21.10.2019 | Presseinfo Nr. 53

IAB-Regionalstudie - Ausbildungssystem erfolgreicher als allgemein angenommen

Erstmalig ist ein kompletter Ausbildungsjahrgang über einen längeren Zeitraum beobachtet, analysiert und mit Blick auf erfolgreiche Abschlüsse bzw. Abbrüche ausgewertet worden. Wird allgemein angenommen, dass etwa 30 Prozent ihre Berufsausbildung abbrechen, zeigt die Studie ein sehr viel positiveres Bild: Die „Drop-Out-Quote“ liegt in Hamburg bei 7,4 Prozent.

Berufsbildungsbericht weist für Hamburg Vertragslösungsquote von 30 Prozent aus

In Hamburg liegt die Vertragslösungsquote der begonnenen Ausbildungsverträge** aktuell bei etwa 30 Prozent und damit leicht über dem Bundesdurchschnitt (26,5 Prozent). Ein durchaus hoher Anteil, der in der Öffentlichkeit nicht selten mit einem persönlichen Scheitern des Jugendlichen verbunden wird. Tatsächlich aber, so die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg (IAB), gelang es nur 7,4 Prozent des betrachteten Ausbildungsjahrganges nicht, einen qualifizierten Berufsabschluss zu erlangen.
„Das duale Ausbildungssystem ist also erfolgreicher als allgemein angenommen“, bekräftigt Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamburg, der die IAB-Studie ‚Absolventen und Abbrecher – zum Ausbildungsgeschehen im dualen System Hamburgs‘ im Unternehmen A.C. Vorwald & Sohn GmbH vorstellte.

Detaillierte Auswertung kommt zu detaillierten Aussagen und Bewertungen

„Diese erste differenzierte Analyse eines kompletten Hamburger Ausbildungsjahrganges belegt, dass sich der Berufseinstieg über die duale Ausbildung bewährt hat und nicht in Frage zu stellen ist“, ergänzt Fock und dankt Dr. Volker Kotte für die detaillierte und erkenntnisreiche Auswertung. Fock stellt drei Aspekte der IAB-Langzeitstudie heraus:

  1. Positiv ist, dass etwa Dreiviertel (7.572 oder 73,5 Prozent) aller begonnener Ausbildungsverhältnisse ohne Unterbrechungen bis zum regulären oder verkürzten Ausbildungsende laufen.
  2. Der hohe Wert vorzeitiger Vertragslösungen /-änderungen von knapp 30 Prozent (etwa 3.000 Azubis), reduziert sich über den nachfolgenden Zeitraum von acht Jahren auf 750 Personen oder 7,4 Prozent, die keinen Berufsabschluss erzielt haben. Dieser Wert ist deutlich geringer als allgemein angenommen, aber jeder Einzelfall ist einer zu viel.
  3. Insgesamt 12,2 Prozent des Ausbildungsjahrganges qualifizierten sich weiter: 232 oder 2,3 Prozent nutzten die Chance auf Höherqualifikation zum Meister oder Techniker. 1.021 des Jahrganges (9,9 Prozent) wechselten während oder im Anschluss in ein Studium.

„Die duale Berufsausbildung ist damit gleichermaßen ein Fundament für betriebliche Personalentwicklungen und individueller Karrierewegplanung“, betont Fock.

Unternehmen brauchen ausgebildete Fachkräfte und wollen junge Leute gut ausbilden

Im Jahr 2016 feierte das Unternehmen A.C. Vorwald & Sohn GmbH 150-jähriges Bestehen. „Die berufliche Ausbildung ist ein treuer Begleiter unserer Firmengeschichte. Denn nur mit Fachkräften können wir unseren Kunden eine verlässliche hochwertige Dienstleistung zu allen Fragen der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik gewährleisten. Dazu brauchen wir junge Leute, die wir fachlich gut ausbilden und anschließend hier im Betrieb eine langfristige Beschäftigungsperspektive ermöglichen“, betont Cornelia Kirstein, Geschäftsführerin bei A.C. Vorwald & Sohn. Frau Kirstein ist gleichzeitig für die Berufsausbildung verantwortlich und ergänzt: „Wir haben in den letzten Jahren glücklicherweise immer mit allen Auszubildenden einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss feiern können. Leider wissen wir auch, dass in Hamburger Ausbildungsbetrieben der Begriff Ausbildungsabbruch kein Fremdwort ist. Steht so etwas im Raum, haben alle Beteiligten aber immer ein Ziel: Die Fortführung der laufenden Ausbildung und die erfolgreiche Abschlussprüfung. Ob im selben Ausbildungsberuf oder vielleicht in einem anderen Betrieb sind wichtige Fragen, aber wenn es während der Ausbildung knirscht, muss rechtzeitig kommuniziert werden!“
Das Unternehmen führt derzeit einen Lehrling zur praktischen Prüfung, der vorher bei einem anderen Betrieb gelernt hat, dort aber nur unzureichend praktisch ausgebildet wurde. Cornelia Kirstein ergänzt „Wir suchen motivierte und zuverlässige Bewerber im handwerklichen und kaufmännischen Bereich und geben auch Quereinsteigern eine Chance, wenn betrieblich und persönlich alles zueinander passt“.

Frühzeitige und qualifizierte Berufsorientierung minimiert das Risiko des Abbruchs

Aus der IAB-Regionalstudie ziehen Agenturchef Sönke Fock und Unternehmerin Cornelia Kirstein ein gemeinsames Fazit: „Der Focus muss auf eine frühzeitige und qualifizierte Berufsorientierung liegen, denn wer als Jugendlicher in seiner Ausbildung scheitert und zu später den ‚Drop-outs‘ gehört, hat ein enorm hohes Risiko zukünftig nicht mehr in eine reguläre Beschäftigung zu kommen. Daher sind verschiedene Schülerpraktika besonders geeignet und wichtig, um erste persönliche Erfahrungen bzw. -kenntnisse zu sammeln.“
Fock betont abschließend, dass die Berufsorientierung an allen Hamburger Schulen verpflichtend in den Schulunterricht aufgenommen wurde und die Standorte der Jugendberufsagenturen wertvolle Unterstützung zu allen Themen der Berufs- und Studienwahl bieten. „Dort arbeiten Experten der Agentur für Arbeit, des Jobcenters, des Bezirkes und der Schulbehörde eng zusammen, um Hamburger Jugendliche auf ihren Weg ins Berufsleben zu begleiten. Und trotz aller Bemühungen wird es auch zukünftig zu Berufsentscheidungen kommen, die zwar bestens geplant waren, sich aber in der Praxis anders darstellen als gedacht.“

Berufsausbildung ist bei der A. C. Vorwald & Sohn GmbH Tradition und Verpflichtung

Die A. C. Vorwald & Sohn GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Hamburg-Wandsbek. Das Traditionsunternehmen wurde bereits 1866 in Hamburg gegründet und zeichnet sich mit mehr als 153 Jahren Erfahrung in den Kernbereichen der Sanitär- und Heizungstechnik aus. Das Leistungsspektrum ist dabei sehr vielfältig: A. C. Vorwald ist sowohl bei großen Bauvorhaben wie Wohnungsbauten, Wohnungsmodernisierungen, Büro-, Gewerbe- und Industriebauten, öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern, Reihenhausanlagen und Einfamilienhäusern, als auch im technischen Kundendienst und in der Wartung aktiv tätig. Mit durchschnittlich rund 40 Mitarbeitern bietet die A. C. Vorwald & Sohn GmbH eine hohe Fachkompetenz und ein solides Gerüst, um ihren Auftraggebern die bestmöglichen Ergebnisse zu gewährleisten.
Folgende Ausbildungsplätze sind zum nächsten Beginntermin frei:

  • Kaufmann Büromanagement (Start im Feb. 2020)
  • Anlagenmechaniker Feb. 2020 (Start im Feb. 2020)
  • zwei Anlagenmechaniker (Start Aug. 2020)

 
Interessierte Bewerberinnen und Bewerbern um einen Ausbildungsplatz können sich über karriere@vorwald-sohn.de initiativ bewerben oder auch nach einem Schülerpraktikum fragen.

*bei Personen, Personengruppen und Berufsbezeichnungen sind immer alle Geschlechter gemeint
**Datenbericht zum Berufsbildungsbericht 2018, BIBB, Seite 156

IAB-Regionalstudie: https://www.iab.de/de/publikationen/regional/nord.aspx

Presseteam der Agentur für Arbeit Hamburg

Frau Marina Marquardt