19.06.2019 | Presseinfo Nr. 47

Hamburger Wirtschaft sucht 5.300 Azubis

Im Juni 2019 bieten Hamburger Ausbildungsunternehmen noch 5.300 freie Lehrstellen an. Interessant: Immer mehr Abiturienten nutzen eine Ausbildung als persönlichen Berufseinstieg.

Die Hamburger Wirtschaft sucht über 5.300 Azubis - UKE und Arbeitsagentur informieren über Ausbildung 2019

Spezielle Ausbildungsbörse für Abiturienten am Samstag

Die Hamburger Wirtschaft sucht mehr und mehr Bewerberinnen und Bewerber, die nach dem Abitur mit einer klassischen Berufsausbildung ins Berufsleben einsteigen wollen. Im Jahr 2017 schlossen 5.319 von ihnen einen Ausbildungsvertrag in einem Hamburger Betrieb ab, vor zehn Jahren waren es 4.800. Dagegen gab es 3.636 (5.625 im Jahr 2007) Schüler mit dem mittleren und 3.081 (3.177) mit dem allgemeinen Schulabschluss, die ihre Lehre 2017 begannen. Im aktuellen Monat Juni gibt es 5.300 freie Ausbildungsstellen, die zum Herbst zu besetzen sind, etwa für 2.000 ist die Hoch- oder Fachhochschulreife als Voraussetzung erwünscht.

Hamburg ist einer der attraktivsten Ausbildungsstandorte Deutschlands

„Der Hamburger Ausbildungsmarkt zählt mit seinen unterschiedlichsten Angeboten sicher zu den attraktivsten Standorten in ganz Deutschland. Junge Leute, egal mit welchem Schulabschluss, stoßen auf ausbildungswillige Unternehmen, die langfristig besonders durch Ausbildung im eigenen Betrieb den hohen Fachkräftebedarf begegnen wollen. Zudem weist die demografische Entwicklung für Hamburg aus, dass es über 172.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte über 55 Jahre gibt, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren aus dem Betrieb scheiden“, erklärt Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamburg, der sich damit klar für das deutsche Ausbildungssystem ausspricht.

„Das ist die Chance für junge Berufseinsteiger. Diese Generation kann beruflich sehr schnell als Fachkraft durch Weiterbildung zum Techniker, Meister oder Fachwirt aufsteigen. Und wer als Abiturient parallel zur Ausbildung studieren möchte, wird auch hier passende Angebote finden“, ergänzt Fock. In Hamburg werden in diesen Tagen rund 9.000 Abiturienten feierlich entlassen.

Das UKE – mehr als Pflege:  850 Azubis in 17 Ausbildungsberufen

Mit mehr als 11.000 Mitarbeitern zählt das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zu einem der größten Arbeitgeber der Hansestadt und bildet insgesamt 850 Auszubildende in 17 unterschiedlichen Berufen aus. „Gut ausgebildete Fachkräfte werden ständig gesucht, vor allem im Gesundheitsweisen. Als eine der modernsten Kliniken Europas sind unsere Ausbildungsberufe genauso vielfältig wie die Aufgaben bei uns. Neben der großen Berufsgruppe der Pflegenden bilden wir zum Beispiel zahnmedizinische Fachangestellte, anästhesie- oder operationstechnische Assistenten, Orthoptisten oder Kaufleute im Büromanagement aus. Die Ausbildungen bündeln und koordinieren wir in unserer Akademie für Bildung und Karriere“, so Joachim Prölß, Direktor für Patienten- und Pflegemanagement und Mitglied des Vorstands im UKE. „Doch nach der Ausbildung ist noch lang nicht Schluss: Wir übernehmen einen Großteil unserer Auszubildenden und bieten ihnen vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für eine langfristige Karriere im UKE“.

Studium oder Ausbildung? Für viele Abiturienten ist eine Ausbildung besser geeignet

Die Berufsberater und die Ausbildungsvermittler in der Agentur für Arbeit Hamburg informieren und beraten in diesen Wochen auf Hochtouren, weiß Fock: „Die Frage ob Studium, dualer Studiengang oder Berufsausbildung für Abiturienten der richtige Berufseinstieg ist, müssen die jungen Leute letztlich ganz individuell für sich entscheiden. Für viele Jugendliche ist der Weg in ein Studium alternativlos, andere sind oder wären an der Hochschule schlicht überfordert. Und natürlich spielt die Erwartungshaltung am heimischen Küchentisch auch eine Rolle.“  
Prölß und Fock ermutigen Jugendliche, sich in den sechs bis acht Wochen bis zum Herbst um einen Ausbildungsplatz zu kümmern: „Praktisch Lernen im Unternehmen, gemeinsam mit anderen Azubis Aufgaben bewältigen, Verantwortung übernehmen und erstes eigenes Geld verdienen sind attraktive Bestandteile jeder Berufsausbildung“.

*gemeint sind immer alle Geschlechter gleichermaßen


Beruf

Ausbildungsanfänger 2017

Ausbildungsanfänger mit Abitur/ Fachhochschulreife in Prozent In der Agentur für Arbeit gemeldete, freie Ausbildungsstellen, Juni 2019

Tabelle: Ausbildungsberufe und abgeschlossene Verträge, in denen der Anteil mit Abitur/Fachhochschulreife in Hamburg hoch ist – dazu aktuelle Ausbildungsangebote (Quelle: BiBB und Agentur für Arbeit Hamburg)

Industriekauffrau/-mann 222 96 15
Schifffahrtskauffrau/-mann allgemein 63 95,7 3
Kauffrau/-mann für audiovisuelle Medien 42 94,4 3
Bankkauffrau/-mann 189 92,4 99
Mediengestalter/in Bild und Ton 48 92,3 -
Kauffrau/-mann für Marketingkommunikation 204 91,2 7
Schifffahrtskauffrau/-mann Fachrichtung Linienfahrt 93 91,1 17
Kauffrau/-mann im Groß- und Außenhandel Fachrichtung Außenhandel 240 90,4 12
Kauffrau/-mann im Gesundheitswesen 105 89,3 36
Elektroniker/in für Automatisierungstechnik 60 88,2 23
Bauzeichner/in 42 87,5 6
Immobilienkauffrau/-mann 195 85,9 3
Veranstaltungskauffrau/-mann 126 83,8 -
Kauffrau/-mann für Versicherungen und Finanzen Fachrichtung Versicherungen 186 83,3 58
Kauffrau/-mann für Spedition und Logistikdienstleistung 525 75,6 146
Steuerfachangestellte/r 222 73,5 20
Mediengestalter/in Digital und Print Fachrichtung Gestaltung und Technik 93 72 6
Schiffsmechaniker/in 69 71 6
IT-Systemkauffrau/-mann 48 70 17
Kauffrau/-mann im Groß- und Außenhandel Fachrichtung Großhandel 336 66,9 124
Automobilkauffrau/-mann 126 66,7 29
Personaldienstleistungskauffrau/-mann 63 66,7 14
Sport- und Fitnesskauffrau/-mann 48 66,7 12
Fachinformatiker/in Fachrichtung Systemintegration 267 65 69
Zahntechniker/in 48 62,5 14
Fachinformatiker/in Fachrichtung Anwendungsentwicklung 231 62,2 35
Fachkraft für Veranstaltungstechnik 63 60,9 12
Jahr Neuabschlüsse insgesamt Höchster allgemeinbildender Schulabschluss
ohne Hauptschulabschluss mit Hauptschulabschluss Realschulabschluss Studienberechtigung nicht zuzuordnen
Ausbildungsberufe insgesamt, inkl. § 66 BBiG/ § 42m HwO - Hamburg (Quelle: BiBB)
2007 13.956 300 3.177 5.625 4.800 57
2008 14.487 243 2.718 4.557 4.272 2.697
2009 13.206 345 3.243 5.163 4.404 54
2010 13.881 426 3.417 5.148 4.872 18
2011 13.713 384 3.270 4.869 5.163 24
2012 13.425 351 3.309 4.671 5.073 24
2013 12.855 357 3.105 4.401 4.947 45
2014 12.780 393 3.201 4.113 5.010 63
2015 12.900 420 3.255 3.960 5.187 81
2016 12.732 414 3.171 3.681 5.355 114
2017 12.690 513 3.081 3.636 5.319 141

 

Presseteam der Agentur für Arbeit Hamburg

Frau Marina Marquardt