22.04.2020 | Presseinfo Nr. 77

Anzahl der Anzeigen zur Kurzarbeit nimmt ab

In den letzten zwei Märzwochen meldeten sich täglich tausende Firmen, um Informationen und Beratung zur Kurzarbeit zu bekommen. Dies hatte zur Folge, dass das Telefonsystem nur eingeschränkt funktionierte und auch die Online-Angebote nicht genutzt werden konnten. Um die Anzeige zur Kurzarbeit fristgerecht (Ende März 2020) für den selben Monat auf den Weg zu bringen, wurden die Anzeigenformalitäten der Agentur für Arbeit zwei- und dreimal über unterschiedliche Wege zugestellt.

Viele Unternehmen meldeten zwei- und dreifach

Anzahl der Anzeigen zur Kurzarbeit nimmt auf 22.800 ab

Bis zum 20. April 2020 haben 22.800 Betriebe ihre Anzeige zur Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Hamburg eingereicht. Die neuste Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit weist damit deutlich weniger Unternehmen aus, die Kurzarbeit (Kug) nutzen, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb zu halten. In der vergangenen Woche wurden noch 26.900 gezählt.
„Tausende Firmen mussten bereits im März einen Teil ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, weil die Corona-Pandemie zu Auftragsrückgängen und Produktionsausfällen führten. In dieser Hochphase der Kug-Antragstellung gab es zwei besondere Herausforderungen für die Arbeitgeber. Zum einen mussten sie bis um 24:00 Uhr des 31. März 2020 ihre Anzeige für diesen Monat abgeben, weil diese Frist rechtlich vorgeschrieben ist. Auf der anderen technischen Seite gab es Probleme mit unseren Datenverbindungen, die aufgrund der enormen Inanspruchnahme massiv gestört bzw. sogar zusammengebrochen waren“, beschreibt Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg, die besonders angespannte Situation in den letzten Märzwochen. Richtig zuverlässig war hingegen der klassische Postweg. Insbesondere, wenn die Firmen ihre Anzeige persönlich in die Hausbriefkästen der Agentur für Arbeit geworfen hatten.
„Wir hatte sehr rechtzeitig darum gebeten, dass kein Zweit- oder Drittanzeigen von den Unternehmen eingereicht werden, da dies zusätzliche Kapazitäten blockieren, die uns an anderen Stellen fehlen. Dennoch kann ich das Verhalten natürlich etwas nachvollziehen und freue mich nun, dass das Volumen insgesamt um 4.100 oder 18 Prozent deutlich geringer ausfällt. Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht, denn weiterhin erreichen uns hunderte neue Anzeigen pro Woche“, ergänzt Fock.  

Fock schätzt weiterhin das Bekenntnis der hiesigen Wirtschaft, ihre Fach- und Führungskräfte nicht einfach zu entlassen: „Wir finanzieren lieber Kurzarbeit als Arbeitslosigkeit. Über 80 Mitarbeiter beraten täglich über die bekannte Arbeitgeber-Hotline (0800 4 5555 20). Sie informieren und begleiten Arbeitgeber am Telefon bis zum virtuellen Anzeigeverfahren. Erste Priorität hat es für uns, die Anzeigen aufzunehmen und den Hamburger Betrieben Kurzarbeit pauschal für 12 Monate zu genehmigen.“

Leichter Rückgang auch auf Bundesebene

Bis zum 20.04.2020 haben rund 718.000 Betriebe bei den Agenturen für Arbeit Kurzarbeit angemeldet. Damit ist die Zahl der Betriebe, gegenüber der Vorwoche um 7.000 gesunken. Alle Daten basieren auf Sonderauswertungen der Bundesagentur für Arbeit und bilden nicht die amtliche Statistik ab.

Fock steuert intern um und empfiehlt Arbeitgebern den eService

Für die Agentur für Arbeit gilt es vordringlich, die hohe Anzahl der eingegangenen Anzeigen zu bearbeiten. „Wir haben zusätzlich Berufsberater, Arbeitsvermittler, Sachbearbeiter und Kollegen aus dem ärztlichen bzw. betriebspsychologischen Dienst für die Anzeigenbearbeitung geschult. Die Genehmigung der Kug-Anzeigen hat für uns absoluten Vorrang, um den Unternehmen die Sicherheit zu geben, dass sie die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld erfüllen. Unternehmen, die für den Monat April Kurzarbeit anzeigen wollen, sollten unseren Online-Dienst über www.arbeitsagentur.de/services  nutzen. Unsere Verbindungen sind stabil, der eService ist schnell, sicher und bequem rund um die Uhr verfügbar. Eine zweite Anzeige ist nicht erforderlich und unbedingt zu vermeiden“, betont Fock sehr deutlich.

Ergänzende Information:

Anzeige und Antrag auf Kurzarbeit, zwei Schritte sind erforderlich

Unternehmen müssen der Agentur für Arbeit in einem notwendigen ersten Schritt mitteilen (anzeigen), dass sie Kurzarbeit nutzen wollen. Diese Anzeige ist ein einmaliger Vorgang für die Betriebe. Die Agentur für Arbeit genehmigt die Durchführung der Kurzarbeit sogleich für 12 Monate, sofern die betrieblichen und rechtlichen Voraussetzungen für den Kug-Bezug vorliegen. „Wir genehmigen fast 100 Prozent der eingehenden Anzeigen, fragen aber auch sofort nach, wenn Unstimmigkeiten erkennbar sind“, betont Fock. 
Mit diesem Bewilligungsbescheid erhalten die Unternehmen ergänzend ihre Stamm-Nummer übermittelt, mit der die Lohnbüros oder Steuerberater, im zweiten Schritt, die Abrechnungen für den vergangenen Monat einreichen.  „Auch hier möchte ich unseren Online-Dienst empfehlen“, sagt Fock, „der zwei entscheidende Vorteile hat:

  1. Der Kug-Antrag kann mit den Abrechnungen und notwendigen Dokumenten hochgeladen und uns übermittelt werden, zu jeder Tages- und Nachtzeit.
  2. Wir können mit der Online-Version sofort in die Bearbeitung und Abrechnung gehen und damit deutlich schneller arbeiten.

Anzeigen oder Abrechnungen, die per Post oder Mail eingehen, müssen dagegen erst noch ins System gespielt werden, diesen Zeitverlust können sich Unternehmen sparen.“

Betriebe müssen in jedem Fall Kurzarbeit anmelden – selbst, wenn sie später nicht voll realisiert wird

Damit ein Betrieb Anspruch auf Kurzarbeitergeld hat, muss er in jedem Fall zuerst Kurzarbeit anzeigen. Damit signalisiert der Betrieb, dass er Kurzarbeit plant.
Nicht immer wird Kurzarbeit auch realisiert: Wenn sich zum Beispiel die Auftragslage kurzfristig verbessert oder behördliche Maßnahmen aufgehoben werden, kann der Betrieb möglicherweise wieder normal arbeiten. Dann wurde zwar Kurzarbeit angezeigt, aber nie realisiert.
Wenn ein Betrieb in einem Monat tatsächlich Kurzarbeit durchführt, zahlt er neben dem Lohn für geleistete Arbeit auch das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten aus. Er sendet anschließend eine Abrechnungsliste mit den Namen aller Kurzarbeitenden und dem konkreten Arbeitsausfall für jeden Beschäftigten an die Agentur für Arbeit. Dafür hat er gesetzlich bis zu drei Monate Zeit. Nachdem die Unterlagen eingegangen sind, werden diese geprüft und das Kurzarbeitergeld an das Unternehmen ausgezahlt.

Presseteam der Agentur für Arbeit Hamburg

Frau Marina Marquardt