14.04.2020 | Presseinfo Nr. 76

Weiterer Anstieg der Kurzarbeit

In der Agentur für Arbeit Hamburg sind in einer Sonderauswertung die Anzeigen Hamburger Unternehmen zur Kurzarbeit gezählt worden. Im Zeitraum von Mitte März bis zum 13. April 2020 sind 26.900 Anzeigen eingegangen. Dies waren 4.420 oder 19,7 Prozent mehr zum vergangenen Zähltag, dem 05. April 2020.

Eine neue Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit weist für Hamburg 26.900 Betriebe aus, die Kurzarbeit (Kug) angezeigt haben, um beschäftigungsrelevante Unsicherheiten während der Corona-Krise abzufedern.
„Damit können Arbeitgeber ihre bewährten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter größtenteils in Beschäftigung halten. Aber wir wissen auch, dass es zu Entlassungen kommen wird“, erklärt der Hamburger Agenturchef Sönke Fock und ergänzt: „Meine Gespräche mit zahlreichen regionalen Branchenvertretern, den Kammern und Verbänden bekräftigen das, was mir meine Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Tagen und Wochen widerspiegelten: Kurzarbeit wird branchenübergreifend stark nachgefragt und entsprechend angezeigt. Die aktuellste Auswertung bestätigt diese Einschätzung erneut. Die Anzeigen Hamburger Betriebe zur Kurzarbeit steigen von 22.480 um 4.420 oder 19,7 Prozent auf insgesamt 26.900 (Anstieg im Zeitraum 05.04.2020 bis.13.04.2020) an. In welchem Umfang Hamburger Unternehmen Kurzarbeit tatsächlich realisieren, wird sich erst später mit Anträgen auf Erstattung herausstellen.“
Fock schätzt das Bekenntnis der hiesigen Wirtschaft, ihre Fach- und Führungskräfte nicht einfach zu entlassen: „Wir finanzieren lieber Kurzarbeit als Arbeitslosigkeit. Über 80 Mitarbeiter beraten täglich über die bekannte Arbeitgeber-Hotline (0800 4 5555 20). Sie informieren und begleiten Arbeitgeber am Telefon bis zum virtuellen Anzeigeverfahren. Erste Priorität hat es für uns, die Anzeigen aufzunehmen und den Hamburger Betrieben Kurzarbeit pauschal für 12 Monate zu genehmigen. Erst dann werden wir in die Kug-Abrechnungen für den Monat März gehen, die nach und nach bei uns eingehen.“

Weiterer Anstieg auch auf Bundesebene

Bis zum 13.04.2020 haben rund 725.000 Betriebe bei den Agenturen für Arbeit Kurzarbeit angemeldet. Damit ist die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit planen, gegenüber der Vorwoche um knapp 12 Prozent gestiegen. Die Daten basieren auf Sonderauswertungen der Bundesagentur für Arbeit und bilden nicht die amtliche Statistik ab.

Fock steuert intern um und empfiehlt Arbeitgebern den eService

Für die Agentur für Arbeit gilt es vordringlich, die hohe Anzahl der eingegangenen Anzeigen zu bearbeiten. „Wir haben zusätzlich Berufsberater, Arbeitsvermittler, Sachbearbeiter und Kollegen aus dem ärztlichen bzw. betriebspsychologischen Dienst für die Anzeigenbearbeitung geschult. Die Genehmigung der Kug-Anzeigen hat für uns absoluten Vorrang, um den Unternehmen die Sicherheit zu geben, dass sie die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld erfüllen. Unternehmen, die für den Monat April Kurzarbeit anzeigen wollen, sollten unseren Online-Dienst über
www.arbeitsagentur.de/services nutzen. Unsere Verbindungen sind stabil, der eService ist schnell, sicher und bequem rund um die Uhr verfügbar“, empfiehlt Fock allen betroffenen Firmen.

Anzeige und Antrag auf Kurzarbeit, zwei Schritte sind erforderlich

Unternehmen müssen der Agentur für Arbeit in einem notwendigen ersten Schritt mitteilen (anzeigen), dass sie Kurzarbeit nutzen wollen. Diese Anzeige ist ein einmaliger Vorgang für die Betriebe. Die Arbeitsagentur genehmigt die Durchführung der Kurzarbeit sogleich für 12 Monate, sofern die betrieblichen und rechtlichen Voraussetzungen für den Kug-Bezug vorliegen. „Wir genehmigen fast 100 Prozent der eingehenden Anzeigen, fragen aber auch sofort nach, wenn Unstimmigkeiten erkennbar sind“, betont Fock.

Mit diesem Bewilligungsbescheid erhalten die Unternehmen ergänzend ihre Stamm-Nummer übermittelt, mit der die Lohnbüros oder Steuerberater, im zweiten Schritt, die Abrechnungen für den vergangenen Monat einreichen. „Auch hier möchte ich unseren Online-Dienst empfehlen“, sagt Fock, „der zwei entscheidende Vorteile hat:

  1. Der Kug-Antrag kann mit den Abrechnungen und notwendigen Dokumenten hochgeladen und uns übermittelt werden, zu jeder Tages- und Nachtzeit.
  2. Wir können mit der Online-Version sofort in die Bearbeitung und Abrechnung gehen und damit deutlich schneller arbeiten.

Anzeigen oder Abrechnungen, die per Post oder Mail eingehen, müssen dagegen erst noch ins System gespielt werden, diesen Zeitverlust können sich Unternehmen sparen.“

Presseteam der Agentur für Arbeit Hamburg

Frau Marina Marquardt