01.07.2020 | Presseinfo Nr. 83

223.584 Hamburger beziehen Arbeitslosengeld I oder II

Jobcenter team.arbeit.hamburg und die Agentur für Arbeit Hamburg zahlten im Juni 2020 an über 223.584 Hamburgerinnen und Hamburger finanzielle Leistungen aus und unterstützten damit den persönlichen Lebensunterhalt. Dazu zählt klassisch das Arbeitslosengeld sowie die Grundsicherungsleistungen (Arbeitslosengeld II), die üblicherweise Hartz IV genannt werden.

Insgesamt mehr Leistungsbezieher in Hamburg: seit März 2020 Anstieg um über 25.400

Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg, und Dirk Heyden, Geschäftsführer Jobcenter team.arbeit.hamburg, beschreiben die Veränderungen und Herausforderungen, die die Corona-Pandemie in ihren Häusern nach sich gezogen hat.

„Die Corona-Pandemie hat die Arbeits- und Ablauforganisation in der Agentur für Arbeit Hamburg seit Mitte März komplett verändert. Bekannt ist, dass wir mit einigen technischen Problemen in diesem Monat zu kämpfen hatten, die wir Schritt für Schritt beheben konnten. Fast ausschließlich kommunizieren wir nun über E-Mail, Telefon und nehmen Anträge zum Arbeitslosengeld I, zur Kurzarbeit, Berufsausbildungsbeihilfe oder zu anderen Leistungen online entgegen. Unser E-Service richtet sich an alle Kundengruppen, also auch an Ausbildungsbewerber und Arbeitgeber.

Im Juni 2020 bezogen 31.640 Hamburger Arbeitslosengeld, dies ist im Vergleich zum März 2020 (21.318 Alg-Bezieher) ein Anstieg innerhalb von drei Monaten von 10.322 oder 48,4 Prozent. Durch die unkomplizierte Online-unterstützte Antragstellung konnten wir die Unterlagen schnell in den E-Akten bearbeiten und bewilligen“, erklärt Fock, der seine Mitarbeiter aber auch für die enorme Beratungs- und Aufgabenbewältigung rund um die Kurzarbeit lobt: „Die Kolleginnen und Kollegen aus den Leistungsbereichen haben enorm viel geleistet. Dazu zählen auch die Poststelle, unsere Studierenden und Azubis, der Psychologische Dienst, die Arbeitsvermittler und selbst meine Sekretärin waren und sind noch dabei. Das war und ist großartig, denn diese Leistungen sichern vielen Hamburgern die Arbeit und Existenz.“

Jobcenter team.arbeit.hamburg sichert aktuell den Lebensunterhalt von knapp 200.000 Hamburgern und kümmert sich damit um jeden 9. Einwohner in der Hansestadt. Angesichts der Corona-Folgen ist die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zum Vorjahr um rund 11.000 Personen angestiegen. „In den letzten Monaten haben wir alles gegeben, um die Anträge zügig zu bearbeiten und die Leistungen zum Lebensunterhalt für hilfebedürftige Menschen rasch auszuzahlen. Die Mitarbeiter im Jobcenter sind sich ihrer großen Verantwortung bewusst und leisten tolle Arbeit“, bestätigt Jobcenter-Geschäftsführer Dirk Heyden.

Aufgrund der Corona-Pandemie waren viele Menschen wie zum Beispiel Verkäufer, Taxifahrer oder Gastronomie-Betreiber plötzlich von Arbeitslosigkeit betroffen. Auch viele Berufsanfänger und Studenten konnten ihren Lebensunterhalt durch die Krise häufig nicht mehr selbst bestreiten und haben sich daher an das Jobcenter gewandt. „Insbesondere Selbstständige spüren die Folgen des Lockdowns erheblich. Hier unterstützen wir individuell und sichern derzeit den Lebensunterhalt für rund 4.500 Selbstständige. Ich bin zuversichtlich, dass ein Großteil unserer neuen Kunden zum Ende der Krise wieder arbeiten kann. Dabei entwickeln wir, wenn nötig, auch einen neuen Weg zurück in Arbeit, zum Beispiel über eine Weiterbildung“, erklärt Heyden.

Durch die flexible Umstellung der Kontaktmöglichkeiten zum Jobcenter durch Online-Services und 30 neue Telefonnummern war eine Kommunikation auch ohne persönliche Vorsprache möglich. Manche Anliegen, wie die Beratung der Neukunden, lassen sich in einem persönlichen Gespräch jedoch besser klären. „Die aktuelle Entwicklung macht es möglich, ab dieser Woche schrittweise wieder persönliche Termine anzubieten. Dazu bitten wir unsere Kunden, sich zunächst telefonisch mit ihrem Jobcenter-Standort in Verbindung zu setzen. Die Kontaktdaten sind auf unserer Homepage www.team-arbeit-hamburg.de veröffentlicht. Unsere Mitarbeiter klären dann gemeinsam mit den Kunden, in welcher Form ein Gespräch am besten umsetzbar ist. Unser Anspruch ist es, jedem Kunden die Hilfe anzubieten, die er benötigt“, so Dirk Heyden. „Um die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus so gering wie möglich zu halten, haben wir ein Corona-Konzept erarbeitet. Hierzu gehört die Ausstattung unserer 18 Standorte mit Trennwänden, Wegweisern, Masken und Desinfektionsmittel-Spendern. Zudem wurden neue Beratungsräume eingerichtet, in denen ein sicherer face-to-face Kontakt möglich ist.“

Übersicht:

Leistung März 2020 Juni 2020 Absolute Veränderung März 2020 - Juni 2020 Prozentuale Veränderung
Übersicht
Arbeitslosengeld I 21.318 31.640 10.322 48,4
Arbeitslosengeld II 126.349 138.546 12.197 9,6
Nicht erwerbsfähige Leistungsbezieher (z.B. Kinder unter 15 Jahre; Mütter mit Kindern unter 3 Jahren) 50.452 53.398 2.946 5,8
Gesamt 198.119 223.584 25.465 12,9
Bedarfsgemeinschaften 95.404 104.450 9.046 9,5

 

Presseteam der Agentur für Arbeit Hamburg

Frau Marina Marquardt