden uns sehr freuen, wenn der gemeinsa-me Weg an dieser Stelle weitergeht.

Statement Lutz Wörner, GF HBC:

Die HBC Hanseatisches Bahn Contor GmbH (kurz HBC) ist als junges Rangierunternehmen ständig an dem Ausbau der Geschäfte und damit auch an einer Aufstockung von Personalen (Triebfahrzeugführer und Rangierbegleiter) interessiert. Die, in Zusammenarbeit mit dem Job-Center team.arbeit.hamburg und der Agentur für Arbeit Hamburg, durch ODEG durchgeführte Ausbildung einer gesamten Tf-Ausbildungsklasse, hat der HBC die Chance ermöglicht, auch ihren Betrag zur Reduzierung der Lokführerknappheit zu leisten. HBC war während der Ausbildung als Kooperationspartner mit für die Rangierausbildung der Auszubildenden verantwortlich.

Statement Arnulf Schuchmann, GF ODEG:

Die zwölfmonatige Ausbildungszeit fordert den Teilnehmern, die mit ganz verschiedenen Bil-dungs- und Berufserfahrungen zu uns kommen, sehr viel ab. Da bedarf es Lernwillen, Durchhal-tevermögen und Eigenmotivation. Erfolgsgarant unserer Qualifizierung ist die enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Ideal ist es - wenn wie in unserem Fall - die potenziellen Arbeitgeber an der Praxisausbildung beteiligt sind. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir sechs Teilnehmer nach erfolgreicher Ausbildung bei der ODEG in einen krisensicheren Job entlassen können und wünschen den neuen Triebfahrzeugführern einen guten Start bei der EGP.

Zu den Unternehmen:

Eisenbahngesellschaft Potsdam mbh, DESAG Unternehmensgruppe:

Die Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH wurde im Jahre 2005 mit dem Ziel der Bereitstel-lung von zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Schienengüterverkehrsleistungen ge-gründet. Seither kann das Unternehmen auf ein gesundes Wachstum zurückblicken und verfügt mittlerweile über mehr als 180 Mitarbeiter und 50 E- und Diesellokomotiven. Neben dem Unternehmenssitz im Luftschiffhafen Potsdam hat das Unternehmen weitere Standor-te in Berlin, Wittenberge, Ingolstadt sowie einer Außenstelle in Hamburg Waltershof. Die EGP bietet die unterschiedlichsten Verkehre an. Die größte Säule stellt das Intermodalgeschäft, gefolgt vom Mineralöl-, Baustoff-, und Autotransporten. Für die EGP ist nicht nur der Transport auf der Schiene wichtig. Mittlerweile rücken weitere Verkehrsträger wie Straße und Wasser mehr in den Mittelpunkt. So ist die EGP jetzt Mehrheitsgesellschafter der ElbePort Wittenberge GmbH. Auch eine eigene Spedition mit LKW-Fuhrpark gehört zum Portfolio. Zusätzlich zu den Transportleistungen werden auch Rangierarbeiten, Arbeitnehmerüberlassung von Triebfahrzeugführern oder die Vermietung von Schienenfahrzeugen angeboten.

Die HBC Hanseatisches Bahn Contor GmbH (kurz HBC)

ist als Rangierdienstleister neu im Geschäft, aber durch die Vorgeschichte und Kompetenz der Gesellschafter sehr erfah-ren.

Die HBC wurde Anfang Oktober 2014 als neutrales Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zum Zwecke der Rangierdienstleistung im Hamburger Hafen gegründet. Gesellschafter sind die Hamburger zigsXpress GmbH und die in Putlitz, Brandenburg, ansässige Deutsche Eisenbahn Service AG (DESAG).

Die zigsXpress ist ein Joint Venture von IGS Intermodal Container Logistics GmbH und Konrad Zippel Spediteur GmbH & Co. KG. Seit April 2011 betreibt sie ein Bahnnetzwerk im maritimen Hinterlandverkehr für Seecontainer auf den Verbindungen von den deutschen Seehäfen Hamburg und Bremerhaven nach Aschaffenburg, Kornwestheim, München, Schweinfurt, Nürnberg und Regensburg, sowie nach Berlin und Buna. Die Kapazität beträgt 280.000 TEU p.a. . Die Traktion erfolgt durch die SBB Deutschland Cargo GmbH, Duisburg sowie die Eisenbahngesellschaft Potsdam GmbH (EGP), welche ebenfalls zur DESAG-Gruppe gehört.

Neben den Rangiertätigkeiten für das Netzwerk des Gesellschafters zigsXpress erbringt die HBC auch Rangierdienstleistungen für Drittkunden. Rangiertätigkeiten werden im gesamten Hamburger Hafen auf der Infrastruktur der Hamburg Port Authority (HPA) erbracht.

Streckendienstleistungen, sowohl mit Diesel- als auch mit E-Lokomotiven können über Partnerfirmen erbracht werden. Ebenso kann die HBC jegliche Art von Dokumentation von Hafenbahn-Daten erledigen.

 

Presseteam der Agentur für Arbeit Hamburg

Frau Marina Marquardt