30.10.2019 | Presseinfo Nr. 54

Über eine Millionen Beschäftigte in Hamburg

Seit Jahren steigt die Gesamtbeschäftigung in Hamburg kontinuierlich an. Grundsätzlich gibt es über alle Branchen hohe Zuwachsraten.
Die Besetzung und Verteilung freier Stellen auf Frauen oder Männer hat sich kaum verändert.
Festzustellen ist, dass es eine Verschiebung von Voll- auf Teilzeitbeschäftigung gibt, die bestimmte Gründe hat. Etwa die Hälfte der begonnenen Jobs sind zunächst befristet.

In Hamburg sind erstmalig über eine Million sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer* tätig. Die aktuellen statistischen Auswertungen** weisen für den August 2019 den Rekordwert von 1.007.300 Frauen und Männer aus, die in Hamburger Unternehmen beschäftigt sind. Dies sind 22.200 oder 2,3 Prozent mehr als im August 2018 und 11.000 (1,1 Prozent) mehr als im Juli 2019.

„Der Blick auf die positive, kontinuierlich gestiegene Gesamtbeschäftigung an der Elbe ist beeindruckend und der Verdienst eines guten Miteinanders aller regionaler Arbeitsmarktpartner. Insbesondere die Hamburger Wirtschaft, die Politik, die Handels- und Handwerkskammer, die Gewerkschaften, Verbände und Innungen, aber auch die städtische Verwaltung und wir als Arbeitsagentur mit dem Jobcenter verantworten die gute Entwicklung der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Alle Institutionen haben ein großes Interesse, dass diese Beschäftigungsverhältnisse in Hamburg sicher bleiben, weiter zunehmen und für ein angemessenes Auskommen sorgen“, erklärt Sönke Fock, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hamburg, der das Überschreiten der Millionengrenze im Rahmen der monatlichen Pressekonferenz verkündete.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (SVB) stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an: Vor zwanzig Jahren gingen im August 1999 insgesamt 743.077 Arbeit-nehmer in Hamburger Firmen einer Teil- oder Vollzeitbeschäftigung nach, zehn Jahre später waren es bereits 814.682, ein Anstieg um 71.605 oder 9,6 Prozent.
Im darauffolgenden Jahrzehnt überstieg der Beschäftigungszuwachs diese guten Ergebnisse dann noch einmal sehr deutlich: Von 2009 bis 2019 schufen Hamburger Unternehmen mit einem Plus von 23,6 Prozent weitere 192.000 Arbeitsplätze und erreichten so die Millionengrenze.

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration: „Nie zuvor hatten mehr Menschen in Hamburg einen Job und damit ein eigenes Auskommen. Über eine Million Männer und Frauen tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass Viele in Hamburg von den wirtschaftlichen Erfolgen profitieren können.
Viele Unternehmen suchen Mitarbeiter. Wer sich engagiert und in die eigene Qualifikation investiert, hat auch in Zukunft gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das Jobcenter begleitet Menschen auf diesem Weg und wird auch im kommenden Jahr viel Geld in die Hand nehmen, um Qualifikationen und Weiterentwicklungen zu ermöglichen.
Auch weiterhin müssen wir ganz Hamburg im Blick behalten, indem wir kluge Standortpolitik betreiben und gute Bedingungen für Wirtschaft und Arbeit schaffen, damit wir in schwierigeren Zeiten ebenfalls gut aufgestellt sind.“

Seit 1959 hat die F. REYHER Nchfg. GmbH & Co. KG ihren Firmensitz in Altona. Das 1887 gegründete Unternehmen ist heute ein weltweit agierendes Handelsunternehmen im Bereich der Verbindungselemente und Befestigungstechnik mit über 750 Mitarbeitern, Tendenz steigend. Dr. Peter Bielert, Geschäftsführer der F. REYHER Nchfg. GmbH Co. KG, ist an der positiven Beschäftigungsentwicklung in Hamburg direkt beteiligt, denn auch sein Unternehmen hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich neue Mitarbeiter eingestellt:
„Wir suchen Fach- und Führungskräfte, aber auch im gewerblichen Bereich gibt es Personalbedarf. Gleichzeitig bilden wir seit Jahrzehnten aus, um eigene qualifizierte und auf unsere Unternehmensphilosophie ausgerichtete Nachwuchskräfte zu erhalten. Diese übernehmen wir nicht nur, sondern brauchen sie zukünftig auch dringend. Denn natürlich sind auch wir vom demografischen Wandel betroffenen. Ohne Digitalisierung und deren Weiterentwicklung wäre unser Unternehmen nicht konkurrenzfähig. Auch hier qualifizieren und fördern wir unsere Mitarbeiter laufend.“
Gleichzeitig freut sich Dr. Bielert für seine neue Mitarbeiterin Kristina Mielke, die sich seit August in der Personalabteilung um die Auszubildenden kümmert und als die eine millionste Beschäftigte in Hamburg eingestellt wurde: „Frau Mielke hatte sich bei uns beworben und sucht neue Herausforderungen. Sie ist sehr gut qualifiziert, motiviert und neugierig. Wir freuen uns über die besondere Auszeichnung und gratulieren im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!“

Fast alle Wirtschaftszweige beschäftigen deutlich mehr Arbeitnehmer

Der Anstieg der Gesamtbeschäftigung in den vergangenen zehn Jahren erstreckt sich über alle Wirtschaftsbereiche. Der tertiäre Sektor erhöht die Anzahl der Arbeitsplätze um 172.021 oder 25,4 Prozent auf 848.200. Einzelne Branchen, wie etwa Information und Kommunikation, Immobilien mit wissenschaftlichen, technischen Dienstleistungen, Gastgewerbe, Logistik besetzten freie Arbeitsplätze in ihren Unternehmen und sorgten für Zuwächse im hohen zweistelligen Bereich. Lediglich die Finanz- und Versicherungsdienstleister verzeichnen ein Minus von knapp 3.100 oder 6,4 Prozent auf insgesamt 45.600 Mitarbeitende.
Das produzierende Gewerbe stockte seine Mitarbeiteranzahl mit einem Plus von 20.456 (+14,9%) Arbeitnehmer auf aktuell 158.100 auf.  (siehe Übersicht 1)

Anteil von beschäftigten Frauen und Männer unverändert

Auch wenn hier die Daten nur bis März 2019 vorliegen, hat sich bei der Besetzung der Arbeitsstellen keine Veränderung hinsichtlich der Geschlechterverteilung ergeben. Im März 2009 waren von 809.580 Beschäftigten 437.337 Männer (54,0 %) und 372.243 (46,0%) Frauen. Zehn Jahre später hat sich die Verteilung nur marginal verändert: Von 994.459 waren 531.830 oder 53,5 Prozent Männer und 462.629 bzw. 46,5 Prozent Frauen.
Verschiebung der Arbeitszeit von Voll- auf Teilzeit
Deutliche Veränderungen haben sich bei der Verteilung der oben genannten Beschäftigten mit Blick auf die Arbeitszeit ergeben: Im März 2009 gingen von 809.580 Arbeitnehmern 646.980 oder 79,9 Prozent einer Vollzeittätigkeit nach: 157.177 oder 19,4 Prozent waren Teilzeit beschäftigt. Aktuell (März 2019) liegt der Anteil der Teilzeitbeschäftigten mit 28,1 Prozent (279.649) damit deutlich über dem Wert von vor zehn Jahren. Vollzeit sind damit noch 714.810 (71,9 %) von insgesamt 994.459 Beschäftigten tätig. Fock erkennt darin eine Entwicklung hin zu flexibleren Arbeitszeitmodellen in den Unternehmen, betont aber auch: „Selbst eine geringe Reduzierung des üblichen Vollzeitkontingents in einer Branche wird statistisch als Teilzeitbeschäftigung erfasst. Wer bei einer 40-Stunden.Woche um eine Stunde reduziert, ist, rein statistisch, nicht mehr in Vollzeit beschäftigt.“

Begonnene Beschäftigungsverhältnisse zur Hälfte befristet

Arbeitsuchende, die in Hamburg einen neuen Job beginnen, werden oft befristet einge-stellt. Im Jahr 2018 starteten insgesamt 387.325 Arbeitnehmer mit einer neuen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, davon unterschrieben 195.173 (50,4%) einen befristeten Arbeitsvertrag. Im ersten Quartal 2019 traten von 102.938 neuen Mitarbeitern 55.595 (54,0%) einen unbefristeten Job an.

Veränderungen auf dem Hamburger Arbeitsmarkt

Trotz der zunehmenden Beschäftigung ist der Fachkräftebedarf in Hamburg nach wie vor hoch. Handwerksbetriebe suchen über ihren Firmenwagen, der Einzelhandel nutzt seine Schaufenster, Mitarbeiter erhalten Vermittlungsprämien, soziale Netzwerke agieren weltweit bei der Suche nach Spezialisten und Experten.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat bereits 2010 mit der Agentur für Arbeit Hamburg auf die Auswirkungen des demografischen Wandels auf dem Hamburger Arbeitsmarkt hingewiesen. 2018 stellte das IAB das Substituierbarkeitspotential in Hamburger Unternehmen dar, um auf die Folgen der Digitalisierung und Automatisierung aufmerksam zu machen.

Arbeitssenatorin Dr. Leonhard und Sönke Fock sind sich in der Gesamtbewertung zur Beschäftigungsentwicklung einig: „Wir brauchen steigende Beschäftigung in Hamburg, wissen aber auch um die anstehenden Veränderungen in den Branchen und an zahlreichen Arbeitsplätzen. Durch künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Automatisierung werden sich Berufsinhalte deutlich verändern, praktisch jeder Arbeitnehmer ist bereits oder wird in naher Zukunft betroffen sein. Die berufliche Weiterbildung während des Erwerbslebens wird zum ständigen Begleiter im Unternehmen werden müssen - auch, um einen weiteren Fachkräftemangel zu begegnen. Die Kosten der berufliche Weiterbildung wird unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen des neuen Qualifizierungschancengesetzes von den Agenturen für Arbeit gezahlt, um Mitarbeiter während der Beschäftigung für zukünftige Aufgaben fit zu machen oder zu halten.“

Über REYHER

Mit über 130 Jahren Erfahrung zählt REYHER zu den führenden Handelsunternehmen für Verbindungselemente und Befestigungstechnik in Europa und beliefert Kunden aus In-dustrie und Handel weltweit. Über 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am zentralen Standort in Hamburg sorgen mit individuellen, flexiblen Lösungen und einer täglichen Lie-ferbereitschaft von über 99 Prozent für die sichere Versorgung mit C-Teilen. Jeden Tag verlassen über 300 Tonnen Ware das REYHER-Gelände. Das Betriebsgelände am zentralen Standort in Hamburg erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 40.000 Quadratmetern. Den größten Flächenanteil beansprucht das hochmoderne Logistikzentrum mit 100.000 Paletten- und 120.000 Behälterplätzen. 2018 erzielte REYHER mit über 11.000 Kunden einen Umsatz von mehr als 340 Mio. Euro.


* Übersicht der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort nach Wirtschaftszweigen

Hamburg (Gebietsstand Oktober 2019) - Ausgewählte Stichtage, Datenstand: Oktober 2019

Wirtschaftsabschnitte
(WZ 08)

auf 6-Monatswert hochgerechneter/
gerundeter 2 Monatswert
August 2019

August 2014

August 2009

Vergleich 2-Monatswert (Sp. 1)

zu August 2014 (Sp. 2)

zu August 2009 (Sp. 3)

absolut

in %

absolut

in %

1

2

3

4

5

6

7

Insgesamt

                1.007.300

             899.498

             814.682

       107.802

          12,0

      192.618

           23,6

Land-, Forstwirtschaft und Fischerei

A

                       1.000

                    983

                    788

                17

            1,7

             212

           26,9

Bergbau, Energie- u. Wasserversorg., Entsorgungswirtschaft

B, D, E

                     15.300

               14.887

               11.243

              413

            2,8

          4.057

           36,1

Verarbeitendes Gewerbe

C

                   106.100

               99.992

               97.614

           6.108

            6,1

          8.486

             8,7

dav.

Herst. v. überw. häuslich konsumierten Gütern

10-15, 18, 21, 31

                     14.500

               14.534

               13.990

               -34

           -0,2

             510

             3,6

 

Metall- und Elektroindustrie sowie Stahlindustrie

24-30, 32, 33

                     76.200

               70.741

               67.405

           5.459

            7,7

          8.795

           13,0

 

Herst. v. Vorleistungsgütern, insb. v. chem. Erzeugn- u Kunststoffwaren

16, 17, 19, 20, 22, 23

                     15.400

               14.717

               16.219

              683

            4,6

       -819

           -5,0

Baugewerbe

F

                     36.700

               29.649

               28.787

           7.051

          23,8

          7.913

           27,5

Handel, Instandhaltung, Rep. von Kfz

G

                   145.400

             137.014

             132.807

           8.386

            6,1

        12.593

             9,5

Verkehr und Lagerei

H

                     87.300

               80.254

               75.854

           7.046

            8,8

        11.446

           15,1

Gastgewerbe

I

                     41.400

               33.549

               28.087

           7.851

          23,4

        13.313

           47,4

Information und Kommunikation

J

                     65.500

               55.098

               47.836

         10.402

          18,9

        17.664

           36,9

Erbr. von Finanz- u. Versicherungsdienstl.

K

                     45.600

               48.196

               48.698

          -2.596

           -5,4

    -3.098

           -6,4

Immobilien, freiberufl., wissenschaftl. u. techn. Dienstleistungen

L,M

                   133.800

             111.855

               86.062

         21.945

          19,6

        47.738

           55,5

sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen

N ohne ANÜ

                     61.900

               54.382

               50.428

           7.518

          13,8

        11.472

           22,7

Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ)

782, 783

                     26.400

               28.096

               25.628

          -1.696

           -6,0

             772

             3,0

öffentl. Verw., Verteidigung, Soz.-vers., Ext.Orga.

O, U

                     45.900

               39.957

               41.326

           5.943

          14,9

          4.574

           11,1

Erziehung und Unterricht

P

                     37.500

               29.193

               22.894

           8.307

          28,5

        14.606

           63,8

Gesundheitswesen

86

                     68.500

               59.173

               49.061

           9.327

          15,8

        19.439

           39,6

Heime und Sozialwesen

87,88

                     52.000

               43.085

               33.833

           8.915

          20,7

        18.167

           53,7

sonst. Dienstleistungen, private Haushalte

R, S, T

                     37.000

               34.116

               33.665

           2.884

            8,5

          3.335

             9,9

Ohne Angabe

 

-

                      19

                      71

               -19

       -100,0

             -71

       -100,0

darunter (nach Sektoren)

 

 

 

 

 

 

 

 

Land-, Forstwirtschaft und Fischerei

A

                       1.000

                    983

                    788

                17

            1,7

             212

           26,9

Produzierendes Gewerbe

B bis F

                   158.100

             144.528

             137.644

         13.572

            9,4

        20.456

           14,9

Dienstleistungsbereiche

G bis U

                   848.200

             753.968

             676.179

         94.232

          12,5

      172.021

           25,4

Quelle: Agentur für Arbeit Hamburg


**Grafik: Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Hamburg von 2009 bis 2019, mit prozentualen Veränderungen zum Vorjahresmonat.

Stand, jeweils August des Jahres – Quelle: Agentur für Arbeit Hamburg

Presseteam der Agentur für Arbeit Hamburg

Frau Marina Marquardt